Bewährung für Bitar

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Elektronische Überwachung und $2,5 Mio. Kaution machen die zeitweilige Rückkehr des Ex-CEO von Full Tilt in seine kalifornische Heimat möglich.

Ob’s edler im Gemüt, die Pfeil‘ und Schleudern des wütenden Geschicks erdulde, oder, sich waffnend gegen eine See von Plagen im Widerstand zu enden. (Shakespeare, Hamlet)

So würde er sich gerne sehen, Ray Bitar, der Mann, der Millionen von Dollar an Spielergeldern auf eigene Konten abgezweigt hat und der nun in den USA u. A. wegen Veruntreuung vor Gericht steht: als edler Widerstandskämpfer im Ringen gegen die widrigen Umstände, die dazu geführt haben, dass Full Tilt Poker die Gelder nicht zurückgeben kann, die seine Spieler eingezahlt haben.

Allein, es war Bitar, der einen Gutteil dieses Geldes gestohlen hat, und das er sich selbst vor den Behörden nun als denjenigen darstellt, der sich um die Rückzahlung der Spielergelder bemüht, wird von diesen zu Recht als weitere Verhöhnung empfunden.

Bzw. vorerst nicht vor Gericht steht, denn inzwischen ist es seiner Familie gelungen, die auf $2,5 Mio. angesetzte Kaution aufzubringen. $280.000 davon wurden bar hinterlegt, $715.000 in Sachwerten. Der Rest wird durch ein Warenhaus, das Bitar besitzt, abgesichert.

Bitar wird nun erstmals seit Anfang 2011 in seine Heimat in Kalifornien zurückkehren, steht dabei allerdings ununterbrochen unter elektronischer Überwachung.

Die Staatsanwaltschaft hatte sich entschieden gegen eine Freilassung auf Kaution ausgesprochen. Da Bitar erst nach seiner Ankunft in den Vereinigten Staaten in der letzten Woche mit neuen Vorwürfen konfrontiert worden war, die bei einem Schuldspruch zu lebenslanger Haft führen könnten, bestünde erhöhte Fluchtgefahr, argumentierte Staatsanwalt Arlo Devlin-Brown.

Auf die Frage, warum Bitar sich nicht schon früher gestellt habe, erklärte dieser, dass seine Anwesenheit als Firmenchef für die Verkaufsverhandlungen notwendig gewesen sei.

Dazu Devlin-Brown: „Das kam einigen Shareholdern völlig absurd vor – wie sollte ein CEO, der wegen Bankbetrugs und Geldwäsche angeklagt ist, sich diesen Vorwürfen aber entzieht, die geeignete Person sein, sein Unternehmen Investoren gegenüber zu repräsentieren? […] Im Rückblick wird die wahre Motivation Bitars, das Ruder in der Hand zu behalten, überdeutlich. Als die Anklageschrift öffentlich wurde, war Full Tilt nicht viel mehr als ein Ponzi Scheme, und Bitar wollte verhindern, dass dies bekannt wird.“

Die bei Full Tilt Poker veruntreute Summe wird auf 300 Mio. Dollar geschätzt.

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