Rainer raist – Hut ab, George Danzer!

George Danzer mit Quirin Zech,Gregor Derkowski,Stefan Jedlicka, Artur Koren und Thomas Butzhammer

Welch ein dramatischer Kampf! Am Ende jedoch entschied George Danzer das Kopf-an-Kopf-Rennen um den Spieler des Jahres der WSOP gegen Brandon Shack-Harris für sich und schaffte damit das, was vor ihm so große Namen wie Daniel Negreanu, Allen Cunningham und Erick Lindgren erreichten. Glückwunsch an den Wahl-Salzburger, dem wirklich alle deutschen Pokerfans diesen Triumph gönnen.

Eine Hommage

Das Pokerjahr 2014 wird George Danzer vermutlich nie wieder vergessen. Bei der EPT Monte Carlo gewann sein erstes Live-Turnier überhaupt und im Sommer schaffte er nach etlichen vergeblichen Anläufen tatsächlich das, wovon alle Pokerspieler träumen sein erstes WSOP-Bracelet.

Bei der Seven-Card Razz-Weltmeisterschaft schlug Danzer zu und ließ nur elf Tage später den zweiten Triumph folgen, als er sich den Titel bei Stud Hi/lo ebenfalls unter den Nagel riss.

Insgesamt sieben Cashes erreichte Danzer bei der WSOP in Las Vegas, und recht früh war klar, dass die Vergabe des WSOP Player of the Year nur über ihn führen würde.

Während bei Danzer allerdings nach dem Gewinn des zweiten Bracelets nur noch zwei Min-Cashes zu Buche schlugen, drehte ein anderer kräftig auf.

George Danzer Bracelet #2
George Danzer feiert mit seiner Rail sein zweites Bracelet.

Brandon Shack-Harris landete nach einem frühen Bracelet-Gewinn ebenfalls siebenmal im Geld und verpasste um ein Haar den Titel bei der $50.000 Poker Player Championship, bei der er sich nur John Hennigan beugen musste. Zusätzlicher Lohn für Shack-Harris – die Führung in der Player of the Year-Wertung mit 752 zu 745 Punkten vor George Danzer.

Ein dramatisches Finale war damit vorprogrammiert, doch der Spannungsbogen, den die beiden in Australien ablieferten, hatte es definitiv in sich.

Erst überholte Danzer seinen amerikanischen Konkurrenten durch eine bessere Preisgeld-Platzierung in Event #1, doch dieser schlug umgehend mit einer Finaltisch-Teilnahme bei Event #4 zurück. Danzer rannte wieder einem Rückstand hinterher, den er bei Event #6 verkleinerte und mit dem sensationellen Bracelet-Gewinn in Event #8 wettmachte, indem er mit 923,5 Punkten an Shack-Harris vorbeizog. Dieser kämpfte im Main Event verbissen und legte mit Rang 17 einen echten „Deep Run“ hin, doch schaffte er es letztlich nicht mehr, Danzer zu überholen.

Danzers Gewinn der Player of the Year-Wertung ist wie Pius Heinz‘ Sieg beim Main Event ein Meilenstein der deutschen Pokergeschichte. Unterm Strich ist er sogar noch höher zu bewerten, da er eine enorme Konstanz, große Ausdauer und unbändigen Willen erfordert, während sich der Sieger beim Main Event nicht nur einmal als Eintagsfliege erwies.

George Danzer mit seinem 3. Bracelet
Mit dem Gewinn des 3. Bracelet sorgte George für eine Vorentscheidung in der WSOP Player of the Year-Wertung.

In der finanziell orientierten Welt des Pokerspiels mag es manchem Beobachter lächerlich erscheinen, dass zwei Spieler wie Danzer und Shack-Harris erbittert um einen Titel kämpfen, der gerade einmal mit dem Ticket für das Main Event 2015 im Wert von $10.000 dotiert ist. Doch dieses harte Kopf-an-Kopf-Rennen zeigt, dass es beim Poker mitnichten nur um Geld geht, sondern auch ideelle Werte gibt.

Gerade George Danzer war schon immer ein Spieler, der allein mit seinen bemerkenswerten Ausdauerleistungen bei WSOP, WCOOP und SCOOP die sportliche Komponente des Pokerspiels immer wieder unterstrich und sich auch in vielen anderen Aspekten – nicht nur als PokerStars Pro – als der perfekte Botschafter des Pokerspiels in Deutschland erwies.

Danzers Saldo der insgesamt 75 WSOP Events dieses Jahres (von denen er die meisten bestritt) lautet:

  • 3 Bracelets 
  • 5 Finaltische
  • 10 Platzierungen im Preisgeld
  • $867.649 Preisgeld 

Eine imposante Bilanz, die so schnell vermutlich kein deutscher Spieler wird toppen können. Mit dem Jahr 2014 hat sich George Danzer seinen Platz in den Pokergeschichtsbüchern gesichert, und er ist einer, der das sehr gut einzuschätzen weiß!

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