Schwarzer Freitag: The Show goes on

Greg

FT.com und PS.com wieder am Netz. Was Patentanwalt Greg Raymer über die jüngsten Entwicklungen denkt, warum die PPA-Brief-Kampagne für Wicked Chops Poker lächerlich ist, wie Daniel Negreanu in Vegas verzweifelt nach Live-Action sucht und warum die Lizenzen von Absolute Poker und PokerStars sicher sind.

FT.com und PS.com wieder am Netz

Die .com-Seiten der beiden größten Pokeranbieter werden wieder freigeschaltet, damit die Auszahlungen vor allem an die Kunden von Full Tilt vereinfacht werden. Derzeit erleben beide Anbieter einen starken Anstieg der Auszahlungsaufträge. Full Tilt hat inzwischen eine Meldung herausgegeben, nach der die Auszahlungen "innerhalb der nächsten 24-72h wieder normal funktionieren" sollen.

Patentanwalt Raymer äußert sich zum Schwarzen Freitag

Greg Raymer und PokerStars gehen ja seit Anfang Februar (PokerZeit berichtete) bekanntlich getrennte Wege. Trotzdem hat sich der Poker-Weltmeister von 2004 nun zum Schwarzen Freitag zu Wort gemeldet. Und weil der Fossilman vor seiner Karriere als Patentanwalt arbeitete, dürfte sein Wort unter den aktiven Spielern wohl einiges Gewicht haben: „Ich glaube nicht, dass Online Poker nach den Bundesgesetzen illegal ist. Der Staat Washington hat ein eigenes Gesetz und New York ebenfalls. Bekannte von mir, die davon noch deutlich mehr verstehen, als ich, sagen selbst bezüglich dieser Gesetze, dass es schwer werden dürfte, die Anklage aufrechtzuerhalten“ so Raymer.

Dann wird der Jurist allerdings ein wenig schwammig in der Analyse: „Das Ganze scheint eine pure Verschwendung von Steuergeldern zu sein. Das Department of Justice und das FBI haben wahrscheinlich tausende Arbeitsstunden und Millionen von Dollar für eine Anklage investiert, die am Ende nicht zu halten ist. Es hätte wohl andere Dinge in unserem Land gegeben, wo man das Böse deutlich wirkungsvoller hätte bekämpfen können."

Wicked Chops Poker hält PPA Kampagne für lächerlich

Einen ganz anderen Ton schlägt da die bekannte Poker News (und Pinup Girl) Seite Wicked Chops Poker an. In ihrem Leitartikel von heute kritisiert sie die Poker Players Allianz dafür immer noch nicht anzuerkennen, dass von den betroffenen Firmen wie PokerStars oder Full Tilt möglicherweise massiv bestehende US-Gesetze gebrochen worden sind. Es sei völlig lächerlich auf Dingen wie dem Erhalt der persönlichen Freiheit und der Grundrecht herumzuhacken, wenn es um die Aufklärung von Wirtschaftsverbrechen geht. Die PPA hatte seine Mitglieder dazu aufgefordert Briefe an das Department of Justice und das FBI zu schicken, um ihren Protest gegen die jüngsten Aktivitäten Ausdruck zu verleihen.

Negreanu schweigt und versucht sich in Live Partien

PokerStars Pro Daniel Negreanu darf sich laut eigener Aussage zwar immer noch nicht zu den Hintergründen des schwarzen Freitag melden, hat aber trotzdem einen interessanten Blog über seine aktuellen Poker-Aktivitäten hinterlassen:

„Ich habe mit Sam Farha, Sam Stein und BenB versucht ein Live-Game im Aria zustandezubekommen. $50-$100 NLH/PLO aber es wollte einfach keine Action aufkommen. Gleich nachdem meine Seite dicht war, entschied ich nun sechsmal die Woche ins Aria zum Live-Poker zu gehen. Ich hatte mit wirklich mehr Action gerechnet. Ich hab wirklich große Lust Poker zu spielen, aber eben nicht lumpige zwölf Hände in einer Stunde.”

Kollege Jeff Madsen hingegen bewahrte seinen Humor als er schrieb: „Ich bereite mich auf Live-Poker vor und das ist wirklich zum Kotzen. Ich muss meinen Arsch aus der Couch bekommen, um Geld zu verlieren.”

Lizenzen und Geld von Absolute Poker und PokerStars sind sicher

Die Kahnawake Gaming Commission (“KGC”) im Bundesstaat Conneticut und die Isle of Man Gambling Supervision Commission auf der Isle of Man haben unisono bestätigt, dass die Lizenzen und damit auch die Spielerkonten von Absolute Poker (Kahnawake) und PokerStars (Isle of Man) sicher sein. Die Lizengebende Crown Dependency von Großbritannien gab bekannt: „Wir diskutieren gerade intensiv über unsere weitere Zusammenarbeit mit PokerStars. Unabhängig davon können wir aber bestätigen, dass trotz der Ermittlungen von US-Behörden der Lizenzstatus von PokerStars unverändert ist und wir dafür garantieren, dass die jeder Spieler, der bei PS sein Geld auscashen möchte, dass auch im gewünschten Umfang tun  kann.“

Netteller und Moneybookers nicht von US-Anklage betroffen

NETELLER und Moneybookers haben in offiziellen Erklärungen bekannt gegeben, dass sie nicht direkt von den Anklagen in den USA betroffen sind, es allerdings beim Transfer von Geld zu Verzögerungen kommen kann. Die englischen original Statements lauten folgendermaßen:

NETELLER

Events in the US over recent days have accelerated withdrawals from a small number of poker sites which may introduce payment delays from their systems into your NETELLER account. We have been assured by Pokerstars, Full Tilt Poker and AP/UB that these are process delays which will be resolved by them within the next few days.

 

Moneybookers

Moneybookers is not part of this investigation and have not been approached by any authority. As a general principal we never process transactions for online gambling purposes for US citizens including poker. Pay-ins and pay-outs through us are unaffected by recent developments in the US. Any delays to pay-outs will originate from the site operator not Moneybookers.

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