Thomas Butzhammer - vor einer Ewigkeit

Thomas Butzhammer

Beim Poker kann es ganz schnell gehen. Das weiß auch Thomas Butzhammer, für den die WPT Baden deutlich kürzer als erwünscht dauerte. An Tag 1B schied er direkt nach der Essenspause aus und legte damit nach seinem Aus vor Vortag einen klassischen Salto Nullo hin.

Schlagartig bekannt wurde der heute 22-jährige Bayer vor knapp zweieinhalb Jahren, als er sich als blutiger Amateur online unter 40.000 Mitbewerbern für die Full Tilt Million Euro Challenge qualifizierte und dann im Finale gegen die drei Top-Profis Chris Ferguson, Mike Matusow und Gus Hansen ziemlich sang- und klanglos unterging.

„Das war eines meiner ersten größeren Turniere und ich war quasi noch ein Anfänger. Dann auch noch TV-Tisch, aufgeregt und nervös, das war zu viel. Seitdem habe ich sehr viel Live-Erfahrung gesammelt, und auch meine Spielweise hat sich natürlich grundlegend geändert.“

Die Frage, was passiert wäre, wenn er damals im Finale die ausgelobte Million für die drei Siege gegen die Full-Tilt-Stars gewonnen hätte, stellt sich für Butzhammer kaum.

„Natürlich habe ich mich geärgert, dass es nicht für mehr gereicht hat, aber das ist bis heute bei jedem anderen Turnier genauso. Wird man Vierter, ärgert man sich, dass man nicht gewonnen hat, auch wenn vorher damit zufrieden gewesen wäre.“

Als Pokerprofi will sich Butzhammer nicht bezeichnen, er studiert in Wien Statistik und spielt nebenbei Poker.

Seinen endgültigen Durchbruch als Pokerspieler schaffte er zu Beginn des vergangenen Jahres, als er innerhalb einer Woche zwei dicke Preisgelder kassierte.

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Butzhammer bei der GSOP Salzburg.

Nach einer Teilung beim Main Event der CAPT Seefeld mit dem offiziellen Sieger Dorde Jovanovic folgte bei der GSOP Salzburg dann der alleinige Platz an der Sonne und ein Preisgeld von insgesamt 150.000 Euro.

Das erwähnte Doppel-Aus bei der WPT Baden sieht Butzhammer nüchtern und selbstkritisch.

„Gestern war ich mit meiner Leistung überhaupt nicht zufrieden, während ich heute keine Chance hatte und mein Ausscheiden ziemlicher Standard war.“

Für seinen neuen Nebenjob gibt es somit aufgrund der kurzen Verweildauer im Turnier nur wenig Verwertbares.

Seit Dezember ist Butzhammer als Turniertrainer bei Cardcoaches.net tätig. „Die Idee von CardCoaches an sich gefällt mir sehr gut, für Anfänger vor allem ist das eine ganz tolle Sache.

Das hätte ich vielleicht auch machen sollen, als ich anfing… (lacht). Außerdem macht es mir Spaß, für Anfänger Videos zu drehen und mein Wissen weiterzugeben.“

Laut Butzhammer sind auch die größten Schwierigkeiten bei Cardcoaches – das Projekt legte einen holprigen Start hin – beseitigt und die Mitgliederzahlen steigen stetig an.

Da er im Moment vor allem Anfänger und leicht Fortgeschrittene unterrichtet, muss er auch nicht befürchten, zu viel von seinem Wissen weitergeben zu müssen.

Seine eigene Spielstärke versucht er im Kontakt mit vielen bekannten Spielern aus der Wiener Szene zu verbessern, dort tauscht man sich aus und diskutiert Hände.

Und ein brandheißer Buchtipp? „Oh, ein Pokerbuch habe ich schon lang nicht mehr gelesen, aber Raiser’s Edge von ElkY und die drei Turnierbücher von Jon Turner, Eric Lynch und Jon van Fleet kann ich sehr empfehlen.“

Nicht einmal drei Jahre ist es her, dass Thomas Butzhammer bei der Full Tilt Million Euro Challenge Lehrgeld zahlte. Angesichts seiner Entwicklung als Spieler und seiner Erfolge ist das für ihn heute eine Ewigkeit her.

 

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