Sandra Naujoks gewinnt Gerichtsp(r)ozess

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Schlechter Bluff der Boulevardpresse.

Die 9. Zivilkammer in München hat dem Begehren von Sandra Naujoks nach einer Gegendarstellung von „Frau aktuell" stattgegeben. Zu dem von ihr ebenfalls geforderten „Po-Beweis" wird es aber wohl nicht kommen.

Das Münchner Fachblatt für leichtgläubige, mental schnell überforderte, Seifenopern liebende Hausfrauen „Frau aktuell" hatte sich Anfang des Jahres im Rahmen des PokerStars Caribbean Adventure PCA eine „Karibik-Sause", pardon, Affäre zwischen Sandra Naujoks und Boris Becker ausgedacht und diese mit den üblichen Phrasen - „vielsagende Blicke", „heißes Dekolletee" - ausgeschmückt.

Zusätzlich wurde dem Artikel ein Bild beigefügt, das eine attraktive junge Dame mit Cowboyhut im knappen Badeoutfit zeigt, die sich listigerweise zwei Spielkarten in das Bikinihöschen gesteckt hat. In der Redaktion ging man - vermutlich nicht ganz zu Unrecht - wohl davon aus, dass aufgrund der Pose kaum jemand das Gesicht des Models näher in Augenschein nimmt. Dann nämlich würde man schnell erkennen, dass es sich hier nicht um Sandra Naujoks handelt.

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Links im Bild - nicht Sandra Naujoks.

Dennoch entschied sich die Hamburger Pokerspielerin, die Sache nicht auf sich beruhen zu lassen, sondern rechtlich gegen die Zeitschrift vorzugehen. Zum Einen sei keines der Bilder in der Karibik aufgenommen worden, zum Zweiten sei sie dort hochgeschlossen gekleidet gewesen, und zum Dritten sei sie sowieso „keine, die sich so spärlich bekleidet ablichten lässt" (Süddeutsche Zeitung online, 15. 4.). Naujoks verlangte eine offizielle Gegendarstellung.

Aus Gründen der Deutlichkeit sollte das betreffende Photo neben der Korrektur noch einmal gezeigt werden. „Waffengleichheit" nannte dies Naujoks Anwältin, denn mit Worten sei nicht so einfach zu erklären, was genau richtigzustellen sei. Der vorsitzende Richter lehnte dies ab, allerdings nicht ohne festzustellen, dass „eine Gegendarstellung mit diesem Bild knackiger" wäre.

Das „heiße Dekolletée" verteidigte die Vertreterin des Frauenblättchens mit dem lustigen Argument, darunter würde man in Ländern, in denen Burka getragen würde, ja etwas ganz Anderes verstehen. Tatsächlich ist die Auflage von „Die goldene Frau im Spiegel" (oder wie hieß es noch?) in Talibanhochburgen allerdings verschwindend gering, und auch der Richter mutmaßte, dass es damals kaum „eine islamistische Pokerrunde" gewesen sein dürfte.

Bisher ist offen, ob der brisante Fall in die nächste Instanz geht. Sandra Naujoks hat bereits angekündigt, etwaiges Schmerzensgeld in das von ihr mit initiierte Hilfsprojekt „Allin4Kids" fließen zu lassen.

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