Nach dem Schwarzen Freitag

boersechicago

Auswirkungen auf Live und Online-Events, Traffic, Promotionen, Börse und Fernsehen.

1. Online High Stakes

Dass die High Stakes Szene unter den Vorgängen vom Wochenende leiden würde, war zu erwarten. Vor allem bei Full Tilt wurde von der Entwicklung hart getroffen. Hier finden die meisten High Stakes Partien statt, und ein Großteil der Spieler stammt eben aus den USA.

Am Wochenende waren zunächst noch vereinzelt amerikanische Spieler bei Full Tilt zu finden. Ben „Sauce123“ Sulsky, Josh Arieh und Matt Hawrilenko waren anfangs noch an den Tischen, aber schon am Sonntag hatte sich das Bild grundlegend gewandelt.

Dominiert wurden die Tische von Europäern: Gus Hansen, Patrik Antonius, „Kagome Kagome“ u. A. lieferten sich die höchsten Partien, während die amerikanischen Superstars wie Tom Dwan, Phil Ivey oder Phil Galfond abwesend waren. Dasselbe gilt auch für die Cardrunners Coaches wie Brian Hastings.

Die Skandinavier machten am Wochenende höchst unterschiedliche Erfahrungen: Während Gus Hansen wieder in der Erfolgsspur fährt und satte $700k einfahren konnte, musste Patrik Antonius die größten Verluste aller High Staker hinnehmen.

Bisher gibt es noch keine Informationen darüber, was mit den laufenden großen Challenges geschehen wird. Full Tilt äußert sich noch nicht über die beiden durrrr-Challenges, und PokerStars hat zu Viktor Bloms Superstar Showdown ebenfalls noch keine Stellungnahme abgegeben.

2. Sunday Majors, Online-Events

Schnell reagiert haben die großen Pokerräume, wo es um potenzielle Kosten ging. Die Sunday Million ist nun wieder die Sunday Million, Warm-up und Second Chance wurden ebenfalls heruntergesetzt. Full Tilts hat die FTOPS Preispools gekürzt, und die SCOOP-Website von PokerStars ist nicht erreichbar.

Dagegen knallen bei den kleineren Anbietern, die von den Vorgängen des Wochenendes nicht betroffen sind, ausgelassene Stimmung. Davon zeugen zahlreiche Promotionen, Bonuserhöhungen und Sonderturniere.

3. Live Events

Die WSOP wird einen deutlichen Rückgang der Spielerzahlen erleben. Zu groß ist der Anteil der Spieler geworden, die sich online vor allem für den Main Event qualifizieren. Natürlich könnte man argumentieren, dass die über 50 anderen Events davon ja fast gar nicht betroffen sind, aber der Main Event ist nunmal ein Gradmesser für die WSOP. Ein Absacken der Spielerzahlen dort wird sich auf die gesamte Turnierserie auswirken, auch wenn der Main Event erst am Ende der World Series angesetzt ist.

Der Onyx-Cup von Full Tilt ist bereits abgesagt. Die GSOP live, EPT und CAPT bleiben ohne größere Folgeschäden. Sie werden hauptsächlich von Europäern gespielt – das gilt mit Abstrichen auch für die EPT -, und für die CAPT können sich sowieso nur in Österreich lebende Spieler online qualifizieren. Die GSOP gehört Ongame und wird von der Entwicklung eher nicht betroffen.

4. Online Traffic

Rückgänge: PokerStars -23%, Full Tilt -48%, Cereus -39%

Zuwächse: Cake Poker +19%, PKR 21%, Bodog 26%

888poker, PartyPoker/bwin befinden sich seit Monaten im Aufwärtstrend. Sie verzeichneten in den letzten Tagen Zunahmen um 5-10%.

5. Kosten

Das amerikanische Justizministerium beziffert Schadenssummen für die drei Beklagten auf 500 Millionen Dollar für das Cereus-Netzwerk, eine Milliarde Dollar für Full Tilt und 1,5 Milliarden für PokerStars.

Die insgesamt elf Angeklagten müssen sich Vorwürfen erwehren, die mit zwischen 5 und 35 Jahren Haft bestraft werden können.

6. Promotionen

Die „Zweite Liga“ rückt nach und macht den Spielern gerade außerhalb der Vereinigten Staaten zahlreiche neue Angebote. Eine genauere Auflistung folgt in Kürze an dieser Stelle.

7. Fernsehen

ESPN hat die Berichterstattung über die NAPT gestoppt.

Die Ausstrahlung von Poker after Dark und High Stakes Poker wird derzeit diskutiert. Möglicherweise werden die Serien kurzfristig aus dem Programm genommen.

Die Episode der Heads-up Championship, die am Sonntag auf NBC lief, wurde nicht geschnitten. Alle Team-Profis hatten sichtbar die Embleme von PokerStars bzw. Full Tilt auf ihrer Kleidung.

8. Börse

Die Aktienwerte von bwin.com und PartyGaming stiegen gestern um je über 30% an. 888Holdings gewann 20%, Playtech/iPoker 11%.

Die Mehrheit der Unternehmen, die sich 2006 dem UIGEA beugten, verzeichnen nun deutliche Gewinne. Vielleicht zahlt es sich ja z. B. für den ehemaligen Marktführer PartyPoker doch noch aus, die einstige Pole Position widerstandslos aufgegeben zu haben.

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