Pot Limit Omaha für Anfänger, Teil 3

Building a Mountain
schaffe, schaffe, Häusle baue...

Im letzten Teil unserer dreiteiligen Serie über den Einstieg in Pot Limit Omaha beschäftigen wir uns mit dem Spiel nach dem Flop, Odds und der Spielweise mit ausgewählten Händen und Draws.

Spiel auf dem Flop

Wie Sie Ihre Hand auf dem Flop spielen sollten, hängt u. A. davon ab, ob Sie vor dem Flop erhöht haben. Wenn Sie erhöht, aber den Flop verfehlt haben, sollten Sie dann setzen oder nicht (wir sprechen hier von einer Continuation Bet)?

Wenn Sie vor dem Flop erhöht haben, müssen Ihre Gegner damit rechnen, dass Sie eine starke Hand halten. Wenn sie den Flop verfehlen, wird es sehr schwierig für sie, eine weitere Bet auf dem Flop zu callen. In Hold'em geschieht dies jedoch viel häufiger als in Omaha.

Da jeder Gegner potenziell zwei Flush Draws auf der Hand sowie verschiedene Straight Draws halten kann, ist es viel wahrscheinlicher, dass jemand genug getroffen hat, um Sie bis zum River zu bezahlen.

Continuation Bets sind deshalb nicht wertlos bei Omaha, aber selektiver und gewissenhafter einzusetzen.

Ein Beispiel:

Drei Spieler sind auf dem Flop in der Hand. Sie erhöhen mit einem „nackten" Paar Assen.

Ihre Hand Flop
A A 2 8 Q J T

Ein Paar Asse ist in der Variante Omaha Hold'em bei Weitem nicht so stark wie in Hold'em, aber natürlich auch nicht schlecht. Trotzdem müssen sie sehr vorsichtig sein. Dies ist ein guter Zeitpunkt, um den Flop zu checken und die Aktionen der anderen Spieler abzuwarten.

Wie bereits erwähnt ist Omaha ein Nut-Spiel. In dieser Hand haben Sie etwa eine 1%-ige Chance auf Runner Runner Full House. Das ist keinen weiteren Einsatz Ihrer Chips wert.

Fällt der Flop jedoch:

Ihre Hand Flop
A A 2 8 Q 7 3

Auch dieser Flop ist nicht ideal für Ihre Hand, aber auch nicht wirklich schlecht. Auf diesem Flop lohnt es sich zu betten. sie halten zwar nicht die Nuts, aber eine ausreichend starke Hand, um fortzusetzen.

Halten Sie nur nicht zu sehr daran fest. Es ist keine Schande, nach einem Raise noch zu folden.

Two Pair

Zwei Paare zu floppen ist bei Omaha eine verzwickte Situation. Bei Hold'em ist dies eine starke Hand, bei Omaha ist sie sehr angreifbar. Die Pots werden hier hauptsächlich von Straights und Flushes gewonnen, während bei Hold'em meistens ein oder zwei Paare ausreichen.

Jeff Madsen
Jeff Madsen muss sich nach einem Omaha Game ausruhen
Wenn Sie top Two Pair floppen und Ihr Gegner einen double-wrapped Straight Draw, sind Sie nur 35% Favorit auf den Pot. Bei Omaha gibt es Hände mit mehr als 20 Outs, sodass ein Draw auf dem Flop statistisch gesehen Favorit gegen eine Made Hand sein kann.

Wenn jemand Ihre Bet mit Two Pair bezahlt, liegen Sie wahrscheinlich hinten oder spielen gegen einen starken Draw. In einem Nut-Spiel müssen Sie in der Lage sein, gute Hände wegzuwerfen, wenn es noch bessere geben könnte.

Besonders gefährlich ist es, Bottom Two Pair zu spielen. Da Sets bei Omaha recht häufig vorkommen , werden Sie mit einem niedrigen Full House höchstwahrscheinlich gegen ein höheres verlieren.

Sets

Wenn Sie sich an unseren Rat halten und kleine Paare vermeiden, sollten sie selten in die Gefahr geraten, von einem höheren Set dominiert zu werden. Wenn Sie vor dem Flop erhöht haben. sollten Sie mit einem Set auf dem Flop weiter setzen.

