Sieben „Steps" zum Main Event

Jamie Gold

Die World Series of Poker steht vor der Tür, und wenn Sie noch nicht versucht haben, sich zu qualifizieren, dann wird es jetzt langsam Zeit. Eine überlegenswerte Alternative sind so genannte „Steps"-Turniere.

Steps sind im Grunde  eine Reihe von Sit-and-Go-Turnieren. Man muss sich durch mehrere Stufen arbeiten und kann am Ende ein Preispaket für das WSOP Main Event gewinnen.

Wer nicht durch die ganze Knochenmühle arbeiten will, kann sich auch auf jeder Stufe direkt einkaufen.

Steps-Turniere sind online wahrscheinlich der sicherste Weg ins Main Event. Nehmen wir als Beispiel das WSOP Steps-Programm von Full Tilt Poker.

Das Full Tilt Poker Steps System:

Step 1, $3,30: Platz 1 und 2 steigen in Step 2 auf, die Plätze 3-5 erhalten eine zweite Chance auf Stufe 1, die anderen Spieler gehen leer aus.

Step 2, $8,70: Platz 1 und 2 steigen in Step 3 auf, Platz 3 und 4 bleiben auf Stufe 2, Platz 5 erhält ein Step 1 Ticket.

Step 3, $26: Platz 1 und 2 steigen in Step 4 auf, Platz 3 und 4 bleiben auf Step 3, Platz 5 wird auf Step 2 heruntergestuft und die Plätze 6 und 7 werden auf Step 1 zurückgestuft.

Step 4, $75: Platz 1 und 2 steigen auf Step 5 auf, Platz 3 und 4 bleiben auf Stufe 4, die Plätze 5 und 6 müssen zurück auf Stufe 3.

Stufe 5, $216: Platz 1 und 2 steigen auf Step 6 auf, Platz 3 und 4 bleiben auf Stufe 5, die Plätze 5 und 6 müssen zurück auf Stufe 4.

Stufe 6, $640: Platz 1 und 2 steigen auf Step 7 auf, Platz 3 bleibt auf Stufe 6, die Plätze 4 und 5 müssen zurück auf Stufe 5, die Plätze 6 und 7 müssen zurück auf Stufe 4.

Stufe 7, $2100: Platz 1 gewinnt ein $12k WSOP Main Event Paket, die Plätze 2 und 3 bleiben auf Stufe 7, die Plätze 4-6 gehen zurück auf Stufe 6.

Chris Moneymaker
Sie können der nächste Chris Moneymaker sein.

Die optimale Steps-Strategie

Die Steps-Turniere unterliegen einem besonderen System. Um erfolgreich zu sein, muss man daher eine besondere Strategie anwenden.

Zunächst muss man natürlich mit den Grundlagen der Sit-and-Go-Strategie vertraut sein. Also spielt man anfangs eher tight und vermeidet Konfrontationen. Wenn die Blinds steigen, vergrößert man die eigene Range und spielt immer variabler.

Wenn Sie sich in SnG-Turnieren nicht wohl fühlen, können die Steps zum Problem werden. Wenn MTT eher Ihre Sache sind, sollten Sie sich vielleicht lieber an die $620 Qualifier halten.

Der Schlüssel zum Erfolg liegt beim SnG-Format in der Aggressivität. Wie in der Liste oben zu sehen ist, gibt es an einem einzigen Tisch bis zu vier Bubbles. Man muss also genau darauf achten, wie viele Spieler noch am Tisch sind und wie sie sich in den verschiedenen Bubble-Situationen verhalten.

Es ist ganz normal, dass Spieler auf der Bubble zunehmend tighter spielen. Auf der ersten Bubble geht es vor allem darum, nicht mit leeren Händen dazustehen. Auf der zweiten wollen sie mindestens auf dieser Stufe bleiben. Und auf der letzten Bubbel geht es darum, nicht derjenige zu sein, der nicht weiterkommt.

Aufgrund dieser Dynamik sind die Steps perfekt zum Stehlen der Blinds geeignet. Wenn die anderen Spieler tighter werden, sollte man selbst „aufmachen" und dies ausnutzen. Es gilt, häufig zu stehlen.

