Problematische Starthände: Ass-König (2) - Kommen wir zum Profit

John Phan

Im ersten Teil dieses Dreiteilers haben wir uns die nüchterne Statistik um A-K angesehen und die Stärken und Schwächen der Hand besprochen. Kommen wir nun dazu, wie wir die gewonnenen Informationen zu unseren Gunsten nutzen können.

Erinnern Sie sich noch an das erste Diagramm im ersten Teil? Es zeigte, dass A-K blind gespielt (soll heißen, ohne Informationen über die anderen Spieler und ohne Kenntnis der eigenen Hand) einen leicht positiven Erwartungswert hat.

Die Hand ist stark genug, um die Mehrheit der Pots zu gewinnen, aber die meisten dieser Pots werden eher kleine Pots sein. Die großen Gewinne werden ausgeglichen durch die hohen Verluste, die man einfährt, wenn man Cooler erwischt und gegen Asse läuft, was früher oder später zwangsläufig passieren wird.

A-K ist also stark genug, um per se eine profitable Hand zu sein, wird aber mit ein bisschen Hilfe erst so richtig lukrativ.

Der Wert der Information

Es klingt ironisch, aber Poker ist ein Spiel für Denker, das die meisten Spieler rein nach Instinkt spielen. Ob es einem bewusst ist oder nicht, ein Raise erfolgt immer aus einem, zwei oder allen drei folgenden Gründen:

  1. Um einen oder wenige Gegner zu isolieren.
  2. Um den Pot zu vergrößern, wenn man die beste Hand hält.
  3. Um von den anderen Spielern Informationen zu erhalten.

#img:greg-raymer-24187.jpg:left:Wertvolle Information - er ist besser als Sie.#

Wenn man mit A-K raist, dann hauptsächlich aus dem dritten Grund, erhöht man mit A-A, dann hauptsächlich aus dem zweiten. A-K ist stark genug, um langfristig gegen mehrere Gegner Gewinn zu erzielen.

Den Pot zu vergrößern, ist keine schlechte Idee, aber man darf nicht vergessen, dass A-K eine Drawing Hand ist. Um nach dem Flop noch Equity zu haben, muss man diesen treffen.

Mit A-K erhöht man, um Informationen zu sammeln. Wenn Sie verstanden haben, warum Sie erhöhen sollten, anstatt einfach nur zu raisen, weil man das eben mit A-K so macht, dann sind Sie weit genug, um einen Plan zu entwickeln.

Wenn Sie verstehen, dass ein Raise hier für Informationen erfolgt, dann können Sie  Zeitpunkt und Höhe des Raise exakt anpassen.

Informationen nutzen

Wenn der erste Schritt ist, Informationen zu sammeln, muss der zweite Schritt sein, diese Informationen zum eigenen Vorteil zu nutzen. Das ist der Schritt, mit dem man die langfristigen Odds manipulieren und die Profitabilität der Hand erhöhen kann.

Ok, nun da wir unsere Informationen erhalten haben, gilt es, den richtigen Spielzug zu machen. Reads beziehen sich in Poker immer auf Ranges, also auf einen Satz von Händen. Je besser man den Gegner lesen kann, desto kleiner ist die Range, auf die man den Gegner setzt.

Wenn man durch die korrekten Spielzüge ausreichend Informationen gesammelt hat und in der Lage ist, seine Gegner gut zu lesen, kann man die Range auf wenige Hände reduzieren - manchmal sogar auf eine einzige.

Wenn man weiß, was der Gegner hält, kann man sein Spiel entsprechend anpassen. Setzt man den Gegner auf Asse oder Könige, muss man A-K folden, um die Verluste zu begrenzen. Es gilt, Einbußen zu minimieren und Gewinne zu maximieren.

Setzt man den Gegner dagegen auf eine Range A-Q, A-J, K-Q, sollte man versuchen, den Pot aufzubauen, denn jede dieser Hände ist von A-K dominiert.