Es ist selten ein Fehler, mit top Set in einem shorthanded Pot zu setzen, auch wenn das Board gefährlich aussieht. Denken Sie daran, mit jedem Set, dass Sie floppen, haben Sie eine 34%-ige Chance, sich zum Full House zu verbessern.

Ein Beispiel:

Sie haben pre-Flop erhöht.

Ihre Hand Flop
K K 7 6 K J 9

Auf diesem Board haben Sie top Set, liegen aber gegen eine Straße zurück. Da außerdem ei Flush Draw möglich ist, sollten Sie eine Menge Action bekommen.

Der schlimmste Fall wäre, dass einer Ihrer Gegner Pik Dame und Pik Zehn hält. Damit hätte er nicht nur bereits eine fertige Straight und einen Flush Draw, sondern auch noch die Pik 9 geblockt. Während die Pik 9 Ihnen das Full House bringt, hat er damit einen Straight Flush.

Selbst in diesem schlechtesten Fall haben Sie immer noch 33 % Gewinnchance. Gegen eine fertige Straight liegen Sie sogar etwas vorn, und gegen einen reinen Flush Draw sind Sie fast 75%-iger Favorit.

Versetzen wir sie nun einmal in einen Multiway-Pot gegen zwei Monsterhände:

Flop: K J 9

Spieler Hand Siegchance in %
Sie K K 7 6 39,79%
Gegner Nr. 1 Q T 5 6 30,18%
Gegner Nr. 2 A 2 2 A 30,03%

Obwohl Sie sich einer fertigen Straight gegenübersehen, einem Nut Flush Draw und einem Overpair, haben Sie noch immer fast 40 % Siegchance und damit die höchste Equity.

In einer solchen Situation sollten Sie den Pot füttern. Bei einem solchen Szenario ist es sehr unwahrscheinlich, dass einer der Spieler foldet, also werden Sie von beiden Spielern bezahlt werden.

Da die anderen beiden Spieler 66 % des Pots bezahlen und Sie 40 % Siegchance haben, sind die Odds korrekt, selbst um gegen eine Made Hand zu setzen. Die Größe des Pots gibt Ihnen zusätzlich die Implied Odds für eine große Bet.

Wenn der Turn einen möglichen Flush vervollständigt, aber das Board pairt, wird Gegner Nr. 1 möglicherweise folden, aber Gegner Nr. 2 wird Value Bets mit seinen zwei verbliebenen Outs wahrscheinlich bezahlen.

Halten Sie sich vor Augen, dass es eine ganze Menge Spieler gibt, die vor dem Flop ausschließlich mit Assen erhöhen. sie sind zum Glück leicht zu erkennen, also folden Sie, wenn ein Ass auf dem Flop auftaucht.

Wenn Sie sicher sind, einen Spieler vor sich zu haben, der nur mit AA erhöht, müssen Sie Bottom oder ein mittleres Set folden, wenn ein Ass auf dem Flop erscheint. Ein Read macht schließlich nur dann Sinn, wenn Sie auch danach handeln.

Straight Draws

Wenn Sie Omaha spielen, werden Sie viele unterschiedliche Straight Draws treffen. Am aussichtsreichsten sind so genannte Wraparound Straight Draws. Wenn zwei verbundene Karten haben und Sie halten Karten, die darüber und darunter anschließen. Hier einige Beispiele:

1. Hand: Q-J-8-x Flop: T-9-x Outs: 17 (wraparound)
2. Hand: J-8-7-x Flop: T-9-x Outs: 17 (wraparound)
3. Hand: K-Q-J-x Flop: T-9-x Outs: 13
4. Hand: 8-7-6-x Flop: T-9-x Outs: 13
5. Hand Q-J-8-7 Flop: T-9-x Outs: 20 (double wraparound)

Doyle Brunson
Was ist schon ein Strategietip ohne Doyle Brunson wert?
Overcards sind besser als Undercards, da Sie damit zur bestmöglichen Straße ziehen und nicht auf das untere Ende. Deshalb ist die 1. Hand stärker als die 2. und die 3. stärker als die 4.

