Details zur Übernahme von Full Tilt

Full Tilt Poker burns

Wie viel übernimmt die Tapie-Gruppe, was will Laurent Tapie und wer steckt hinter der „International Stadiums Poker Tour“?

Während Laurent Tapie sich inzwischen intensiv mit den Medien und den amerikanischen Justizbehörden auseinandersetzt, zeigen sich Vater Bernard und ein Anwalt des Unternehmens vorsichtiger.

Nach dem Interview, das Laurent Tapie in der letzten Woche mit iGaming France und nun mit einem Reporter der New York Times führte, formt sich langsam ein Bild über die Zukunft des Unternehmens Full Tilt Poker heraus.

Bernard Tapies Reaktion in der Analyse

Der aufkommende Enthusiasmus der Poker-Community ebbte schnell wieder ab, nachdem  Vater Tapie am Wochenende mit der Agence France Press gesprochen hatte.

Danach bestätigte Tapie zwar, dass es ein schriftliches Übereinkommen mit FTP gäbe und dieses auch unterschrieben worden sei. Allerdings sei dieses weit von einer kompletten Übernahme entfernt.

Laut Bernard Tapie ist Sohn Laurent mit der Aufgabe betraut worden, die Durchführbarkeit einer Übernahme zu prüfen. Er hat nun bis Ende Dezember Zeit, die rechtlichen und technischen Voraussetzungen zu prüfen und mit den Justizbehörden abzustimmen.

Tapie erklärte weiter, dass seine Unternehmensgruppe nur etwa 5-10% an der neuen Firma halten wolle. Als Repräsentant würde wahrscheinlich die International Stadiums Poker Tour (ISPT) herhalten, an der die Tapie-Gruppe mit 30% beteiligt ist.

Die ISPT wurde 2010 von Tapie und Prosper Masquellier gegründet, ein früheren Mitarbeiter von Partouche Interactive, einem Zweig der französischen Partouche Poker Tour.

Es gibt nicht allzu viele Informationen über die ISPT. Auf der Website steht seit einigen Tagen ein Video, dass ganz unbescheiden das größte Turnier aller Zeiten ankündigt, mit angeblichen $30.000.000 Preispool, im Londoner Wembley Stadion.

Als Termin wurde bis gestern der 10.-12. Mai angegeben, für den noch kein anderer Event angekündigt war, inzwischen steht auf der Webseite aber „September 2012“. Ansonsten sind weder der Homepage noch dem Video konkrete Informationen zu entnehmen.

Tapie bestätigte jedoch, dass jede Übereinkunft von der Zustimmung der amerikanischen Justizbehörden abhängt.

Alle weiteren Anfragen der Medien sollten ab sofort an seinen Sohn Laurent gerichtet werden.

LaurentTapie
Laurent Tapie.

Laurent Tapie: „Full Tilt ist angeschlagen, aber nicht tot“

Tapie jr. hält sich derzeit in den Vereinigten Staaten auf, um sich mit den Justizbehörden zu besprechen. In einem Interview mit Matt Richtel von der New York Times erläuterte er seine Pläne, die Marke Full Tilt Poker wiederzubeleben.

„Full Tilt ist angeschlagen, aber nicht tot“, kommentierte Tapie.

Er bestätigte, dass FTP seinen Spielern rund $300 Mio. schuldet, fügt aber an, dass die Spieler das wichtigste Kapital seien, über das die Firma verfüge.

„Wir müssen alle Mittel nutzen, um die Spieler zu befrieden. Sie sind der Schlüssel zum Ganzen“, erklärte Tapie.

Er fuhr fort, dass verschiedene Bedingungen dafür bestünden, das Projekt Full Tilt weiterzuführen: weitere Investoren, ein neues Management und die Zustimmung der amerikanischen Justizbehörde.

Die Mitarbeiter von Full Tilt könnten wahrscheinlich ihren Job behalten, sofern sie nicht einer Straftat überführt werden.

Eines, so Tapie sei sicher: gespielt wird auch weiterhin. „Es gehört zur menschlichen Natur, zu spielen.“

Der Anwalt – Unternehmensanteile für Spieler

In einem Interview mit dem Wall Street Journal bestätigte Behnam Dayanim, Anwalt der Unternehmensgruppe, dass die Familie Tapie interessiert daran sei, einen signifikanten Teil von FTP zu übernehmen.

Möglicherweise werde man „den Spielern, die die größten Schuldner sind, Anteile an dem Unternehmen anbieten“.

Die Tapies, ein Vater-Sohn-Gespann der zwielichtigen Art

Seit Jahren, im Fall des Vaters seit Jahrzehnten, taucht der Name Tapie in den Schlagzeilen der französischen Medien auf, und selten sind es erfreuliche Nachrichten.

In der internationalen Poker Community, vor allem der nordamerikanischen, war der Name bis vor Kurzem noch relativ unbekannt.

Unser italienische Kollege Giovanni Angioni von PokerListings.it hat die Geschichte der Tapies etwas ausführlicher beleuchtet. Es ist eine Geschichte über Geld, Lügen und Skandale.

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