Ex-Full-Tilt-CEO entschuldigt sich

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Ray Bitar.

Ray Bitar, früher Chef des Skandalpokerraums Full Tilt, bricht erstmals seit dem Black Friday sein Schweigen und gibt sich ausgerechnet als Spielervertreter.

Bitar sprach exklusiv mit PokerStrategy.com. Er nutzte die Gelegenheit, um die einstigen Spieler von Full Tilt Poker um Entschuldigung zu bitten, allerdings nicht für sein eigenes Verhalten als CEO, sondern für sein langes Schweigen nach dem Schwarzen Freitag.

Er begründet dies mit „dem laufenden Verfahren, das mich daran hindert, relevante Informationen preiszugeben, die die Untersuchung betreffen“. Deshalb hätte er ohnehin nur allgemeine Aussagen treffen und keine Antworten geben können. Stattdessen zog er es vor, zu schweigen.

Was seine eigene Rolle in der Geschichte rund um die verschwundenen Dollarmillionen betrifft, wäscht Bitar seine Hände in Unschuld. Jeden Tag setze er seine ganze Arbeitskraft dafür ein, dass den Spielern ihr Geld zurückgegeben wird, erklärte Bitar.

„[…] Ich habe seit dem Schwarzen Freitag jeden Tag daran gearbeitet, die Rückzahlungen an die Spieler sicherzustellen. Das hatte für mich höchste Priorität.“

Dass sein Hauptaugenmerk auf den Forderungen der liegt, betonte Bitar trotz des nur drei Fragen umfassenden Interviews noch einmal:

„Mein Leben hat sich seit letztem April dramatisch verändert. Als Manager von Tiltware habe ich in vollem Umfang mit dem Department of Justice kooperiert, damit dieses seine Untersuchungen abschließen kann. Daneben verbringe ich viel Zeit damit, das Überleben von Full Tilt und die Auszahlungen an die Spieler zu sichern. Ich weiß, dass viele Unschuldige betroffen sind, und es ist mein Job, das in Ordnung zu bringen.

Ich arbeite daran weiter Tag und Nacht, bis alle Probleme gelöst sind.“

Zu weiteren Anmerkungen zur Zukunft von Full Tilt, zum Verkauf an die Tapie-Gruppe oder zu den Rollen von Chris Ferguson, Howard Lederer oder Phil Ivey ließ sich Bitar nicht hinreißen.

Stattdessen bat Bitar ausdrücklich darum, bei der Veröffentlichung des Interviews seine Entschuldigung in den Vordergrund zu stellen.

Full Tilt Poker wurde im vergangenen April aus dem amerikanischen Markt gedrängt, als das Department of Justice in einer bisher einmaligen Aktion FTP, PokerStars und Absolute Poker dort einfach abschaltete.

In Europa blieb FTP danach weiter in Betrieb. Das änderte sich erst, als die Alderney Gambling Commission dem Pokerraum schließlich die Lizenz entzog.

Der amerikanische Staatsanwalt erklärte später, die Unternehmensführung von Full Tilt gleiche einem Pyramidenspiel. Den Spielern würde vorgegaukelt, dass ihr Geld sicher verwahrt werde, während es tatsächlich gar nicht verfügbar sei.

Das Verfahren dauert an.

 

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