Spielbank Berlin nimmt Freezeout-Turniere wieder ins Programm

Der Pokerfloor in der Spielbank Berlin

Bernd Plätrich ist Hauptverantwortlicher im Bereich Poker in der Spielbank Berlin. Sein Motto lautet: „Immer für den Gast“. Dazu verfolgt er ständig Entwicklungen, Ideen und Innovationen, die er in Casinos, Cardrooms, in Internetforen und anderen Medien beobachten kann und entwickelt daraus Ideen für die Turniergestaltung im Pokerfloor. Er hat die Turnierformen „Bounty“, „Deepstack“, „Doublestack“ und „Select Your Stack“ in Berlin eingeführt. Nun hat er sich von Rainer Gottliebs Kolumne "Die Re-Entry Pest" inspirieren lassen.

Entsprechend seinem Motto geht er auch beim Design neuer Turnierformen vor. Wenn er Modifikationen bei Turnierstrukturen plant, dann versucht er diese, im Interesse der Gäste umzusetzen und muss dabei häufig den Spagat zwischen den Anforderungen seines Arbeitgebers und den Gästewünschen schaffen. Er hat extrem flache Blindstrukturen realisiert mehrfach die Startstacks in den Turnieren zu Gunsten der Spieler angehoben.

Rainer Gottlieb ist seit vielen Jahren Stammgast in der Spielbank Berlin und bekanntermaßen absolut kein Freund von Re-Entry-Turnieren. 

Bernd Plätrich hat seine Kolumne "Die Re-Entry Pest" gelesen, sich diese zu Herzen genommen und will in Zukunft nun wieder mehr Freezeout-Turniere anzubieten.

Außerdem plauderte aus dem Nähkästchen und gab im Interview einige seiner sehr interessanten Ideen und Pläne für die Zukunft preis.

RG: Herr Plätrich, was ist derzeit Ihre Funktion in der Spielbank Berlin?

BP: Ich bin Hauptverantwortlicher im Bereich Poker.

RG: Sie kennen meine Meinung zum Thema Pokerturniere mit Re-Entry und Late-Entry Option, die ich vor kurzem ziemlich deutlich in einem Artikel auf Pokerzeit geäußert habe. Ich habe darin kritisiert, dass heutige Turniere, egal ob lokal, regional oder international, nahezu ausschließlich mit Re-Entry-Option gestartet werden. Hat meine Kritik an den Turnierveranstaltern bei Ihnen ein Umdenken bewirkt?

Ein Umdenken nicht, allerdings ein Nachdenken. Natürlich informiere ich mich täglich im Internet und über andere Medien über Entwicklungen und Tendenzen im Pokerbereich. Ihr Artikel hat mich dazu bewogen, auch mal wieder ein klassisches Freezeout anzubieten. Ich habe – wie Sie – festgestellt, dass es derzeit kaum noch die klassische Form von Freezeout-Turnieren gibt. Wir sind hier in der Spielbank sehr flexibel. Ich kenne aus meiner mehr als dreißigjährigen Spielbanktätigkeit selbstverständlich das ursprüngliche Freezeout-Turnierformat. So hat es hier angefangen, es gab keine andere Form. Für mich war der Pokerzeit-Artikel ein Impuls und ich habe die Idee wieder aufgenommen.

Bernd Plätrich
„Ihr Artikel hat mich dazu bewogen, auch mal wieder ein klassisches Freezeout anzubieten", sagt Bernd Plätrich.


RG: Wird es auch wieder Turniere mit höherem Buy-Ins in der reinen Form des Freezeout geben?

BP: Auf jeden Fall. Wir haben bereits jetzt bei der German Poker Tour ein Side Event als Freezeout vorgesehen. Ich möchte sehen, wie das angenommen wird und habe dann vor, in unser wöchentliches Turnierprogramm ein „Freezeout Classic“ Turnier aufzunehmen.

RG: Sie gelten als sehr innovativ und kreativ, was Modifikationen bei Pokerturnieren angeht, Stichwort „Select your Stack“. Diese Idee stammt von Ihnen und wurde mittlerweile von anderen Turnierveranstaltern oft abgekupfert. Was haben Sie sonst noch an Ideen?

BP: Wir haben gerade bei einem Event der German Poker Tour hier in Berlin erstmals eine neue Facette in den Turnierablauf gebracht, das sogenannte Supersonic Turnier. Dabei stehen die Spieler von Anfang an unter schnellem Entscheidungsdruck. Sie müssen ihre Entscheidung innerhalb von 20 Sekunden treffen. Sie kennen vermutlich die Diskussion zum Thema „Shot Clock“. Wir haben einfach mal etwas Vergleichbares probiert und es ist bei unseren Gästen sehr gut angekommen. Für die Zukunft möchte ich das immer mal wieder anbieten, vermutlich in Kombination mit einer sogenannten „Time Card“, die der Spieler einmalig für eine längere Bedenkzeit „einlösen kann“.

Desweiteren haben wir das sogenannte „Progressive Freezeout“ entwickelt, was seit Kurzem in unserem wöchentlichen Turnierkalender freitags angeboten wird. Dabei steigen die Blindzeiten progressiv an, von 15 Minuten über 20, 25 bis zu 35 Minuten. Auch das Format wird gut angenommen, ich bin sicher unsere Gäste schätzen es, die späteren Turnierphasen etwas zu strecken.
Was weitere Planungen angeht, so nenne ich zunächst mal nur ein Stichwort: „Terminator Bounty“. Einzelheiten dazu muss ich noch ausarbeiten, es geht im Prinzip darum, die Bounties um so höher auszuzahlen, je später sie im Turnier gewonnen werden. Ich denke auch darüber nach, Seven Card Stud zu probieren. Um unsere No-Limit Hold’em Spieler neugierig zu machen, könnte man das Format zunächst als Sit and Go anbieten.

RG: Herr Plätrich, sie machen mich neugierig. Danke für die vielen Informationen.

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