Informationen sind für korrekte Value Bets unerlässlich. Wenn man den Gegner korrekt auf die obige Range gesetzt hat und das Board K 4 T 5 9 verläuft, ist es an der Zeit, eine schöne Value Bet anzusetzen.

Ranges sind grundsätzlich dynamisch. Da unser Gegner auf dem River noch immer in der Hand ist (wir haben natürlich Flop und Turn gesetzt), können wir die Range auf eine einzige Hand reduzieren: K-Q.

In dieser Situation können wir den maximalen Gewinn erzielen. Hat unser Gegner uns nicht auf AA oder KK gesetzt, wird er nicht daran denken wollen, dass A-K die einzige Hand ist, gegen die er hier verliert.

Vielmehr versucht unser Gegner hier in den meisten Fällen, sich selbst davon zu überzeugen, dass wir Q-Q, K-J, J-J oder sogar A-Q halten. Daher ist eine satte Value Bet angebracht, denn die Chance, ausgezahlt zu werden, ist außerordentlich groß.

Minimieren der Verluste und Maximieren der Gewinne sind für A-K das absolut Entscheidende. Wir müssen uns deshalb klar machen, wann wir damit setzen, erhöhen und folden:

Gründe für Bets mit A-K

  • Sammeln von Informationen
  • Aufbauen des Pots
  • Eine schwächere Hand entweder zum Folden bringen oder dazu, mit schlechten Odds zu callen
  • Ein niedriges Paar zum Fold der besseren Hand zwingen
  • Value Bets

Gründe für Raises mit A-K

  • Sammeln von Informationen (Raises gewinnen normalerweise mehr Informationen als Bets)
  • Value Raises sollen schwächere Hände zum Call bewegen
  • Eine schwache Made Hand aus dem Pot bluffen

Gründe für Calls mit A-K

  • Potkontrolle
  • Fallen stellen

A-K folden

  • Wenn man weiß, dass man geschlagen ist

Wie man sieht, sind Calls mit A-K selten die richtige Spielweise. Eigentlich macht man das nur in zwei Situationen: Entweder wenn man die Nuts hält oder wenn man eine Falle stellen will.

#img:erica-schoenberg-24195.jpg:right:Auch ein Fold kann für A-K die richtige Wahl sein.#

Hier ein schönes Beispiel: Der Flop fällt T J Q. Jetzt können wir der Range T-T, J-J, Q-Q, K-K, A-A, A-Q, A-J, 8-9, K-9, K-Q, Q-J und Q-T eine Menge Geld abnehmen. Die meisten Spieler würden sich mit einer solchen Hand ruinieren, wenn man sie nur lässt.

Nehmen wir an, wir setzen den Gegner auf einen Bluff, könnten aber auch geschlagen sein. In einer solchen Situation ist Potkontrolle von entscheidender Bedeutung. Wenn unser Gegner tatsächlich blufft, wollen wir, dass er dies weiterhin tut, hat er aber die bessere Hand, halten wir den Pot so klein wie möglich.

Abgesehen von diesen beiden Szenarios sollte man mit A-K immer setzen, raisen oder folden. Wenn man geschlagen ist, kann man noch relativ billig aus der Situation herauskommen. Liegt man aber vorn, muss man so viel Geld wie möglich in den Pot bringen. Ganz einfach., oder nicht?

Es sollte hier klar geworden sein, dass A-K eine Hand ist, die am besten nach dem Flop gespielt wird. Zwar kommt es vor, dass man alle Entscheidungen zu dieser Hand schon vor dem Flop trifft, aber ohne die Optionen nach dem Flop nimmt man sich selbst die Chance, die Odds der Hand abweichend von ihrem statistischen Wert zu manipulieren.

In den meisten Situationen gilt als Faustregel für A-K: Gibt es kein Post-Flop-Spiel, verschwindet auch ein Großteil der Gewinne, die man mit dieser Hand erzielen kann.

Im dritten Teil der Serie zu A-K betrachten wir Pre-Flop-Konzepte und Turnierstrategien.

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