Ray Bitar für Jahrzehnte hinter Gitter?

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Drei Tage ist es her, dass sich Full Tilt CEO Ray Bitar den amerikanischen Behörden stellte. Die Bundesanwaltschaft bereitet nun die Anklage gegen den 40-Jährigen vor. Neben den alten Klagepunkten werden nun auch neue erhoben, die Bitar im schlimmsten Falle für Jahrzehnte hinter Gitter bringen.

Wegen der deshalb erhöhten Fluchtgefahr wurde die Kaution auf 2,4 Millionen Dollar - davon eine Million in Cash zu hinterlegen – festgesetzt. Bis jetzt allerdings scheint es Bitar vorzuziehen im Gefängnis zu bleiben.

Obwohl Ray Bitar schon vorab über seine Anwälte darüber informiert hatte, wann und wo er sich den amerikanischen Justizbehörden stellen würde, zogen es FBI-Beamte vor ihn persönlich und medienwirksam in seiner Maschine am JFK-Airport zu verhaften. Grund: neue Klagepunkte würden gegen ihn vorgebracht und nun sei ob der deutlich höher zu erwartenden Haftstrafe von einer stärkeren Fluchtgefahr auszugehen.

Nur einen Tag nach seiner Festnahme wurde Bitar in einem Gericht in Manhattan, Richterin Debra Freeman vorgeführt und erklärte sich in allen Anklagepunkten für nicht schuldig.

Für den stellvertretenden Staatsanwalt, Arlo Devlin-Brow hingegen hat sich die Lage des Ex CEO von Full Tilt in den vergangenen Monaten nicht verbessert. „Für die kurz nach dem Black Friday erhobenen Vorwürfe, Geldwäsche, Bankbetrug und der illegalen Betreibung einer Gaming-Website in den USA wäre Bitar mit einer geringen Haftstrafe davongekommen.

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Ray Bitar.

Doch nun geht es eher darum, dass Bitar und der Chef des Payment Processings, Nelson Burtnick angeklagt werden, nach dem Black Friday ihre Kunden über den wahren Zustand der Spielerkonten getäuscht zu haben, um sie weiterhin zu animieren das schon marode Pyramidensystem bei Full Tilt zu stützen. Dafür könnte es Haftstrafen von zehn oder auch zwanzig Jahren geben.“ Insgesamt, so Devlin-Brown könnte Bitar bei Verurteilung bezüglich aller Anklagepunkte auf bis zu 145 Jahre Haft verurteilt werden.

Auch deshalb wurde die Kaution für Ray Bitar auf 2,4 Millionen Dollar (eine Million davon in bar) festgelegt. Bisher wurde die Summe noch nicht entrichtet. Und so ist Bitar entweder nicht in der Lage zu zahlen, oder er zieht es vor im Gefängnis zu bleiben.

Dabei ist es unwahrscheinlich, dass der Strippenzieher bei FullTilt nicht auch längst mehrfacher Millionär ist. Zu deutlich sind mittlerweile die Anzeichen, dass sich vor allem die Anteilseigner bei Full Tilt schamlos an den Spielerguthaben bedient haben.

So sollen zum Zeitpunkt des Black Friday lediglich 2,1 Millionen Dollar an verfügbaren Guthaben zur Verfügung gestanden haben, obwohl bei Full Tilt Woche für Woche 8 bis 9 Millionen frische Dollar deponiert worden seien. Dem gegenüber hätten Auszahlungsanfragen von knapp 30 Millionen Dollar gestanden.

Trotz des Wissens um die Zustände hätte Bitar und auf Anweisung auch seine Angestellten nach dem Black Friday weiterhin Spieler ermutigt bei der Seite einzuzahlen. Gegen 60 Millionen Dollar Guthaben standen zu diesem Zeitpunkt bereits Schulden von 350 Millionen Dollar. Aus der Online Gaming Seite war längst eine Art Pyramidenspiel geworden, bei dem die neuen Kunden mit ihren Einlagen die alten Kunden auszahlten. 

Zum „Wann“ und „Warum“ der Rückkehr Bitars in die USA äußerten sich unterdessen Bitars Strafverteidiger John Baughman and Roberto Finzi. Bis zum Schluss habe ihr Klient hart an einem Verkauf von Full Tilt und der damit einhergehenden Auszahlung aller Spielerkonten gearbeitet. Nun sei der Deal mit PokerStars, den auch Ray Bitar klar befürwortet habe, so gut wie über die Bühne und ihr Klient bereit auch die letzten Bedingungen eines endgültigen Abschlusses der „Affäre Full Tilt“ zu erfüllen.

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