Problematische Starthände: KK in früher Position (1)

pocket kings

Je mehr man Poker spielt, desto wichtiger wird das Positionsspiel.

Im Idealfall spielt man große Pots ausschließlich, wenn man Position hat.

Im wahren Leben sieht es natürlich anders aus. Es kommt vor, dass Sie in früher Position sitzen und dann eine Hand bekommen, mit der Sie eigentlich einen großen Pot spielen möchten, z. B. K-K.

Wenn die Position dafür geeignet ist, kleine Pots zu spielen, aber die Hand nach einen großen Pot ruft, kann man schnell kostspielige Fehler machen.

Die beste Strategie hängt in einer solchen Situation davon ab, gegen welche Art von Gegner man antritt.

Pre-Flop

Wie man diese Hand vor dem Flop spielt, beeinflusst auch die Entscheidungen nach dem Flop.

Mit KK sollte man aus früher Position versuchen, die Kontrolle über den Pot zu gewinnen und Informationen über die Gegner zu sammeln.

Michael Binger
Alles beginnt mit der Entscheidung vor dem Flop.

Der Open-Raise

Streng nach Lehrbuch sollte man mit einer solchen Hand eröffnen. Ein Raise aus früher Position erweckt bei den Gegnern den Eindruck, dass man eine starke Hand oder sogar eine Premiumhand hält.

Dadurch baut man etwas Fold Equity auf und kann die Hand häufig mit einer Continuation Bet gewinnen.

In vielen Fällen callen Spieler hier mit schwächeren Händen und hoffen darauf, den Flop gut zu treffen und so eine starke Hand zu „knacken" und einen großen Pot zu gewinnen.

Diese Spieler suchen eine „Way-ahead-or-way-behind"-Situation und sind meistens bereit, auf dem Flop zu folden, wenn Sie auf dem Flop nichts finden.

Wenn man nicht gerade ein Monster floppt oder gegen einen wirklich schwachen Gegner spielt, der nicht folden kann, möchte man normalerweise nicht bis zum River gecallt werden.

Wenn man ein nur Overpair hält, sollte man es nicht unbedingt  darauf anlegen, einen großen Pot zu spielen. Hier ist Potkontrolle angesagt, um den Pot auf niedriger bis mittlerer Größe zu halten.

Der Limp-Reraise

Ein Limp-Reraise wird in dieser Situation häufig als Waffe eingesetzt.

Ein Spieler limpt aus früher Position mit Königen und wartet darauf, dass ein anderer Spieler erhöht. Wenn er dann wieder an der Reihe ist, erfolgt ein hoher Re-Raise.

Das Problem bei diesem Spielzug ist allerdings, dass er nur gegen extrem loose und waghalsige Spieler erfolgreich ist.

Ein Limp-Reraise repräsentiert eine extrem starke Hand. Jeder halbwegs intelligente Spieler setzt einen danach auf eine Range AA, KK, QQ und vielleicht noch AK und JJ.

Mit anderen Worten, nach einem Limp-Reraise erfolgt normalerweise ein All-in von AA, während praktisch keine andere Hand bezahlt. Viele Spieler folden in einer solchen Situation JJ oder QQ ohne großes Zögern.

Alexander Kostritsyn
Im Zweifel für den Raise.

Das zweite Problem mit dieser Spielweise besteht darin, dass man einen großen Pot aufbaut und dann den Rest der Hand ohne Position spielen muss.

Und zum guten Schluss wird nach einem Limp-Reraise auch kein Spieler mehr erhöhen.

Im Allgemeinen gilt, wenn man nicht gerade gegen einen Maniac spielt oder sich am Tisch das Image eines sehr trickreichen Spielers aufgebaut hat, sodass die Gegner einen nicht nur auf die 3-5 besten Hände setzen, sollte man den Limp-Reraise möglichst vermeiden.

Der Limp-Call

Denkbar ist auch der Spielzug erst zu limpen und dann einen möglichen Raise zu callen.

Das ist genau das Gegenteil von ABC-Poker, und dieser Zug sollte nur angewendet werden, um das eigene Spiel zu variieren. Wenn niemand erhöht, muss man gegen mehrere Gegner einen Flop spielen, ohne irgendeine Information zu besitzen.

In dieser Situation versucht man vielmehr, einen kleinen Pot zu spielen, weil es durchaus sein kann, dass man zurückliegt.

Erhöht aber jemand, und man ist einer von wenigen Callern, befindet man sich in einer relativ komfortablen Situation. Die Chancen stehen gut, dass man mit der besten Hand den Flop sieht, und die Stärke der eigenen Hand ist gut verborgen.

Leider gibt es nur wenige Flops, die einem nun wirklich gefallen.

Im zweiten Teil dieses Artikels sehen wir uns ein paar Flops an und erläutern, wie man am daraufhin besten fortsetzt. Außerdem besprechen wir, wie man - je nach dem Spielzug, den man vor dem Flop gewählt hat - nach dem Flop agieren sollte.

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