Schleswig-Holstein erteilt erste Glücksspiellizenzen

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Kieler Landtag.

Das Innenministerium in Kiel vergab heute die ersten drei Lizenzen. Ihre Laufzeit: bis April 2018. Derzeit liegen 23 weitere Anträge vor.

And the winner is: Polco Ltd., Tochterfirma von Betfair, Jaxx SE, dem der MyBet-Betreiber PEI Ltd. gehört, und Oddset von Nordwestlotto sind die ersten drei Firmen, die offiziell in Schleswig-Holstein lizenziert wurden und damit nun im Internet u. A. Sportwetten anbieten dürfen.

Die Lizenzen wurden heute Morgen im Kieler Innenministerium ausgestellt und haben zunächst eine Laufzeit von sechs Jahren. Die Bewerbungsphase hatte am 1. März begonnen, 86 Unternehmen hatten ihr Interesse bekundet.

MyBet wird damit in den nächsten Tagen mit einer .de-Website auf den Markt gehen, die Sportwetten anbieten wird. Casino- und Pokerangebote sollen im Lauf des Sommers folgen.

Jaxx-CEO Matthias Dahms erklärte in einer ersten Stellungnahme: „Wir sind besonders stolz darauf, eine der ersten Lizenzen aus Schleswig-Holstein in den Händen zu halten. Die Bestätigung für MyBet ist ein historisches Dokument, denn sie repräsentiert eine Bewegung hin zu einer besseren Regulierung der Gaming-Branche. […]

Schleswig-Holstein hat es als einziges Bundesland verstanden, ein europa- und verfassungsrechtskonformes Gesetz zu formulieren, das die Interessen der Spieler, der Anbieter und des Landes gleichermaßen berücksichtigt.“

Betfair und Oddset werden ebenfalls in Kürze aktiv auf dem Wettmarkt vertreten sein.

Die nächsten Kandidaten stehen bereits in den Startlöchern. Insgesamt 23 Anträge liegen dem Innenministerium vor, 14 davon planen Angebote in den Bereichen Poker sowie Roulette, Baccarat, Blackjack und weitere Casinospiele.

20 Prozent des Umsatzes werden die Anbieter an das Land Schleswig-Holstein abführen. Die Einnahmen sollen mehrheitlich in die Förderung des Breitensports fließen.

Bei bwin, das in der ersten Runde noch nicht dabei war, erwartet man die Zusage offenbar jederzeit: „Es ist schon ein gutes Zeichen, das man jetzt die ersten Lizenzen vergibt und damit die pragmatischen EU-Richtlinien bestätigt“, erklärte ein Sprecher.

Die Ausgabe der Lizenzen nur wenige Tage vor der Landtagswahl sind noch einmal ein nachdrückliches Zeichen der Landesregierung, an der Entscheidung festzuhalten, einen Sonderweg zu gehen und den schwächlichen Kompromissvorschlag der 15 anderen Landesregierungen abzulehnen.

Dieser Kompromiss war von der EU-Kommission in Brüssel bereits mehrfach scharf kritisiert und in seiner Gänze abgelehnt.

Die SPD interpretierte diese Reaktionen der Kommission als Zustimmung zu ihrem Vorschlag und kündigte bereits an, im Falle eines Wahlsiegs das schleswig-holsteinische Glücksspielgesetz wieder zurückzunehmen.

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