Potkontrolle, Teil 2

Eric Liu
P33chy hat die Kontrolle.

Da Sie nun wissen, was man unter Potkontrolle versteht und wie man sie erlangt, wenden wir uns dem Thema zu, wie die Potkontrolle Ihre Profite beeinflusst.

Am Ende des ersten Teils hatten wir unserem Gegner gerade einen Suck-out verpasst, mit der 8 ein Full House auf dem Turn bekommen und damit die beste Hand bekommen.

Wir saßen in vorderer Position, unser Gegner hatte Trips Neunen und glaubte, selbst die beste Hand zu halten.

Anfänger würden an dieser Stelle häufig checken, in der Hoffnung, dass der gegnerische Spieler setzt, weil er ja eine starke Hand hat.

Das ist jedoch ein großer Fehler. Denken Sie daran, dass unser Gegner ja glaubt, uns überlistet und geschlagen zu haben, dass er glaubt, er würde uns an der Nase herumführen und uns vorspielen, dass er wirklich eine ganz schwache Hand hat.

Ein Check würde daher alle Alarmglocken bei ihm läuten - denn wenn wir wirklich annehmen, dass er schlechte Karten hat, würden wir doch auf jeden Fall betten.

Selbst wenn er nicht in der Lage ist, auf diesem Niveau zu überlegen, würde er unseren Check interpretieren, und zwar so, dass er Schwäche signalisiert. Entsprechend niedriger wird er seine Bets ansetzen und nur noch für Value betten.

Wir sind aber in der idealen Situation, um um einen großen Pot zu spielen, also sollten wir auch genau das tun. Ich setzte hier also $75, in der Erwartung, dass mein Gegner

1. entweder erhöht

2. oder nur callt, um die Falle weiterhin offen zu halten..

Mein Gegenüber geht mit $325 all-in, ich bezahle sofort, auf dem River passiert nichts mehr, und ich sacke den ganzen Pot ein.

In dieser Hand hatte ich viel Glück und konnte deshalb den Pot gewinnen, aber das ist nicht der Punkt, um den es mir hier geht.

Entscheidend ist in dieser Beispielhand, wie man die Kontrolle über die Hand erhält.

Ich hätte in dieser Hand nie mehr verlieren können als die $45, die ich vor und auf dem Flop gesetzt hatte.

Mit meiner Conti-Bet konnte ich die Kontrolle über die Hand behalten, weil ich der Aggressor war.

Huck Seed
Call, Show, Ship.

Hätte mein Gegner aber auf dem Flop erhöht, hätte er die Kontrolle übernommen und außerdem einen entscheidenden Informationsvorsprung gehabt.

Sein einfacher Call auf dem Flop lässt mir jedoch die Kontrolle über die Hand. Damit gab er Informationen preis, ohne die Kontrolle zu übernehmen.

Kontrolle = Geld

„Wozu braucht er die Kontrolle, wenn mich sowieso dominiert?"

Viele Anfänger wissen auf diese Frage keine zufriedenstellende Antwort. Wenn er 95%-iger* Favorit ist, warum benötigt er dann Kontrolle?

Die Antwort ist, dass er zwar die richtigen Odds hat und eine solche Hand auch in 19 von 20 Fällen gewinnt, aber dennoch Geld verschenkt, weil der die Kontrolle aufgibt.

Für Poker ist entscheidend, dass Sie die Gegenwart und Zukunft bewerten und abschätzen. Mit anderen Worten: Die Pokervergangenheit ist irrelevant.

Wenn Sie z. B. mimt einem Flush Draw $500 in einen Pot von $10 setzen und jemand mit fünf Dollar mehr all-in geht, ist ein Call die richtige Entscheidung.

Dass Sie $505 in einen $10-Pot bezahlen, und das nur mit einem Flush Draw, bedeutet für Sie auf Dauer dramatische Verluste, aber wenn Sie die letzte Entscheidung (der Call für weitere $5) treffen müssen, bekommen Sie über 200:1, und deshalb ist der Call korrekt.

Wenn wir dieses Prinzip weiter verfolgen, sind alle Bets, die auf dem Flop gemacht wurden, auf dem Turn bereits irrelevant. Dass er mir die Potkontrolle überlässt, ist eine Entscheidung für den Moment, und alles, was danach passiert, beginnt mit dieser Etnscheidung.

Wenn ich die Acht auf dem Turn nicht treffe, werde ich natürlich auf keinen Fall eine weitere Bet ansetzen. Sein möglicher Profit auf Turn und River beträgt damit exakt $0.

Von dem Moment an, da ich die Acht auf dem Turn aber treffe, werde ich ihm mit 100%-iger Sicherheit den gesamten Stack abnehmen, sein Verlust wird also auf jeden Fall $400 betragen. Mit anderen Worten: In einem von 20 Fällen verliert er $400 auf Turn und River. Also: 19*0 + 1*-$400 = -$400.

Hätte er dagegen auf dem Flop erhöht und damit die Kontrolle übernommen, hätte ich meine Hand folden müssen. Damit gewinnt er das vor und auf  dem Flop gesetzte Geld.

Anmerkung: Er gewinnt auch jedes Mal, wenn ich meine Acht verfehle - der Unterschied besteht darin, dass er die Möglichkeit hat, die Hand durch Übernahme der Kontrolle zu gewinnen, wenn keine Acht auf dem Turn erscheint.

Justin Smith
100&
37; risikofreie Zone.#

Übernimmt er die Kontrolle, verliere ich in 100% der Fälle. Aber da ich die Kontrolle auf dem Turn behalten kann, mache ich ohne jedes Risiko einen schönen Profit.

Es gibt zwar auch andere Möglichkeiten, diese Hand zu spielen und Profit zu machen, ohne die Kontrolle zu haben, aber die Kontrolle reduziert das Risiko auf Null und bringt auf jeden Fall Profit.

Man kann nicht immer die Kontrolle haben, wenn man eine Hand spielt. Als Spieler sollten Sie jedoch immer wissen, wer die Kontrolle hat und warum. Und dann überlegen Sie, ob Sie die Kontrolle übernehmen können.

Wenn Sie die Kontrolle haben, nutzen Sie sie mit Bedacht und versuchen Sie, sie zu behalten.

Je länger Sie am Tisch die Kontrolle haben, desto mehr Geld erspielen Sie, desto weniger Swings erleben Sie und desto weniger Druck spüren Sie.

*95% - Die Ziffer entsteht durch die Bewertung meiner Odds, eine Acht zu treffen (die einzige Karte, die mich die Hand gewinnen lässt), und dann auch noch genau auf dem Turn.

 

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