Sopranos-Star im Main Event

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Robert Iler, Darsteller von A. J. Soprano in der Serie The Sopranos, spielt seit Samstag im WSOP Main Event – und das nicht zum ersten Mal.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Prominenten ist Las Vegas für Iler kein Neuland. Seine Premiere erlebte er im Jahr 2009, und seitdem hat er keine WSOP mehr verpasst.

„Die World Series of Poker ist der beste Event, an dem ich jemals teilgenommen habe“, sagt Iler. „Es ist unfassbar. Die Struktur ist großartig. Das ganze Turnier ist großartig.“

Der in New York gebürtige Iler spielt schon Poker, so lange er denken kann. Seine Großmutter brachte ihm Five Card Draw und Gin bei und begleitete seine ersten Gehversuche.

Als er 18 Jahre alt war, lernte er Texas Hold’em kennen. Ein paar Freunde von ihm organisierten Home Games, und Iler begann, regelmäßig zu spielen.

Einige Jahre später entdeckte er Online-Poker und war sofort fasziniert, vor allem von Online-Turnieren.

„Als ich ungefähr 20 war, habe ich das mit Online-Poker etwas übertrieben“, sagt Iler heute. „Ich spielte ungefähr 16 Stunden am Tag, und das fünf Tage die Woche.“

Dank seiner Rolle als A. J., den Sohn von Tony Soprano, der hinter dessen Erwartungen immer weit zurückbleibt, konnte Iler die Zeit, die er mit Online-Poker verbrachte, schließlich wieder deutlich reduzieren.

Stattdessen begann Iler, auch live Poker zu spielen, und er besuchte dementsprechend viele Underground-Clubs in New York.

Im Jahr 2005 spielte er gerade in einem Club, als es plötzlich zu einer Razzia kam. Danach verließ ihn vorübergehend die Lust auf Live-Poker.


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Iler im Main Event.

„Ich bin einfach nicht mehr hingegangen. Damals wurde buchstäblich jede Woche einer der Clubs geschlossen. Es war ungefähr zwei Jahre lang eine tolle Zeit, aber dann machte die Polizei ernst.“

Da Iler in New York lebt, kam er nie in Versuchung, an einem der berühmten Home Games in Hollywood teilzunehmen. Dafür saß er des Öfteren mit seinen Kollegen aus der Sopranos-Crew am Tisch.

„Yeah, mit den Sopranos habe ich ein paar Mal gespielt. Wenn wir zur Emmy-Verleihung oder etwas Ähnlichem fuhren, waren wir ja immer in großen Gruppen zusammen. Dann gingen wir irgendwohin, um zu spielen.“

Die Mehrheit der Schauspieler spielte lieber Black Jack oder Roulette, was Iler zugute kam, wenn dann doch mal Poker gespielt wurde.

„Ich bin in den Partien immer ganz gut zurechtgekommen“, grinst er. „Die anderen spielten ja fast alle nur aus Spaß.“

Iler war einer der vielen Spieler, die die Ereignisse des Schwarzen Freitag zu spüren bekamen, als PokerStars und Full Tilt vom amerikanischen Markt gedrängt wurden.

„Der Schwarze Freitag war eine üble Geschichte. Ich hatte erst vier Tage zuvor ein Turnier auf Full Tilt gewonnen. Ich bekam einen Scheck per Post, aber als ich ihn bei der Bank einlösen wollte, platzte er. Mir wurde als nicht nur das Geld nicht ausgezahlt, ich musste auch noch eine Strafgebühr bezahlen, weil ich mit einem ungedeckten Scheck zur Bank gekommen war.“

Iler hat sich in den letzten Jahren konstant verbessert. Im Jahr 2009 erreichte er Tag 2, im letzten Jahr Tag 3.

In diesem Jahr soll es für Iler noch deutlich weiter gehen: „Ich will unbedingt ins Geld kommen, und dann von da aus weitersehen.“

Am ersten Tag musste Iler früh eine kritische Situation überstehen. Er hatte mehrfach Pech und fiel auf 15k zurück. „Das ganze Jahr habe ich auf das hier gewartet, und dann scheide ich als erster aus … Solche Dinge gingen mir durch den Kopf. Ich bin seit neun Tagen hier und habe noch keine Pocket Asse bekommen – bin aber schon zweimal im ersten Level gegen sie gelaufen.“

Iler erholte sich später und baute seinen Stack auf 40k auf.

Unabhängig davon, was noch in diesem Main Event passieren wird, Iler sieht sich heute mehr als Pokerspieler denn als Schauspieler.

„Ständig fragen mich Leute, was ich so mache, und sage immer nur, ich spiele Poker und es macht mir einen Riesenspaß.“

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