Spieler sind Verbrecher

Mitt Romney
Mitt Romney, Millionär und Präsidentschaftskandidat.

Die republikanische Partei spricht sich im Wahlkampf für ein generelles Verbot von Online-Gambling aus und fährt schwere Geschütze auf.

Sollte sich Mitt Romney Anfang November bei den Präsidentschaftswahlen in den USA gegen Amtsinhaber Barack Obama durchsetzen, wird die folgende Aussage von der Webseite der Republikaner für amerikanische Pokerfans unangenehm aktuell:

„Millionen Amerikaner leiden unter pathologischer Spielsucht, die ganze Familien zerstören kann. Wir unterstützen das Verbot von Glücksspielen im Internet und fordern die Rücknahme der kürzlich ergangenen Entscheidung des Justice Department, die den Wire Act umgeht und die Tür zu Internet-Betting öffnet.“

Bei der angesprochenen Entscheidung handelt es sich um ein Urteil vom Dezember 2011, als das Department of Justice entschied, dass es legal sei, Lotteriescheine über das Internet zu verkaufen.

Dadurch schien auch die Legalisierung von Online-Poker und anderen Internetspielen in greifbare Nähe zu rücken. Mehrere Staaten prüfen seitdem die Möglichkeit, Online-Poker anzubieten.

Beunruhigend ist der generelle Angriff auf jede Form von Internet-Gaming. Alles über einen Kamm zu scheren, ist ein typisches Merkmal fundamentalistischer politischer Positionen, wie sie bei den Republikanern im derzeit laufenden Wahlkampf häufiger zu beobachten sind und die offenbar hoffähig gemacht werden sollen.

Online-Gaming wird von der politischen Plattform als Bedrohung für die Gesellschaft dargestellt, die es zum Schutz aller auszumerzen gilt. Spieler werden mit Verbrechern auf eine Stufe gestellt.

Durch die Ausweitung auf jede Form von Gaming reagieren die konservativen Verfasser des Pamphlets auch auf das Urteil von Jack Weinstein der letzten Woche, das gerade in den USA eine Menge Staub aufgewirbelt hat.

Wenn Poker nämlich offiziell als Geschicklichkeitsspiel definiert würde, könnten die Republikaner Glücksspielverbieten, soviel  sie wollen, Poker wäre davon gar nicht betroffen. Werden aber alle Spiele verboten, könnte auch Online-Poker nicht auf die Monitore zwischen Los Angeles und New York zurückkehren.

Ob sich diese Position in den kommenden Wochen halten lässt, ist zweifelhaft. Letztlich gilt Poker in den Vereinigten Staaten als Teil des kulturellen Erbes und wird von einem signifikanten Teil auch der potenziell republikanischen Wählerschaft gespielt.

Dieser wird sich nun entscheiden müssen, was für ihn überwiegt: die Liebe zu Poker oder der Hass auf Obama.

 

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