Sheldon Adelson – Glücksspielmogul vom rechten Rand

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Sheldon Adelson, Photo: Wikipedia.

Er lässt Gesetze ändern und bezahlt ganze Inselvölker. Wie einer der reichsten Männer der Welt Milliarden investiert, um in Fernost und in Spanien Casinos zu bauen, als wären es Spielplätze.

Sheldon Adelson ist eine schillernde Figur, dabei kommt er aus kleinen Verhältnissen. Seine Eltern – ukrainische Mutter, litauischer Vater – wanderten noch zu Zeiten des Russischen Reichs in die Vereinigten Saaten aus. Adelson selbst wurde in Boston geboren und verdiente seine ersten Dollar als Zeitungsausträger. Sein Vermögen machte Adeslson in Las Vegas, wo ihm seit 1988 u. A. die Sands-Gruppe gehört.

2004 eröffnete er das „Sands Macau“, das erste Casino in China, das im Stil eines Vegas-Casinos daherkam. Im August 2007 folgte das Venetian Macau in Singapur.

Adelson wird vom Forbes-Magazine an Nr. 14 der reichsten Männer der Welt geführt, sein Vermögen wird auf 25 Milliarden Dollar geschätzt.

Politisch findet sich Adelson am rechten Rand wieder. In diesem Jahr spendete er $10 Mio. für den Kandidaten Newt Gingrich, hauptsächlich weil er mit dessen These übereinstimmte, die Palästinenser seien „ein erfundenes Volk“.

Macau
Megaprojekt - zwölf Hotels und sechs Casinos.

Wenn Adelson etwas nicht gefällt, scheut er keine (Geld-)Mittel, um etwas dagegen zu unternehmen. Weil ihm z. B. die israelische Medienlandschaft als zu weit links erschien, gründete er eine eigene Zeitung. Die „Israel Hayom“ wird gratis verteilt und ist heute mit einem Leseranteil von 35% die meistgelesene Zeitung in Israel.

Neue Casinos in Taiwan und Spanien

Zu seinen neuen Projekten gehört der Bau eines Mega-Casinos auf der Insel Matsu. Das bisher für seine wunderschöne, unberührte Natur bekannte Eiland liegt strategisch günstig zwischen China und Taiwan. Im Einzugsgebiet leben 63 Millionen Menschen.

Gemeinsam mit Investoren wie Bill Weidner will Adelson zwei Milliarden US-Dollar in die Hand zunehmen, um auf dem verschlafenen Archipel um Matsu einen Megakomplex zu errichten. Statt der bisherigen 100.000 sollen dann 4,5 Mio. Besucher pro Jahr auf die Insel kommen.

Nicht nur per Flugzeug, auch per Auto. Die chinesische Küste ist nur 16 km entfernt, deshalb wurden 400 Mio. Dollar für den Bau einer Brücke zum Festland beiseite gelegt.

Umweltschützer protestieren, sind aber chancenlos, denn Adelson und Weidner überschwemmen die Insel einfach mit ihrem Geld. Sie bieten jedem Bewohner der Insel über 2600 Dollar – pro Monat! Geld überzeugt: Bei einer Abstimmung stimmten 57% der Inselbewohner für das Projekt.

Und jetzt also Spanien. Das „Euro-Vegas“ wird seit 2010 geplant. Sechs Städte hatten sich als Bauherren beworben, ins Stechen kamen am Ende Madrid und Barcelona.

Adelsons Einfluss ist so groß, dass die katalanische Regierung sogar Gesetze ändern wollte, um den Bau von Euro-Vegas zu ermöglichen. Abgeordnete flogen bereits zu Sondierungsgesprächen nach Las Vegas.

protest in spanien
Protest in Spanien - die Rezession ist das stärkere Argument.

Erst als Adelson vorschlug, den Flughafen El Prat zu verlegen und ein Fußballstadion abreißen zu lassen, weil das geplante Casino nicht in Flughafennähe gebaut werden durfte, ging er den Katalanen zu weit. Sie wiesen den Vorschlag ab, und Adelson wandte sich Madrid zu.

Dort soll nun ein Komplex entstehen, wie er in Europa einzigartig sein wird. Nach letztem Stand werden zwölf Hotels und sechs Casinos entstehen, mit 36.000 Zimmern, 18.000 Slot-Maschinen und über 1000 Roulette-Tischen, außerdem ein Sportstadion und drei Golfplätze.

Anvisiert werden zehn Millionen Besucher pro Jahr. Kosten für das Projekt: ca. 20 Milliarden Dollar.

Auf der anderen Seite erwartet Spanien, das eine der höchsten Arbeitslosenraten Europas aufweist, 250.000 Arbeitsplätze. In der momentanen Situation Spaniens eine Aussicht, die alle Nachteile aufwiegt.

Anwohner und Anti-Glücksspiel-Aktivisten wehren sich bereits nach Kräften, doch die Rezession ist wohl das stärkere Argument.

Die Madrilenen fühlen sich den Sachzwängen verpflichtet, aber wen sie sich da ins Haus geholt haben, bekommen sie bereits zu spüren. Schon versucht Adelson, lokale Rauchverbote aufheben zu lassen und die Einreisemöglichkeiten für ausländische Arbeiter zu erleichtern.

Euro-Vegas wird also gebaut. Ein genauer Zeitplan liegt noch nicht vor, aber nach heutiger Schätzung könnten die ersten Einrichtungen schon im Jahr 2016 öffnen. Endgültig fertiggestellt wäre das Projekt dann wahrscheinlich im Jahr 2025.

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