Das ABC der SnG: Der Re-Steal

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Der Re-Steal. Fühlt sich phantastisch an, wenn er gelingt.

Jeder weiß, dass zum erfolgreichen SnG-Spiel das Stehlen der Blinds gehört. Wenn die Blinds immer weiter ansteigen, muss sich der Spieler anpassen, um zu überleben.

Zwar ist den meisten Spielern bekannt, wie wichtig es ist, die Blinds zu stehlen, aber die wenigsten gehen einen Schritt weiter und versuchen auch nur, einigermaßen regelmäßig einen Re-Steal anzusetzen.

Die Idee dahinter ist ganz simpel. Spieler, die oft die Blinds stehlen, erhöhen auch mit schlechten Händen. Sie werden auf einen Re-Raise häufig folden und verlieren damit auch die Chips, die sie für ihren Raise benötigt haben. Wenn wir also re-stealen, gewinnen wir nicht nur die gegnerischen Chips, sondern auch die Blinds.

Der Re-Steal zum richtigen Zeitpunkt macht häufig den Unterschied zwischen Ausblinden und dem sprichwörtlichen Braceletgewinn.

Das Konzept Re-Steal hört sich zwar ganz einfach an, ist aber durchaus komplex. Dazu gehört eine Mischung aus perfektem Timing, dem idealen Gegner, dem richtigen Tischimage und der passenden Hand.

Der ideale Gegner

Optimale Gegern für Re-Steals sind aggressive Blind-Stehler. Grundsätzlich sollte man diesen Spielzug eher gegen einen guten als gegen einen schlechten Spieler anwenden.


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Ein Re-Steal spielt sich besser gegen einen guten als gegen einen schlechten Spieler.

Gute Spieler versuchen häufig, aus später Position zu stehlen, riskieren ihre Chips aber ungern in marginalen Situationen. Schlechte Spieler wissen auch, wie man stiehlt, ignorieren aber die Risiken.

Ein schlechter Spieler wird häufig mit einer Hand wie Q J erhöhen und dann einen Raise auf ca. 10 BB bezahlen, weil sie glauben, sie seien „pot-committed“. Ein guter Spieler würde sich darauf nicht einlassen. Er würde sich denken, „dumm gelaufen“, seine Hand abwerfen und weiterspielen.

Man muss die Dynamik des Tisches beobachten. Es ist meisten ziemlich offensichtlich, wer die profitablen Spieler sind. Bei Spieler, die häufig vom Button und Cut-off erhöhen, können Sie davon ausgehen, dass sieordentliche SnG-Spieler sind.

Sollten Sie ein Spieler sein, der häufig SnG spielt, dann gewöhnen Sie sich an, Notizen über die Spieler anzufertigen, die häufig weit kommen. Es ist genauso wichtig, die Regs zu beobachten, wie die Fische.

Es gibt eine Reihe von Spielern, die zwar das Konzept des Steal versehen, aber nicht bemerken, dass sie oft einem Re-Steal zum Opfer fallen.

Ihr Tischimage

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Achten Sie auf Ihr Tischimage. Wer oft re-stealt, wird irgendwann bestraft.

Das Tischimage ist in jeder Pokervariante ein entscheidender Faktor. Das gilt insbesondere für SnGs.

Wenn man häufig, also mehrmals pro Orbit, erhöht und gegen Raiser aus Später Position Re-steals ansetzt, werden die Gegner das bemerken und sich darauf einstellen. Man wird sie als Maniac ansehen und versuchen, Sie aus dem Turnier zu schießen.

Wenn man nicht das Tempo wechselt, ist es nur eine Frage der Zeit, bis ein Spieler schließlich den Showdown erzwingt. Achten Sie deshalb darauf, wie Sie am Tisch wahrgenommen werden -  es gibt Spieler, die gerne gegen den Bully am Tisch anspielen, während andere lieber darauf warten, dass dies ein anderer Spieler am Tisch übernimmt.

Versuchen Sie, die Gegner in diese Kategorien einzuordnen, vermeiden Sie die erste Sorte und attackieren Sie die zweite. So maximieren Sie die potenziellen gegnerischen Folds und minimieren die Zahl der gegnerischen Calls.

Die passende Hand

Es gehört zum Konzept des Re-Steals, dass man dabei keine besonders guten Hände hält. Wenn man mit Assen re-raist, kann man kaum von einem Re-Steal sprechen. Vielmehr handelt es sich dann um eine Value-Bet.

Es geht also darum, mit einer durchschnittlichen Hand zu spielen. Man weiß, dass der Gegner l,ight raist und verlässt sich darauf, ihn zum Fold zu zwingen, also ist die eigene Hand nur bedingt relevant.

Andererseits ist es selten eine gute Idee, mit any two zu re-raisen. Schließlich kann es immer passieren, dass man gecallt wird, also sollte man schon eine Hand halten, die einen gewissen Showdown Value besitzt.

So spielt eine hand wie T 9 viel besser gegen K K als etwa 3 8. Man verlässt sich auf die Fold Equity, aber man sollte auch einen Plan B in der Hinterhand haben.

Ein kleiner Exkurs über Fold Equity

Da die Fold Equity hier die wichtigste Waffe ist, sollte man einen Re-Steal tunlichst vermeiden, wenn man keine Fold Equity hat, richtig?


alexandre gomes 23721
Wenn die Blinds, der Raise und der Re-Raise dem Gegner 2:1 geben, lohnt sich ein Re-Steal nicht.

Richtig. Trotzdem passiert das andauernd. Wenn man ohne Equity re-raist, dann sollte es besser eine Value Bet sein. Der Re-Steal soll den Pot gewinnen. Wenn der Gegner aber pot-committed ist, wird er nicht folden.

Addieren wir als unseren Re-Raise zu seinem Raise und den Blinds. Sind die Pot Odds des Gegner besser als 2:1, dass sollte man den Re-Steal lassen. Es ist besser, zu folden und auf eine bessere Möglichkeit zu warten.

Die Fold Equity ist der entscheidende Faktor bei der Überlegung, ob es sich lohnt, einen Re-Steal zu spielen. Wenn es guten Grund zur Annahme gibt, dass der Gegner foldet, dann kann man ziemlich light re-raisen.

Dieser Spielzug gewinnt Pots, in die man eigentlich gar nicht verwickelt sein will. Es ist ein Spielzug, der ein Triumphgefühl vermittelt, wenn er funktioniert, der einen aber auch wie ein Idiot fühlen lässt, wenn man erwischt wird.

Dennoch, folgen Sie meinen Richtlinien und suchen Sie nach den passenden Spots für Re-Steals. Sie werden mehr Folds erzwingen als Calls bekommen.

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