Sind Low-Buy-In-Turniere gut oder schlecht für die WSOP?

Das Colossus bei der WSOP 2015

Pokerturniere mit kleinem Buy-In und großem, garantierten Preispool werden immer beliebter. Bestes Beispiel ist das Colossus, welches mit 22.374 Spielern das größte Liveturnier aller Zeiten war. Mit dem Colossus, dem Millionaire Maker und dem Lucky Sevens gibt es in diesem Jahr bei der WSOP mehr Low Budget Turniere als je zuvor. Nun stellt sich die Frage, ob größer auch besser ist und ob der Wert des Bracelets bei solch riesigen Feldern gewahrt werden kann? Die Redakteure von PokerListings und PokerOlymp beziehen Stellung.

“Low-Buy-In-Turniere geben jedem die Chance bei der WSOP dabei zu sein und gegen die besten Spieler der Welt anzutreten. In keinem anderen Sport ist so etwas möglich.

Nichtsdestotrotz, meiner Meinung nach ist es nicht immer erstrebenswert um jeden Preis neue Rekorde aufzustellen. Das Colossus glich einer großen Lotterie. Low-Buy-In Turniere mit kleineren Starterfeldern, wo man wirklich eine Chance auf den Sieg hat, finde ich bei einer World Series of Poker um einiges sinnvoller.”

Fred Guillemot, PokerListings France

“Alle Maßnahmen, die mehr Menschen für das Spiel begeistern, sind langfristig gut für Poker und Low-Buy-In-Turniere machen das definitiv.

In den letzten Jahren haben Turniere mit kleinem Buy-In und großem , garantierten Preispool für die höchsten Teilnehmerzahlen gesorgt, da ist es nur logisch, dass die WSOP solche Events nun auch vermehrt in ihren Turnierplan aufnimmt.

Allerdings müssen die Verantwortlichen dabei sehr vorsichtig sein, denn riesige Starterfelder und schnelle Strukturen erhöhen den Glücksfaktor enorm.

Nur, wenn es der WSOP gelingt auch bei den Events mit niedrigen Buy-Ins gut spielbare Deepstack-Strukturen anzubieten kann man verhindern, dass sich diese Turniere in Lotterien verwandeln, und nur dann wird der Wert des Bracelets in Zukunft erhalten bleiben.“

Lars Liedtke, PokerZeit/PokerListings Germany

“Diese Turniere sind auf jeden Fall gut für die WSOP. Gerade aus marketingtechnischer Sicht machen sie sehr viel Sinn und man wird in Zukunft auf jeden Fall davon profitieren.

Colossus Carousel 1 2
Sind Massenevents wie das Colossus mit 22.374 Spieler gut für die Zukunft der WSOP?

Solche Events bringen nicht nur neue Spieler zur WSOP, sondern sorgen gleichzeitig auch für eine höhere Beteiligung bei den anderen Turnieren.“  

Denni Balic, PokerListings Sweden

“Diese Turniere sind gut für die WSOP, da sie diese einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich macht. Man muss kein Pro mehr sein, um am größten Pokerturnier des Jahres teilzunehmen. Das Buy-In von $565 kann sich fast jeder leisten, und die Teilnehmer können echte WSOP-Luft schnuppern und um einen riesigen Preispool spielen, ohne dabei einen Großteil ihrer Bankroll investieren zu müssen.

Deshalb sehe ich mehr Vor- als Nachteile für die Pokercommunity. Dass das Niveau wohl deutlich niedriger als bei anderen Events ist, sehe ich ebenfalls nicht als Problem, da die Pros ja genügend andere Turniere zur Auswahl haben.“

Esther Amores, PokerListings Spain

“In diesem Jahr gibt es bei der WSOP 23 No-Limit Hold'em Turniere mit Buy-Ins von $1.500 oder weniger, was knapp einem Drittel aller Events entspricht. 

Diese Turniere locken die Massen ins Rio, und sind für viele der einzige Grund zur WSOP zu fahren. Low-Buy-In-Turniere waren in den letzten Jahren überaus erfolgreich, und es ist daher sehr wahrscheinlich, dass es in der Zukunft noch mehr Low Budget Turniere bei der WSOP geben wird.“

Arved Klöhn, PokerOlymp.com

“Turniere mit riesigen Feldern und kleinen Buy-ins sind nicht gut für die WSOP. Die World Series of Poker steht für Poker auf höchstem Niveau und ist so etwas wie die Weltmeisterschaft beim Fußball. Um hier dabei sein zu dürfen, sollte man also schon etwas leisten.

Sonst wäre das ungefähr vergleichbar damit, wenn alle 194 Länder dieser Erde bei der Fußball-WM dabei wären. Das Colossus ist eine gute Idee, sollte aber eigenständig und nicht Teil der WSOP sein.”

Artur Kurvits, PokerListings Russia

"Meiner Meinung nach ist es sehr gut solche Turniere bei einer Poker-Weltmeisterschaft zu haben. Nur eine so erfahrene und kompetente Organisation wie die WSOP kann Events mit so großen Felder wie beim Colossus, was alles andere als einfach ist, vernünftig über die Bühne bringen.

WSOP 2015 Bracelet
Kann das Prestige der WSOP und der Wert des Bracelets bei der Flut an Low Buy-In Events aufrechterhalten werden?

Außerdem ist es spannend zu sehen, wie sich Amateure gegen professionelle Pokerspieler schlagen. Darüber hinaus sind solche Turniere für Onlinespieler, die es gewohnt sind MTTs mit großen Teilnehmerfeldern zu spielen, überaus interessant.

Francesco Esposito, PokerListings Italy

“Es ist mir ein Rätsel, wie sich jemand über einen Pokermeilenstein wie das Colossus beschweren konnte.

Wenn man eine Tages auf diesen Event zurückschauen wird, dann erinnert man sich sicher nicht mehr an die Gewinnsumme, sondern daran, dass über 22.000 Spieler dabei waren.

Zahllose Spieler kamen aus der ganzen Welt, weil es endlich ein Turnier bei der World Series gab, dass sie sich leisten konnten.

Noch nie war die WSOP so attraktiv wie in diesem Jahr. Und wenn man Spieler aller Klassen nach Vegas locken möchte, dann muss man ihnen auch die komplette Bandbreite an Buy-Ins anbieten.“

Dirk Oetzmann, PokerListings Europe

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