Wenn Hand 1 und 2 auf diesem Flop all-in gehen, schrumpft die Stärke von Hand 2 allerdings dramatisch.

Sie sollten mit starken Draws auf dem Flop setzen, und zwar aus drei Gründen:

  1. Sie könnten den Pot sofort gewinnen (Semi-Bluff).
  2. Ihre Hand ist schwerer zu erfassen, da Sie keine Mad Hand halten.
  3. Mit 20 Outs sind Sie statistisch gesehen Favorit auf den Pot. Wenn Sie am meisten Equity haben, sollten Sie auch setzen.

Wenn Sie einen Straight Draw mit 13 Outs floppen (Sie haben drei Karten über oder unter den verbundenen Boardkarten) und alle Outs live sind (also keine Gefahr für einen Flush, ein Full House oder eine höhere Straight besteht, haben Sie eine 50%-ige Chance darauf, Ihre Straight zu vervollständigen.

Wenn Sie erkannt haben, wie stark Draws bei Omaha sein können, wird das großen Einfluss auf Ihr Spiel mit bzw. gegen Draws haben.

Der Turn

Wie oben erwähnt, ist das Spiel auf dem Turn wichtiger als das pre-Flop, und in gewisser Weise auch wichtiger als das Spiel auf dem Flop. Der Flop bringt Made Hands, Draws und mögliche Redraws. Der Turn dagegen

  • verstärkt Hände. Beispiel: Ein Paar auf dem Board mach tTop Set zum höchsten Full House.
  • zerstört Made Hands. Beispiel: Die dritte Karte einer Farbe erscheint bei einer fertigen Straße.
  • beendet mögliche Backdoor Draws.
  • ermöglicht neue Draws.

An dieser Stelle fehlt nur noch ein Karte, Sie können sich also nun festlegen, ob Sie Ihre Hand fortsetzen oder nicht. Gerade in Pot Limit ist der Pot auf dem Turn viel größer als auf dem Flop, was dem Aggressor viel größere Bets ermöglicht.

Wenn Sie nur noch eine Gelegenheit haben, den Draw zu vervollständigen, wird es schwierig, noch einmal eine Bet in Potgröße zu bezahlen, die dreimal so groß ist wie die auf dem Flop.

Andererseits ermöglichen Ihnen Draws mit derartig vielen Outs auch große Bets auf dem turn callen. Wenn Sie z. B. mindestens 13 Outs haben, um die Hand Ihres Gegners sicher zu schlagen, können sie eine Bet in Potgröße auf dem Turn bezahlen, allerdings nur, wenn sie und Ihr Gegner auf dem River noch Geld übrig haben.

Mit 13 Outs stehen Ihre Chancen etwas schlechter als 1:2 (13/44 = 29,5%), auf dem River noch zu treffen. Das entspricht genau den Odds, die Ihnen der Pot an dieser Stelle gibt. Da noch mehr Geld im spiel ist, rechtfertigen die Implied Odds den Call.

Wenn Sie mehr über Pot Odds und Implied Odds erfahren möchten, lesen Sie die Artikel Missverständnisse am Tisch: Pot-Committed und Wie man mit Implied Odds umgeht.

Der River

Wie bei Hold'em geht es auf dem River darum, eine Value Bet in der richtigen Höhe anzusetzen oder Verluste möglichst zu beschränken. Wenn Sie die Nuts halten, überlegen Sie, was Ihr Gegner möglicherweise hält und quetschen Sie das Maximum aus ihm heraus.

Wenn sie Ihren Draw verpasst haben, geben sie entweder auf oder setzen einen bluff an, falls eine Scare Card auftaucht. Wenn sie eine gute, aber nicht die beste Hand halten, kommt es auf Ihr Urteilsvermögen an.

Überlegen Sie, wozu Ihr Gegner in der Lage ist. Wird er einen Bluff versuchen, wenn zu ihm gecheckt wird? Wird er auch checken? Wagen Sie eine Value Bet, ohne die Nuts zu halten?

