Sergej Barbarez bei der EPT Prag - „Der erste Schuss muss sitzen“

Sergej Barbarez

Der beliebte Ex-Fußballprofi Sergej Barbarez über sein Verhältnis zu Turnierpoker, seine Zukunft als Trainer und die noch immer aktiven Verbindungen zu „seinem“ HSV.

Zehn Jahre ist es jetzt her, dass Sergej Barbarez 2001 Torschützenkönig der Fußball-Bundesliga wurde und so den HSV fast im Alleingang vor dem Abstieg rettete. In dieser Zeit entstand der Mythos um den Bosnier, der ihn bis heute eng mit dem Nordlicht der Bundesliga verbindet. Noch immer ist Barbarez bei praktisch jedem Heimspiel im Stadion.

Seine Karriere beendete Barbarez 2008 bei Bayer 04 Leverkusen. Damals kam er auch erstmals mit Poker in Kontakt. Everest Poker wurde Partner des Fußballclubs und nahm Barbarez nach dessen Karriereende eine Zeitlang unter Vertrag.

Inzwischen ist Sergej Barbarez auf eigene Faust unterwegs, wenn es um Pokerturniere geht. Das hat den Vorteil, dass er keinen Verpflichtungen unterliegt.

„Ich spiele nicht viele Turniere, aber dafür nur solche mit hohem Buy-in. Zuletzt war ich im April bei der EPT Berlin, und jetzt spiele ich hier den Main Event. Ich kaufe mich aber nicht ein, sondern qualifiziere mich grundsätzlich über Satellites.“

Es ist vor allem die geistige Herausforderung, die den früheren Fußballer reizt. "Poker bedeutet, dass man stundenlang auf einem Platz sitzen und sich konzentreren muss. Das ist ziemlich anspruchsvoll, und diese Situation suche ich immer wieder gern."

Hätte das mit dem Satellite nicht geklappt, wäre es ihm in Prag aber auch nicht  langweilig geworden.

Sergej Barbarez
Wenige, aber große Turniere - Sergej Barbarez.
„Ich bin mit ein paar Freunden hier. Es macht ja auch Spaß, eine kurze Pause von der Familie zu machen. Außerdem ist Prag nicht so weit weg von Hamburg. Also setzen wir uns ins Auto, mieten uns hier in ein Hotel ein und haben so oder so ein paar schöne Tage.“

Von den Cash Games lässt Barbarez grundsätzlich die Finger. Als reiner Turnierspieler fühlt er sich den Gegnern im Main Event gewachsen, bei den High Stakes Cash Games sieht es dagegen anders aus.

Seine Zukunft sieht Barbarez aber weniger als Pokerprofi, sondern eher wieder im Fußball. Barbarez hat die zweieinhalbjährige Ausbildung zum Trainer längst abgeschlossen und wartet nun auf seine Chance.

„Die Sache ist die: In Deutschland wird man nur Trainer, wenn man Beziehungen hat. Ob man gut ist oder nicht, ist anfangs nicht so wichtig. Beziehungen sind alles.“

Als der HSV kürzlich auf Trainersuche war (und schließlich Thorsten Fink fand), gehörte Barbarez, der nach seiner aktiven Karriere fast zwei Jahre im Aufsichtsrat des Vereins saß, zum Kandidatenkreis. „Wir haben Gespräche geführt, aber es war nichts Konkretes.“

Seine erste Trainerstation wird sich  Barbarez sorgfältig aussuchen. „Ich warte lieber etwas länger, damit ich auch etwas finde, das zu mir passt. Der erste Schuss muss sitzen. Sonst wird es schwierig.“

Auch wenn Sergej Barbarez bald seine zweite Karriere einschlägt, wird er poker auch in Zukunft verbunden bleiben. An Tag 1B erlebte er einige Swings und stand zur Mitte des Turniertages leicht unter Startstack.

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