Sit-and-Go-Strategie Teil 1: Niedrige Blinds

Empire Casino, London

Dies ist der erste Abschnitt einer vierteiligen Serie, die einem durchschnittlichen Pokerspieler das notwendige Wissen vermittelt, um von einem SnG-Fisch zu einem SnG-Shark zu werden. Teil 1 behandelt das Spiel bei niedrigen Blinds.

Ein-Tisch-Turniere, allgemein Sit-and-Go oder STT (single-table tournament) genannt, sind zu einer der beliebtesten Pokervarianten geworden.
Online-Pokerräume bieten sie ununterbrochen an. Sobald sich genügend Spieler angemeldet haben, geht es los, also muss man nie lange warten.

SnG-Turniere unterscheiden sich dramatisch von Cash Game. Es ähnelt eher dem Spiel bei Multi-Table-Turnieren, da die Zahl Ihrer Chips ebenfalls begrenzt ist. Es gibt keine Rebuys, und wenn Ihre Chips weg sind, sind Sie weg. Also müssen Sie Ihren Chipstack schützen.

Im Verlauf dieser Artikelserie werde ich Sie von einem SnG-Anfänger zu einem SnG-Shark ausbilden.

Grundlagen

Solange die Blinds niedrig sind, sollten Sie eine konservative Strategie wählen. Es gibt keinen Grund dafür, sich bei niedrigen Blinds in ungewisse Situationen verwickeln zu lassen und eine Menge Chips zu riskieren.

Haben Sie noch irgendetwas im Haushalt zu tun? Melden Sie sich für ein oder auch für mehrere SnG an und wischen Sie erst mal in der Küche durch, saugen Sie die Treppe oder schieben Sie einen Braten in den Ofen. Wenn Sie damit fertig sind, steigen Sie in das Turnier ein.

Natürlich ist das etwas übertrieben, aber trotzdem besser als in der Frühphase eines SnG gleich zu aggressiv zu agieren.

Vermeiden Sie frühe Konfrontationen

In der Anfangsphase eines Turniers sollten Sie großen Pots aus dem Weg gehen. Starten Sie keine großen Bluffs und überspielen Sie marginale Hände nicht. Sie werden später noch genug Gelegenheiten haben, um ultra-aggressiv zu spielen, also keine Sorge.

Wir versuchen also, uns anfangs aus der Action herauszuhalten. Ich rate Ihnen zwar, tight zu spielen, aber auch, starke Hände aggressiv anzugehen. Wenn Sie eine starke Hand halten, müssen Sie unbedingt erhöhen. Ich würde Ihnen nie etwas anderes raten.

Was ich sagen will, ist vielmehr, dass Sie in Grenzsituationen keine allzu großen Risiken eingehen sollten. Zum Beispiel:

Die Stacks liegen bei $1500. Sie halten 9 9 im Big Blind. Die Blinds stehen bei $20/$40. Vier Spieler limpen zu Ihnen.

Im Cash Game ist das ein klarer Raise. In einem SnG würde ich für einen Check plädieren. Wenn Sie diese Hand erhöhen wollen, müssen Sie mindestens das Fünf- oder Sechsfache des BB setzen; denn Sie haben keine Position und es sitzen vier Limper vor Ihnen.

Führen wir das Beispiel weiter: Sie erhöhen auf $240. Zwei Limper folden, aber Cut-off und Button callen. Der Flop fällt mit Q 4 2.

Dieser Flop ist recht gut für Sie. Es liegt nur eine Overcard, Sie waren der Aggressor und können nun eine Continuation Bet ansetzen.

Sie setzen 2/3 des Pots, als etwa $500. Der Cut-off foldet und der Button callt.

Sehen Sie sich jetzt Ihre Situation an. Sie haben schon Ihren halben Stack in den Pot gesetzt. Was machen Sie auf dem Turn? Der Pot beträgt $1800. Wenn Sie auf dem Turn noch einmal setzen wollen, müssen Sie all-in gehen. Wie gut gefällt Ihnen Ihre Hand jetzt?