Ein Beispiel

Es sollte möglich sein, diese Turniere erfolgreich zu bestreiten, unabhängig davon, ob man Karten bekommt oder nicht, indem man einfach die entscheidenden Situationen erkennt. Ein Beispiel für einen guten Steal-Versuch, für den man nicht einmal eine gute Hand braucht:

Dario Minieri
Wer durch die Stufen kommen will, muss so aggressiv spielen wie Dario Minieri.

Sie sitzen in einem Turnier der Stufe 4. Fünf Spieler sind noch am Tisch. Die Blinds liegen bei $250/$500 bei $25 Ante.Der Spieler UTG hat noch 600 Chips und foldet. Sie sind am Button der Nächste. Sie halten $4800. Ihre Hand: nebensächlich. Der Small Blind hat $3200 und der Big Blind $2900.

In dieser Situation sollte man mit praktisch jeder Hand all-in gehen. Die BLinds wissen, dass der UTG-Spieler in der nächsten Hand praktisch ausgeblindet wird. Deshalb werden sie nicht bezahlen, wenn sie nicht gerade ein Monster halten.

Die Blinds werden daher vermutlich nur mit AA, KK, QQ, und vielleicht AK bezahlen. Sie wollen kein Ausscheiden riskieren, wenn am Tisch noch ein extrem kleiner Stack sitzt, der außerdem gleich in die Blinds kommt. Situationen wie diese ermöglichen, die eigene Position komplett auszuspielen.

Das funktioniert auch für Re-Steals. Wenn man einen Spieler am Tisch hat, der sehr viel erhöht, kann man Re-Steals ansetzen, wenn man weiß, dass der andere wegen des kleinen Stacks am Tisch nicht bezahlen kann. Dadurch entsteht viel frei verfügbares Geld auf dem Tisch.

Aggressivität: ein zweischneidiges Schwert

Das Ziel ist, in die nächste Runde zu kommen. Dafür muss man Spieler ausschalten. Es macht keinen Sinn, im Rahmen des Steps-Format in einen Side Pot zu betten, wenn man diesen nicht sicher hat.

Man will die kleinen Stacks vom Tisch nehmen, also ist es Unsinn, in einer solchen Situation zu bluffen. Besser ist in einer Situation, in der ein Small Stack all-in geht und man selbst sowie ein weiterer Spiele involviert sind, das Board durchzuchecken und zu hoffen, dass der Spieler mit dem kleinen Stack eliminiert wird - es sei denn, man hat eine Premium Hand.

Chris Ferguson
Full Tilt ist eine der besten Adressen für die Qualifikation zur WSOP.

Spielen Sie aggressiv, aber klug. Hat man einen schönen Stack zusammen und sieht, wie ein anderer Spieler ständig den Shortstack angreift, gibt es keinen Grund, sich mit ihm anzulegen. Vielmehr wartet man einfach ab, bis dieser den Shortstack erledigt hat und bucht sein Ticket zur nächsten Stufe.

Das ist allerdings eher die Ausnahme. Meistens ist es so, dass man selbst der Aggressor sein muss.

Allgemein gilt, dass man mindestens zehn Tickets für die nächste Stufe haben sollte, bevor man tatsächlich den Sprung macht. Der Grund liegt darin, dass man bei Anwendung der optimalen Strategie relativ häufig all-in geht. Man benötigt also gewisse Rücklagen, um nicht mit scared money zu spielen.

Wenn man sich letztendlich durchsetzen kann, dann dank des aggressiven Spielstils. Genau dieser Stil katapultiert einen aber auch aus so manchem Turnier. Er ist also ein zweischneidiges Schwert, und deshalb sollte man ein paar Tickets in petto haben, unabhängig davon, auf welchem Level man sich gerade befindet.

Sollten Sie schon ein Winning SnG-Player sein und eine Bankroll haben, die Ihnen erlaubt, relativ weit oben einzusteigen, dann sollten Sie das natürlich auch tun.

Wie gesagt, Steps-Turniere sind wahrscheinlich der beste Weg, um sich online ein Ticket zu erspielen. Achten Sie auf die Bubbles und das Verhalten der anderen Spieler, und nutzen Sie ängstliches Spiel aus.

Das ist das Geheimnis der Steps. Wenden Sie diese Strategie an, und Ihre Chancen auf einen Platz im Main Event steigen beträchtlich.

Anmerkung: Wenn Sie nach einer Alternative suchen, informieren Sie sich über unser WSOP-Sonderprogramm mit WSOP Freerolls.

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