Holland gewinnt in Italien!

Constant Rijkenberg

Das würden die Oranje-Fans natürlich gerne mal als Überschrift lesen. Hier geht es aber um Constant Rijkenberg, den Gewinner der EPT San Remo und von 1,5 Mil. Euro.

 

Final Table

Knapp ein Drittel des Rekordteilnehmerfelds von 1178 Spielern waren Italiener, aber nur einem von ihnen gelang der Sprung an den letzten Tisch. Allerdings war Danilo D'Ettoris auch der erste, der diesen wieder verlassen musste: Er verlor einen Coin Flip mit A-Q gegen Pocket Vieren (Rijkenberg) und wurde Achter. Alexander Fitzgerald wartet mit seinem kleinen Stack auf den richtigen Moment, erwischte aber den falschen und verlor mit K-Q, als Galic auf einem Flop Zehn hoch Top Pair traf. Rumänen hat man bisher nicht allzu häufig an Finaltischen der PokerStars EPT gesehen. Ovi Balaj erreichte immerhin Platz sechs, nachdem ihm ein Paar Sechsen zum Verhängnis wurde. Zwar lag er mit seinem Paar Neunen vorn, aber eine dritte Sechs auf dem Flop beendete seine Titelträume. That's poker, spricht der Fachmann.

Der Drache verlischt

Der in der Nähe von Hamburg lebende Kroate Dragan Galic hatte es geschafft, jeden Turniertag bis dahin als Chipleader zu beenden. Noch nie ist es einem Spieler gelungen, nach einer solchen Serie auch den Turniersieg zu holen, und der Fluch des Chipleads setzte sich gestern fort. Nach einer Serie hochspannender Duelle zwischen Galic und Rijkenberg schob Galic schließlich mit 9-9 seine Chips in die Mitte. Der junge Holländer bezahlte ohne Zögern mit A-Q. Ungläubiges Staunen und frenetischer Jubel folgte unter Rijkenbergs Fans, als der Flop K-J-T fiel. Immehrin ist Galic der erste Kroate, der bei einem EPT-Event die Geldränge erreichte hat.

William Reynolds galt unter Experten als Favorit am Finaltisch und zeigte lange Zeit, dass er die Vorschlusslorbeeren durchaus verdiente. Als er mit A-K gegen J-Q pre-Flop all-in gegen Rijkenberg („Eine entscheidende Hand.") verlor, sah er bereits wie ein Verlierer aus, doch Reynolds kämpfte sich zurück, nur um dann doch dem Holländer zu unterliegen: Mit K-J verlor er das Rennen um ein Paar auf dem Board gegen Rijkenbergs A-7.

Auf dem Podest

Gustav Sundell (Schweden) und Kalle Niemi (Finnland) waren die letzten, die noch zwischen Constant Rijkenberg und dem Turniersieg standen. Niemi hatte bis dahin sehr zurückhaltend gespielt und damit von der ständigen Aggression seiner Gegner profitiert, die sich nacheinander gegenseitig aus dem Event kegelten. Im three handed play ergriff er seine Chance und schickte den schwedischen Nachbarn mit A-J gegen A-6 an die Rail. Damit waren die beiden Finalisten gefunden. 

Das letzte Duell der beiden 20- bzw. 22-jährigen Youngster sollte nur sechs Hände dauern. Dann wachte Rijkenberg mit A-A auf und konnte damit relativ sicher sein, die bessere Hand zu haben. Niemi traf mit A-T das Top Pair auf dem Flop und kam deshalb auch nicht mehr aus der Hand heraus. Die Asse hielten, und Constant Rijkenberg gewann das bisher größte EPT-Turnier auf europäischem Boden. Der Amsterdamer ist seit zehn Monaten Profi, verspielte innerhalb von zwei Monaten seine gesamte Bankroll, gewann dann in einem Home Game €30.000 an einem Abend (man fragt sich, was heutzutage für Limits in holländischen Wohnzimmern gespielt werden) und ließ sich von mehreren Freunden stacken, um überhaupt an dem Turnier teilnehmen zu können. „Aber meine Investoren lieben mich jetzt", strahlte er nach Ende des Events.

Am Tisch selbst, so Rijkenberg im PokerListings-Intervierw, erlebt er sich als völlig gefühllos: „Ich spüre gar nichts. Das ist meine Grundregel." Über den Finaltisch sagte er: „Will [Reynolds] ist ein unglaublicher Spieler. Erst als ich ihn mit Q-J gegen A-K geschlagen hatte, dachte ich, dass ich gewinnen konnte... Ich hätte Galic gerne länger am Tisch gehabt. Er hatte ein paar offensichtliche Tells und ich wollte länger gegen ihn spielen... Die letzte Hand war die erste im ganzen Turnier, in der ich Asse bekam. Es war der perfekte Abschluss."

Den krönenden Abschluss der diesjährigen EPT-Saison bildet das Grand Final in Monte Carlo, das zwischen dem 28. April und dem 3. Mai stattfinden wird. Sollten Sie das Buy-in von € 10.000 + 600 mal eben aus der Portokasse bezahlen können, herzlichen Glückwunsch! Alle anderen können sich ab $2,22 Buy-in online auf PokerStars qualifizieren. Mehr über den größten Online-Pokerraum der Welt finden Sie in unserer ausführlichen Rezension.

 

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