The Hand

Die Tücken der Technik

Von: PokerListings.de
02 Dezember 2012
Geposted in: The Hand
rfid scrabble

Beim Prager Mind Sports Festival wurde erstmals ein vollelektronischer Scrabble-Automat eingesetzt. Sind solche Geräte zukunftsträchtig?

Es war eine Weltpremiere, und sie erregte genug Aufsehen, um die internationale Presse anzulocken.

Im Rahmen des Mind Sports Festival, das in diesem Jahr erstmals in Prag ausgetragen wird, stellten die Organisatoren den neuen RFID-Tisch vor. Seine Funktion: Scrabble-Spielsteine erkennen, Punkte berechnen und den Spielstand ansagen.

RFID steht für „radio-frequency identification“. Mittels in die Spielsteine integrierter Chips warden die Positionen der einzelnen Steine über Funk vermittelt, sodass die Software daraus ein digitales Bild der jeweiligen Stellung und der einzelnen Wortwerte ermitteln kann.

Die Reaktionen der Spieler reichten von amüsiert bis fasziniert. Irgendwie ist es eben eine merkwürdige Vorstellung, dass ein so alteingesessenes Spiel aus der Analog-Ära auf diese Weise in das 21. Jhdt. geschossen werden soll.

Dabei ist das Spiel offenbar nicht kleinzukriegen. Die grüne Schachtel, die schon bei den Großeltern im Schrank lag, lockt auch heute noch ausreichend neue Spieler an, dass sogar Meisterschaften bis hin zur Weltmeisterschaft ausgespielt werden.

scrabble turnier
Die Hand-hoch-Methode.
 

Ein ganz ähnliches Gerät, dass sich derselben Technologie bedient, ist seit einiger Zeit auch für Poker verfügbar. Es ist stellt praktisch die nächste Generation des Kameratisches dar, nur dass hier gar keine Kameras mehr notwendig sind.

Der Tisch ist von einem „normalen“ nicht mehr zu unterscheiden, aber trotzdem in der Lage, sowohl die Karten als auch die gesetzten Chips zu erkennen. Schwierig wird das höchstens manchmal bei großen Mengen oder stapelweise gesetzten Chips.

Immerhin sind die Geräte gut genug, dass sie inzwischen z. B. bei der WPT eingesetzt werden.

Für den Hausgebrauch sind solche Geräte natürlich zu teuer.

Der RFID-Scrabbleautomat kostete mehr als 20.000 Pfund. Ein Prototyp, natürlich, aber in großen Stückzahlen wird das Gerät sicher nie hergestellt.

Trotzdem muss man den Versuch, Scrabble zu modernisieren, anerkennen. Das Durchsetzungsvermögen der neuen Technologie ist jedoch fraglich, denn Scrabble-Spieler sind in der Tiefe ihrer Seele Puristen.

Natürlich wäre es für die Software ein Leichtes, auch die einzelnen, neu gezogenen Spielsteine per Zufallsgenerator zu ermitteln, aber da verlassen sich die Spieler lieber auf die alte Hand-über-dem-Kopf-Methode.

Überhaupt kennen die Scrabble-Fanatiker beim Ziehen der Steinen keinen Spaß: Als bei der Weltmeisterschaft 2011 am Ende einer Partie ein „G“ verloren ging, forderte der Unterlegene offiziell eine Leibesvisitation des Gegners.

Die Forderung wurde abgelehnt.

 

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