Rainer raist – Weltmeister Martin Jacobson – Ein Segen für die Pokerwelt

Martin Jacobson

Martin Jacobson heißt der neue Pokerweltmeister, und niemand in der Pokerszene bezweifelt, dass der Schwede ein absolut verdienter Sieger des WSOP Main Event 2014 ist. Für die Pokerwelt bedeutet dieser Gewinner einen Höhepunkt in der Geschichte der November Nine und ein Aushängeschild für die Zukunft. Drei Gründe, warum dieser Weltmeister ein Glücksfall ist.

1. Endlich ein Top-Spieler auf dem Thron

Seien wir ehrlich. Die bisherigen Sieger der November Nine waren bestimmt passable Pokerspieler, außer Greg Merson war aber niemand dabei, der sein Können im Vorfeld bereits ausgiebig unter Beweis gestellt hätte. Die ganzen Top-Stars wie Phil Ivey, Michael Mizrachi, Ben Lamb oder im Vorjahr JC Tran scheiterten zum Teil jämmerlich, während unbeschriebene Blätter wie Peter Eastgate, Joe Cada, Pius Heinz oder Ryan Riess die große Ernte einfuhren.

Martin Jacobson war – vielleicht neben Mark Newhouse – der große Top-Star unter den November Nine und er gewann nicht nur, sondern legte eine fehlerfreie Vorstellung hin. Natürlich braucht man als Turniersieger auch das notwendige Glück, doch wie Jacobson über lange Phasen hinweg seinen Shortstack verwaltete und sich mit wohldosierten Reshoves immer wieder zur Wehr setzte, das hatte schon Klasse.

Wie gut Jacobson aber wirklich spielt, zeigte sich, als er einen wettbewerbsfähigen Stack hatte. Dann war er nicht mehr zu halten und überspielte seine Gegner schlicht und ergreifend. Einfach überragend.

2. Jacobson ist kein reiner Pokernerd

Geben wir es zu, Pokerspieler sind nicht immer eine Augenweide, und oft ist es einem am liebsten, wenn sie sich hinter ihrem Hoody verstecken und einfach gar nichts sagen. Oder sie fallen dadurch auf, dass sie sich den ganzen Tag am liebsten über nichts Anderes unterhalten wollen als darüber, ob man „auf dem Turn bluffshoven“ sollte, der Gegner seine „extreme weite Range wieder einmal nicht gebalanced“ hat oder dass sie „in diesem Spot wieder mal nicht gut gerunnt“ sind.

Die letzten Drei des WSOP Main Event 2014
In diesem Jahr machten gleich drei Europäer den Weltmeistertitel unter sich aus, was auch ein Spiegel der sich veränderden Machtverhältnisse bei Liveturnieren ist.

Nicht nur das Siegerinterview zeigte, dass Jacobson von einem anderen Kaliber ist. Er interessiert sich für alternative Ernährung und hatte sich einst um einen Job in einem Drei-Sterne-Restaurant bemüht, ehe er sich mehr auf Poker konzentrierte. Dass in seinem Kopf mehr als „bet, raise, fold“ vorgeht, zeigt sein mittlerweile legendärer Spruch: „Luck is what happens when preparation meets opportunity“, sinngemäß übersetzt: „Glück ist, wenn man die Gelegenheit bekommt, seine Vorbereitung in die Tat umzusetzen“.

3. Poker als weltweites Phänomen

Nach zwei amerikanischen Siegern in den beiden Vorjahren ging das Mutterland des Poker dieses Mal ziemlich leer aus. Als bester Spieler landete Will Tonking auf dem vierten Platz, insgesamt waren die USA mit nur vier Spielern zahlenmäßig noch nie so schwach vertreten wie in diesem Jahr, und das obwohl sie mit Abstand das größte Spielerkontingent stellten.

Nach dem europäischen Heads-Up zwischen Pius Heinz und Martin Staszko 2011 (damals scheiterte Ben Lamb als bester Amerikaner auf Rang 3) mussten die Amerikaner dieses Mal mit ansehen, wie die Europäer den zweiten und entscheidenden Tag der November Nine allein bestritten und den Titel unter sich ausmachten.

Schweden, Holland und Norwegen im Finale – das zeigt, dass vor allem die Europäer mittlerweile vollständig in der Weltklasse angekommen sind, aber auch die Südamerikaner und Asiaten werden immer stärker. Negativ bemerkbar macht sich für die USA, dass es dort kaum noch Online-Poker gibt, denn daraus gehen die meisten starken Nachwuchsspieler hervor.

Mit Martin Jacobson als Botschafter hat das Poker weltweit eine rosige Zukunft vor sich!

Die letzte Hand des WSOP Main Event und das Siegerinterview kann man sich hier ansehen:

Bitte füllen Sie die erforderlichen Felder korrekt aus.

Es ist ein Fehler aufgetreten!

Sie müssen drei Minuten warten, bevor sie einen weiteren Kommentar abgeben können.

Noch keine Kommentare