Vermutlich nicht sehr gut. Ein Check oder Fold ist natürlich ebenfalls kein guter Move, denn die Hälfte Ihres Stacks liegt ja schon im Pot. Deshalb plädiere ich bei niedrigen Blinds für den Check vor dem Flop. So können Sie problematische Situationen wie diese vermeiden.

Es gibt viele derartige Situationen. Mit spekulativen Händen, die zwar gut sein können, aber keine großen Favoriten sind, sollten Sie nicht versuchen, einen Vorteil auszuspielen, den Sie vielleicht gar nicht haben.

Sie müssen viel mehr Ihres begrenzten Chipstacks riskieren, um herauszufinden, ob Sie vorne liegen, als mathematisch zu rechtfertigen ist. Anstatt schon früh kleine Vorteile zu pushen, sollten Sie Ihre Chips besser für die höheren Blind Levels sparen.

Positionsspiel

Wie im Cash Game sollten Sie auch in einem SnG aus früher Position sehr tight spielen. Tightes Pre-Flop-Spiel vereinfacht Ihre Entscheidung auf dem Flop. Vermeiden Sie unter allen Umständen, zu Anfang eines SnG in riskante Situationen zu geraten.

Risiken führen meistens dazu, dass Sie Chips verlieren, gehen Sie also so wenige wie möglich ein. Eine Möglichkeit ist extrem tightes Spiel aus früher Position. Hüten Sie Ihre Chips, denn wenn sie weg sind, sind sie weg. Spielen Sie keine schwachen Hände aus früher Position. Sie verbrennen Ihre Chips.

Aus früher Position sollten Sie alle potenziell dominierten Hände folden. A-T, A-J. K-Q usw. sind klare Folds. Diese Hände sehen zwar gut aus, sind aber für die meisten Spieler ein Risiko. Wenn Sie Ihre Chps schützen wollen, gehen Sie auf Nummer sicher.

Trotzdem müssen Sie Ihre Premium-Hände raisen. Das ist TAG (tight-aggressive)-Spiel nach Lehrbuch. Tightes Spiel, aber aggressiver Umgang mit Premium-Händen. Haben Sie keine Angst davor, AA-JJ, A-K, A-Q usw. zu erhöhen. Wenn der Tisch sehr passiv ist, können Sie auch mit mittleren Paaren (TT-66) limpen.

Aus mittlerer Position sollten Sie ähnlich tight spielen. Auch in dieser Position sollten Sie es vermeiden, mit marginalen Händen ohne Position zu spielen. Premium-Hände werden natürlich trotzdem or Value erhöht.


Ship Teh Chips
Sind deine Chips weg, bist du auch weg. Also schuetze sie!

Fügen Sie AJo, AJs, und KQs zu den Raise-Händen hinzu. Sie können Ihr Spiel nun etwas lockern und mit Pocket Pairs oder guten Suited Connectors limpen, aber vermeiden Sie weiterhin, sich mit marginalen Händen in große Pots verwickeln zu lassen.

Aus später Position und auf dem Button spielen Sie noch etwas offener als aus mittlere Position. Sie haben jetzt etwas mehr Freiheit, aber Sie sollten trotzdem noch nicht jedes As oder z. B. J-Ts erhöhen.

Fügen Sie stattdessen der Liste Ihrer Limp-Hände einige hinzu. Wenn Sie einen Multiway-Flop mit einem Pocket Pair oder Suited Connectors billig ansehen können, ist das eine sehr gute Ausgangsposition.

Suchen Sie nach Gelegenheiten, Flops billig zu sehen, ein Monster zu floppen und zu verdoppeln. Je früher Ihnen dies gelingt, desto einfacher wird es später für Sie.

Halten Sie sich die ganze Zeit die Gap-Theorie vor Augen. Diese lautet zusammengefasst: Wenn der Pot zu Ihnen bereits erhöht ist, brauchen Sie für einen Call eine bessere Hand als für einen eigenen Raise in einer nicht erhöhten Hand.

Wenn Sie also aus mittlerer Position spielen, können Sie mit A-J raisen, aber keinen Raise callen. Kurz gesagt, halten Sie sich zurück, wenn die Action bereits vor Ihnen eröffnet wurde.

Lesen Sie in Teil 2, wie sie bei mittleren Blinds spielen sollten.

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