Theo Jørgensen – Langsam zurück ins normale Leben

Theo Jorgensen ept london
Theo Jörgensen.

Im vergangenen Dezember wurde Theo Jørgensen Opfer eines Angriffs in seinem eigenen Haus. Gemeinsam mit seiner Familie versucht er nun, sein Leben wieder in den Griff zu bekommen.

Drei Schüsse trafen den Dänen während des Überfalls, bei dem die Angreifer in der Hoffnung auf fette Beute in Jørgensens Haus in Kopenhagen eingedrungen waren.

Der Dritte der ewigen dänischen Geldrangliste hat sich körperlich schnell erholt. Jetzt hat er den vorletzten Tag der EPT London erreicht und scheint auch psychisch wieder auf der Höhe.

Unser dänischer PokerListings-Redakteur Thomas Hviid hat Jørgensen in London beiseite genommen und sich mit ihm darüber unterhalten, wie man einen solchen Vorfall bewältigt.

PL: Zunächst mal, wie geht es deiner Familie und dir nach der Geschichte im Dezember?

TJ: Wenn man die Umstände bedenkt, geht es uns eigentlich herovrragend.

Es gibt noch immer in paar Nachwirkungen, man ist irgendwie nervöser als früher, vor allem abends. So langsam kehrt aber die Normalität zurück.

PL: Hast du noch Schmerzen in den Beinen? Vielleicht wenn du am Tisch sitzt?

TJ: Nein, keine Schmerzen. Das Bein kribbelt ein bisschen wegen des frischen Gewebes, aber daran arbeite ich in der Reha.

PL: Seit wann sind die Schmerzen weg?

TJ: Eigentlich ging das ziemlich schnell. Anfangs bekam ich Morphium, also habe ich selbst große Wunden nicht mehr gespürt.

Dann begann ein ziemlich rascher Heilungsprozess, also alles halb so schlimm.

PL: Du warst immer ein offener, freundlicher Mensch. Hat der Überfall dich verändert?

TJ: Nicht solange es um Poker geht. Mich ärgert es nur, wenn meine Kinder fotografiert werden.

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Man ist irgendwie nervöser als früher.

Sollte ich aber nochmal ins Rampenlicht treten, schützt das meine Familie vielleicht sogar mehr.

PL: Direkt nach dem Überfall erschienen Bilder von deinem Haus in der dänischen Presse, obwohl du eine Geheimadresse hattest.

TJ: Ja, da hat die Manstream-Presse eine Grenze überschritten, und zwar deutlich. Ich war naiv genug zu glauben, dass die Presse mehr Respekt besitzt.

Mit den Bildern hat man nicht nur mich, sondern auch meine Familie in Schwierigkeiten gebracht, und das geht einfach zu weit.

PL: Die Community hat dir viel Unterstützung entgegengebracht. Wie kam das bei dir an?

TJ: Das war sehr nett, aber ich hatte ganz andere Dinge im Kopf. Wahrscheinlich habe ich einiges gar nicht mitbekommen.

PL: Wie fühlst du dich, jetzt da du wieder bei einer EPT bist?

TJ: Eigentlich sehr gut. Aber ich denke natürlich ständig an zuhause und wie es meiner Familie geht. Ich habe mehr Heimweh. Kann sein, dass ich ein paar Turniere und Cash Games auslasse und stattdessen zuhause bleibe.

Möglicherweise kürze ich meine Reise zur WSOP in diesem Sommer auf zehn Tage und nehme die Familie mit.

PL: du hast sowohl ein WSOPE-Bracelet als auch einen WPT-Titel gewonnen. Welcher bedeutet dir mehr?

TJ: Der WPT-Sieg in Paris. Er kam zu einer Zeit, in der ich vor allem als Omaha-Spieler respektiert wurde. Auch im Seven Card Stud galt ich als gut.

Damit entstand für mich der Traum, in einem großen NLHE-Event erfolgreich zu sein. Darauf habe ich jahrelang gewartet.

 

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