„Ich halte es durchaus für möglich die Firma wieder aufzubauen.“

stefan rapp

Stefan Rapp ist Kosmopolit. Geboren in Spanien, aufgewachsen in Argentinien, österreichischer Staatsbürger. Er ist immer noch Full Tilt Pro und nun auch Vize-Europameister.

Rapp lebt derzeit in seiner Wahlheimat Linz. Er hat im Juli geheiratet, kurz nachdem sein Sohn auf die Welt gekommen ist. Mit dem Pokern begonnen hat der studierte Wirtschaftwissenschaftler bereits vor 12 Jahren und zählt inzwischen zu den bekanntesten Spielern Österreichs.

In letzter Zeit war es etwas ruhiger um ihn geworden, doch bei seiner Heim-EM macht er wieder mächtig von sich Reden, denn er erreichte das Heads-up des NLHE Main Events und musste sich nur Zoltan Szabo geschlagen geben.

Außerdem ist Stefan immer noch Red Pro und wurde bisher noch nicht von Full Tilt gekündigt. Einen besseren Gesprächspartner um über die aktuelle Lage bei Full Tilt zu sprechen kann es also gar nicht geben. Der Österreicher ist ein sehr sympathischer und ehrlicher Mensch und er versichert uns mehrmals, dass die deutschsprachigen Full Tilt Pros nicht wussten, was im Unternehmen vor sich geht: „Für uns Red Pros kam das Ganze genauso überraschend wie für alle anderen.“

Dennoch hat der Linzer die Hoffnung noch nicht aufgegeben: „Ich hoffe, dass das Unternehmen noch zu retten ist. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Onlinepokerraum mit so vielen Spielern wie Full Tilt kein gutes Geschäft war und dass da nichts übrig bleibt, wenn man vernünftig wirtschaftet. Von dem her halte ich es durchaus für möglich die Firma wieder aufzubauen“.

Allerdings zweifelt auch er daran, dass die Spieler jemals ausgezahlt werden: „Ich rechne nicht mehr mit dem Geld, dass ich noch online habe.“

Auf die Frage nach einem neuen Sponsor bekommen wir die überraschende Antwort: „Zum Thema Sponsor kann ich sagen, dass ich noch nicht bei Full Tilt gekündigt habe und auch noch nicht gekündigt worden bin. Das heißt ich warte noch bis Anfang Februar und lasse die ganze Sache einfach auf mich zukommen.“

Die Tatsache, dass Rapp noch nicht gekündigt worden ist ist deshalb so überraschend, da alle amerikanischen Pros kurz nach dem Black Friday gefeuert wurden und dies den Spekulationen neue Nahrung gibt, dass Full Tilt bald wieder online gehen könnte.

Für die Poker EM im No-Limit Hold’em hatte er sich auf jeden Fall einiges vorgenommen, nachdem er im Jahr 2008, als Sandra Naujoks sensationell gewann, bereits den 3. Platz für €87.250 belegen konnte.

Tatsächlich konnte er seine Platzierung in diesem Jahr verbessern, auch wenn Szabo letztlich das bessere Ende für sich hatte. Wenn das Gesetz der Serie hält, müsste Rapp den Titel dann im Jahr 2014 gewinnen.

- Lars Liedtke

 

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