The year after - WSOP Champion Joe Cada

joe cada

Er ist der jüngste Gewinner des WSOP Main Events aller Zeiten. Beim EPT Grand Final versucht er nun, sich auch seine Sporen in Europa zu verdienen. Mit uns sprach er über das Leben danach, High Stakes Poker und seine Ziele bei der anstehenden World Series.

PZ: Joe Cada, Sie kamen aus dem Nichts und gewannen das Main Event. Wie fühlt sich das Leben heute an?

JC: Anders, um es mal vorsichtig auszudrücken. Ich reise mehr als früher. Eine Zeitlang konnte ich nur in Mittelamerika unterwegs sein, weil ich noch so jung war. Jetzt fahre ich z. B. auch zu einigen EPT-Events.

Es ist schon schwierig genug, meine Pokerkarriere in den Griff zu bekommen, ganz zu schweigen vom Rest meines Lebens. Hinzu kommt, dass man mein Gesicht jetzt natürlich kennt.

Plötzlich Prinz

PZ: Werden Sie auf der Straße angesprochen?

JC: Nicht wirklich, das passiert eher in Pokerclubs oder Casinos. Allerdings hat mich tatsächlich jemand erkannt, als ich auf dem Flughafen Heathrow umstieg.

 

37; richtige Entscheidungen."#

PZ: Wie ist es, plötzlich berühmt zu sein?

JC: Es hat seine vor- und Nachteile. Es ist ja nicht so, dass ich unbedingt berühmt sein wollte. Es war toll, das Main Event zu gewinnen, aber alles andere kam dann eben einfach automatisch dazu. Ich bin nicht geil auf den Ruhm.

PZ: Was passiert mit der Privatsphäre?

JC: Egal, was ich tue, heute gibt es immer Leute, die mich genau beobachten. Das wird manchmal schon zum Problem. Viele glauben heute, mich grundlos kritisieren zu müssen. Die haben den Final Table im Fernsehen gesehen und denken jetzt, sie könnten mein Spiel beurteilen. Dabei sieht man dort fast nur die All-in-Hände. Wir saßen fast 17h am Finaltisch. Trotzdem bin ich sehr glücklich über meine Situation.

PZ: Klar haben Sie am Finaltisch Glück gehabt, aber sie waren nicht der Einzige. Beeinflusst es die Spieler, wenn sie sehen, dass immer wieder die schlechtere Hand gewinnt?

JC: Das glaube ich kaum. Ich habe die Entscheidungen getroffen, die ich für richtig hielt. Rückblickend würde ich 95% der Entscheidungen wieder genauso treffen.

 

PZ: also bekommen wir am Fernseher kein repräsentatives Bild dessen, was am Tisch passiert?

JC: Dafür müsste man das Turnier so präsentieren wie die Cash Game Shows. In denen man jede Hand sieht. Dadurch erhält man viel mehr Informationen über die Interaktion zwischen den Spielern.

PZ: Wie haben Sie sich auf den Final Table vorbereitet. Wurden Sie von einem Coach unterstützt, haben Sie wie Shulman gegen andere Spieler gespielt, die Ihre Gegner imitierten, oder sind sie in die Berge geflohen wie Darvin Moon?

JC: Weder noch. Ich glaube nicht, dass man einen anderen Spieler imitieren kann. Ich habe einfach noch mehr Poker als sonst gespielt. Vor allem Live. Ich war bei der EPT und einigen anderen Turnieren, um soviel Praxis wie möglich zu bekommen. Aber ich habe nichts wirklich Ungewöhnliches unternommen.

PZ: Muss man seinen Stil in Europa anpassen? Gibt es so etwas wie einen europäischen Stil?

JC: Es gibt nur einen Spielerstil. Man kann einen verrückten und einen sehr vorsichtigen Italiener am Tisch haben. Man kann sage, dass die Mehrheit der Schweden sehr aggressiv spielt, aber das heißt ja, dass es eben auch andere gibt. Wenn du Spieler bist, gehört es zu deinem Job, dich auf jeden einstellen zu können.

 

High Stakes Poker

PZ: Werden wir Sie bald auch bei High Stakes Poker sehen können? Sie gegen Dwan, die Internet Kids untereinander?

JC: Ja. Ich werde in der siebten Staffel dabei sein. Außerdem organisiert PokerStars ebenfalls ein großes Cash Game, wo ich mitspielen werde. Cash Game ist schließlich meine eigentliche Spezialität. Allerdings würde ich eher versuchen, Dwan zu meiden. Ein Spieler sucht sich nicht die besten aus, sondern die, von denen er Geld gewinnen kann.

PZ: Was ist das für eine Partie?

JC: Es wird „Big Game" heißen, und die Buy-ins werden mindestens $100.000 und höchstens $500.000 betragen. Einer der Spieler am Tisch wird ein Online-Qualifikant sein, der $100.000 zur Verfügung gestellt bekommt. Wenn es ihm gelingt, Gewinn zu erspielen, darf er diesen behalten. Wenn nicht, bekommt er gar nichts. Immerhin muss er die Verluste nicht erstatten, falls er das Geld verliert.

PZ: Wer wird sonst noch dabei sein?

JC: Mit Sicherheit Doyle Brunson und einer der beiden großen Phils (Ivey oder Hellmuth, Anm. d. Red.). Es wird eine Einladungspartie, bei der nicht nur PokerStars-Profis dabei sind.

WSOP 2010

PZ: Die WSOP steht auch schon wieder vor der Tür. Was sind in diesem Jahr Ihre Ziele?

JC: Eigentlich nur, mein bestes Poker zu spielen. Ich werde mehr Omaha-Events spielen. Was Mixed Events betrifft, bin ich da mit mir noch nicht zufrieden. Die Players Championship spiele ich nur, wenn ich glaube, auch gut genug dafür zu sein.

PZ: Es bleibt allerdings nicht mehr viel Zeit.

JC: Man kann online in sehr kurzer Zeit sehr viel Erfahrung sammeln. Man kann problemlos mehrere tausend Hände pro Tag spielen. Man sollte mich also auf der Rechnung haben.

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