Online-Poker in Kalifornien schon diese Woche?

private table

Einer der amerikanischen Indianerstämme versucht, der amerikanischen Regulierung zuvorzukommen und Echtgeld-Poker anbieten. Kann das funktionieren?

Nach der kürzlichen Übernahme der Muttergesellschaft The Rational Group durch das kanadische Unternehmen Amaya Gaming bereitet PokerStars den Wiedereintritt in den US-Markt vor, sobald dort die entsprechende Gesetzgebung in Kraft tritt.

Nun sieht es jedoch so aus, als ob nicht alle Wettbewerber bereit sind, so lange zu warten. Das gilt z. B. für die Iipay Nation of Santa Ysabel, einem anerkannten amerikanischen Indianerstamm, der in einem Reservat nahe der kalifornischen Stadt San Diego lebt.

Es ist einer der Stämme, die mit einer Lizenz für Glücksspielanbieter ausgestattet sind, und er hat gerade eine Webseite mit dem Namen privatetable.com veröffentlicht.

Vorerst wird dort nur Spielgeldpoker angeboten, aber schon in den kommenden Tagen soll auch Echtgeldpoker angeboten werden.

Erst gestern twitterte das brandneue Unternehmen:

Der Pokerraum steht nur Einwohnern Kaliforniens offen, außerdem muss man sich tatsächlich auch in dem Staat aufhalten, um zu spielen.

Seit Jahren ringen die Gesetzgeber in Kalifornien um eine akzeptable Regulierung von Online-Poker. Die Santa Ysabel haben nun beschlossen, dass sie der kalifornischen Gesetzgebung gar nicht unterstehen.

Tatsächlich gibt es in Kalifornien kein explizites Pokerverbot, weswegen sich der Stamm rechtlich auf der sicheren Seite fühlt.

In einer kürzlich erschienenen Pressemitteilung schreibt Unternehmenssprecher Dave Vialpando:

Der Stamm unterstützt die Versuche der Legislative, eine interaktive Gesetzgebung für Internet-Gaming durchzusetzen, hat sich in diesem Fall jedoch entschlossen, die eigene Souveränität zu nutzen und beruft sich auf den staatlichen Indian Gaming Regulatory Act (IGRA), um auf dessen Basis Internet-Poker von dem Gelände des Stammesreservats anzubieten.

Der Indianerstamm erhielt die Glücksspiellizenz im Jahr 2003. Zumindest teilweise dürfte der Versuch der Santa Ysabel, der Konkurrenz zuvorzukommen, in der Schließung des stammeseigenen Casinos begründet sein.

Das Santa Ysabel Resort and Casino wurde im Jahr 2007 eröffnet und musste seine Türen im Februar dieses Jahres schließen. Mehrere Millionen Dollar Schulden sind geblieben.

In der Presseerklärung weist Vialpando explizit auf die „hohe Arbeitslosenquote und mangelnde wirtschaftliche Alternativen“ unter den Stammesmitgliedern hin.

Santa Ysabel casino
Geschlossen - das Santa Ysabel Casino.

Private Table scheint es ernst zu meinen. Schon seit zwei Jahren laufen die Vorbereitungen für diesen Start, und die Voraussetzungen für die Berechtigung zum Spielen um echtes Geld wurde ebenso bereits veröffentlicht wie die Rake-Stufen.

Derzeit ist nicht geplant, auch andere Casinospiele anzubieten.

Damit der Staat nicht dazwischenfunkt, sind die Santa Ysabel eine Partnerschaft mit der Kahnawake Gaming Commission eingegangen.

Ferner erhielten sie bereits ein offizielles Unterstützerschreiben von Peter Greenhill, dem Verantwortlichen für e-gaming Entwicklung auf der Isle of Man, die bekanntlich auch die Heimat von PokerStars ist.

Bisher bestehen aber keine Verbindungen zwischen Private Table and PokerStars. Die Software, die der neue Pokerraum verwendet, läuft bisher nur bei dem kleineren Netzwerk von Winning Poker.

Dieses Netzwerk konzentriert sich bereits mehrheitlich auf den amerikanischen Markt. Dazu gehören einzelne Skins wie BlackChipPoker, LadsPoker, PokerKing und YaPoker.

Es wird sich zeigen, ob Private Table operieren kann, ohne dass sich Widerstand regt.

Aber selbst wenn es dazu kommt und einer der Konkurrenten rechtliche Schritte einleitet, könnte das zu einem Präzedenzfalll führen, der die endgültige Regulierung von Online-Poker in den Staaten beschleunigt.

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