PokerZeit exklusiv: Tom Dwan über Full Tilt

tom dwan wsope 2012
Tom Dwan - "Wir waren alle in der Pflicht."

Tom Dwan hat noch immer Probleme mit seinem einstigen Sponsor Full Tilt Poker. Seine Meinung über Howard Lederer hat sich jedoch deutlich verändert.

Während einer Pause im €50k Majestic High Roller bei der WSOPE in Cannes erklärte Dwan, dass er Lederer in diesem Jahr in Las Vegas getroffen habe. Dabei sei er überrascht von Lederers Aufrichtigkeit gewesen.

„Ich war zunächst sehr verärgert, als ich ihn traf“, sagt Dwan. „Ich hatte ihn seit einem Jahr nicht gesehen.“

„Ich war überzeugt davon, dass er ein kompletter Mistkerl ist, aber jetzt bin ich ziemlich sicher, dass ich mich getäuscht habe.“

Das Interview, das Lederer kürzlich PokerNews gegeben hat, findet Dwan in Ordnung. Offenbar passt der Inhalt zu dem, was Lederer auch gegenüber Dwan gesagt hat.

„Die Situation ist ziemlich kompliziert. Ich weiß natürlich nicht alles, aber ich hatte den Eindruck, dass er versucht hat, das Richtige zu tun.“, kommentiert Dwan.

„Er war mehrfach in der Klemme, und ich habe mir wohl vorschnell ein Urteil gebildet – wie so viele andere. Es gab ein paar Sachen, für die ich ihm die Schuld gab, und jetzt stellt sich heraus, dass das einfach nicht der Fall war.“

Das bedeute nicht, dass Lederer sich immer korrekt verhalten habe, fügt Dwan hinzu, aber es bedeute, dass Lederer zumindest nach bestem Wissen gehandelt habe.

tom dwan cannes
"Die Spieler können sich jetzt selbst ein Urteil bilden."

Außerdem gibt sich Dwan selbstkritisch und sagt, er hätte selbst mehr tun können, um die Katastrophe zu verhindern.

„Ich bin noch immer erschüttert über das, was bei Full Tilt passiert ist. Howard trifft ein Teil der Schuld, genau wie die anderen Eigentümer und genau wie jemanden wie mich. Ich hätte viel früher erkennen müssen, was eigentlich los war.“

Das Schweigen der Manager

Auf die Frage, was Tom Dwan am schlimmsten in dieser Zeit fand, weiß der Amerikaner keine eindeutige Antwort: „Da gibt es mehrere Sachen.“

„Ich war besonders unzufrieden damit, dass lange Zeit niemand den Mund aufmachte. Ich verstehe, dass aus gesetzlicher Sicht Vorsicht geboten ist, aber trotzdem war jeder von uns in der Pflicht, mit den Spielern zu sprechen.“

Nach der Übernahme durch PokerStars und der öffentlichen Stellungnahme von Howard Lederer sind nach Dwans Ansicht nun die wichtigsten Dinge geklärt.

„Das ist eine sehr positive Entwicklung. Die Spieler können sich nun selbst ein Urteil darüber bilden, was passiert ist.“

In dieser Woche wurde mit Gus Hansen bereits der erste Team Pro für das Team Full Tilt vorgestellt. Für Dwan die richtige Entscheidung:

„Ich schätze, Gus hat die Full-Tilt-Geschichte ziemlich gut gehandhabt, soweit ich weiß. Es macht Sinn, dass er wieder verpflichtet wurde.“

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Ich 2012-11-01 05:50:41

Wahrscheinlich hat er Geld versprochen bekommen, ansonsten ergibt es keinen Sinn.