Bluffs

Bluffs spielen in jeder Pokervariante eine große Rolle. Bei Omaha wird er als Instrument seltener eingesetzt als in Hold'em, ist aber trotzdem ein wichtiges Mittel.

Ein Bluff kann dann angebracht sein, wenn Sie eine oder mehrere wichtige Karten der Hand halten, z. B. das Ass in der Farbe, von der drei Karten auf dem Board liegen. Bedenken Sie die folgenden Faktoren, bevor Sie einen Bluff ansetzen:

  1. Spielweise des Gegners. Bluffen Sie keine schlechten Spieler, die mit jeder Hand bezahlen (auch „Calling Stations" genannt). dieser Fehler wird häufig begangen. Seine Sie sicher, dass Ihr Gegner stark genug ist, um eine Hand folden zu können.
  2. Zahl der Gegner. Im Allgemeinen sollten Sie nicht versuchen, drei oder mehr Spieler zu bluffen. Ein Bluff funktioniert eher gegen einen einzelnen Gegner, nicht nur, auch weil der Pot normalerweise kleiner und damit weniger verheißungsvoll ist.
  3. Ihr Tischimage. Ein Bluff wird eher funktionieren, wenn Sie ein tightes Image am Tisch haben. wenn Sie vor kurzem beim Bluffen erwischt wurden, werden Ihre Gegner Sie zukünftig häufiger callen, auch wenn hier manchmal ein gegenteiliger Effekt eintreten kann. Wenn beispielsweise ein guter Spieler einen Bluff von Ihnen aufgedeckt hat und Sie für einen guten Spieler hält, glaubt er vielleicht, dass Sie nicht noch einmal wagen würden, ihn zu bluffen.
  4. Ihre Fähigkeit, die Gegner zu lesen. Wenn Sie das Spiel richtig lesen und in der Lage sind, Ihre Gegner auf bestimmte Handranges zu setzen, werden Sie gute chancen zum Bluffen erkennen. Vermutlich ist dies die Fähigkeit, die am schwersten zu erlernen ist.
  5. Das Board. Wenn das Board so aussieht, als ob Ihre Gegner getroffen haben könnten, oder wenn es viele mögliche Draws zeigt, ist ein bluff nur selten erfolgreich. Suchen Sie die Boards aus, die wenige Karten aufweisen, mit denen Ihre Gegner ihre Hände verbessern können. Wenn Sie eine Hand repräsentieren können, hat Ihr Bluff größere Erfolgschancen. Ein unkoordiniertes Board mit einer Scare Card, die Sie repräsentieren können, ist normalerweise eine gute Gelegenheit für einen Bluff.
  6. Potgröße. Ihre Gegner werden eher zu einem Call neigen, wenn der Pot groß ist, da sie dann bessere Pot Odds bekommen. Andererseits ist die Belohnung natürlich viel größer, wenn Sie in einen großen Pot bluffen. In dieser Situation ist Ihr Urteilsvermögen gefragt.
  7. Position. Wenn Sie in hinterer Position sitzen, haben Sie normalerweise besseren Zugang zu Informationen über die Karten Ihrer Gegner und sind deshalb in einer besseren Position für einen Bluff. Wenn beispielsweise zu Ihnen gecheckt wird, das Board vielversprechend aussieht und nur wenige Spieler im Pot sind.

Outs für ausgewählte Draws

Double wraparound straight draw 20 Outs
Wraparound straight draw 17 Outs
Straight flush draw 15 Outs
Flush draw und Overpair 11 Outs
Flush draw 9 Outs
Open-ended straight draw 8 Outs
Drei Paare zum Full House 6 Outs
Zwei Paare zum Full House 4 Outs

Schlussbemerkung

Diese Artikelserie dient Ihnen als Einstieg. Sie haben jetzt ausreichend Informationen, um starkes Omaha zu spielen und, was noch wichtiger ist, Sie wissen nun um die kleinen Besonderheiten, auf die Sie in dieser Variante achten müssen.

Wie bei jeder anderen Variante gilt jedoch, nur Übung macht den Meister. Wenn Sie ein guter Spieler werden wollen, ist es jetzt Zeit, einen Tisch zu suchen und anzufangen.

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