Sechstes Bracelet für Phil Ivey

Phil Ivey

In Event Nr. 8, $2500 2-7 No Limit Lowball waren 147 Spieler angetreten. Während Tony G. zum zweiten Mal den Finaltisch knapp verfehlte sicherte sich Phil Ivey ein Preisgeld in Höhe von 10.096.361,- Dollar. Hört sich irgendwie nach zuviel an?

Für die, die sich mit der merkwürdigen, aber nicht sehr komplexen Disziplin nicht auskennen, sei es kurz gesagt: Bei der Five Card Draw Variante  2-7 Lowball gewinnt die „schlechteste" Hand. Allerdings zählen Straights und Flushes gegen den Spieler, und Asse sind grundsätzlich hoch. Die „Nuts" sind also 7-5-4-3-2 Rainbow, und die Prfis sprechen gerne vom „gambliest of all games", also dem Spiel, in dem es wie in keinem anderen um Risikobereitschaft und eben doch Glück geht, um diese Phrase mal näherungsweise zu übersetzen.

Da dieses Spiel in Casinos nicht allzu häufig anzutreffen ist, selbst in Doyle's Room findet sich nur ab und zu ein Tisch, sind die Teilnehmerfelder in dieser Disziplin traditionell eher klein. Dafür jedoch äußerst exklusiv: Freddy Deeb, „Player of the Year" Erick Lindgren, Vanessa Rousso, Barry Greenstein und Layne Flack waren u. A. dabei.

Am Ende musste sich Ivey mit Yan Chen und im Heads-up schließlich mit John Monette auseinandersetzen. Über drei Stunden dauerte die finale Auseinandersetzung. Gegen Ende der Partie wurden beide Spieler zunehmend aggressiver, und es gab reihenweise open three bets zu sehen. Schließlich erhöhte Monette ein weiteres Mal, Ivey ging all-in und Monette entschloss sich zum Call.

John Monnette
-up John Monette.

Monette zeigte 9-7-5-2 und lag damit gegen 7-6-4-2 von Full Tilt Pro Ivey zurück. Monette zog als erster und erhielt eine 7, so ziemlich die schlimmste Karte für ihn, denn damit war er bereits drawing dead. Ivey erhielt zum guten Schluss noch eine 5 und gewann damit das Turnier mit den Second Nuts.

Ivey verhielt sich danach so, wie man es von ihm gewohnt ist. Mit seinem überschäumenden Temperament rannte jubelnd durch den Saal, küsste übermütig herumstehende Fans und gab zahlreiche Interviews... Haben Sie den Hauch von Ironie bemerkt? Ivey verschwand natürlich blitzartig, kaum dass er seinem Gegner die Hand gereicht hatte.

10.000.000 Dollar soll Ivey angeblich in Side Bets mit Daniel Negreanu, Ted Forrest und Doyle Brunson darauf gesetzt haben, dass er bei der WSOP 2009 mindestens en weiteres Bracelet gewinnt. Was dem Hobbyspieler als Fantasiesumme erscheint, ist unter den wettwütigen Pokerprofis eine Normalität. Man denke nur an Tom Dwans Million Dollar Challenge oder an Johnny Moss, der schon in den 70er Jahren um Hunderttausende Dollar Golf spielte. Ivey könnte seine Siegprämie von $93.361 damit jedenfalls verhundertfacht haben. Zumindest vorerst, denn es bleibt abzuwarten, ob Negreanu, Brunson oder Forrest sich nicht auch noch mit weiteren Armbändern schmücken.

 

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