PokerZeit WSOP Tipp - Maxim Lykow

Maxim Lykov

Wir stellen europäische Spieler vor, die nach Meinung der Redaktion in diesem Jahr die besten Chancen haben, ein Bracelet mit nach Hause zu bringen. Heute werfen wir einen Blick auf Mütterchen Russland.

In der letzten Woche haben wir Johannes Strassmann und Bertrand Grospellier vorgestellt, zwei Europäer, die sich auf der Tour bereits einen Namen gemacht haben. Bei unserem heutigen Kandidaten ist das erst seit Kurzem der Fall.

Maxim Lykow erschien erst vor gut einem Jahr - im Mai 2009 - auf der internationalen Pokerbühne, als er bei einem zweitrangigen Turnier in Moskau den elften Platz belegte. Danach aber ging es Schlag auf Schlag: Nur zehn Tage später gewinnt er ein Event des Red Sea Poker Cups in Ägypten, bei einem weiteren wird er Elfter.

Im Monat darauf fährt Lykov zur WSOP und erreicht auf Anhieb den Finaltisch des $5k NLHE Shoot-out. Am Ende steht Platz 3.

Im August findet die erste EPT im ukrainischen Kiew statt. Der Ausgang ist bekannt. Lykow gewinnt das Turnier und €330.000,-. Danach folgen Turniererfolge in Prag und bei der PCA, wo er sich in einem Side Event durchsetzt.

Erst im März scheitert er nur knapp an seinem nächsten Finaltisch. Bei der EPT Snowfest wird er 13. Kurz darauf folgt ein 5. Platz beim €5k Heads-up Event des Gand Finals in Monte Carlo. Danach wurde er zum „EPT-Spieler des Jahres" gewählt.

Lykow hat einen Lauf, das ist nicht von der Hand zu weisen. Natürlich weiß man nie mit Sicherheit, ob dies nur ein Strohfeuer ist. Schließlich spielt der Mann erst seit einem Jahr überhaupt offline. Allerdings weist seine Formkurve bisher keine nennenswerten Abschwünge auf, und deshalb stehen seine Chancen auf ein Armband überdurchschnittlich gut.

Mit Auszeichnungen geht Lykow übrigens recht pragmatisch um:

PZ: Was bedeutet der Titel „Spieler des Jahres" für Sie?

ML: Jeder mag Titel, sogar diejenigen, die schon viele haben. Ich freue mich darüber und zähle darauf, dass mir diese Auszeichnung dabei helfen wird, einen Sponsorenvertrag bei einem großen Pokerraum zu bekommen. Bisher gibt es jedoch keine Angebote.

PZ: Sie waren im letzten Jahr erstmals bei der WSOP und haben gleich an einem Finaltisch gesessen.

ML: Dabei habe ich die erste Hälfte der Serie sogar verpasst, weil ich kein Visum bekommen konnte. Trotzdem konnte ich gerade dort die Erfahrung sammeln, die mir dann in Kiew den turniersieg ermöglichte.

PZ: Nach Ivan Demidows Erfolgen bei WSOP und WSOPE wurde er als bester russischer Spieler gerühmt. Jetzt gelten Sie als der Beste.

ML: Das ist zu kurzfristig gedacht. Man sollte die Ergebnisse eines Spielers mehrere Jahre verfolgen, bevor man so etwas sagt. Ein bisschen Pech, und jemand Anderer wäre nun an meiner Stelle. Ich mache mir da also keine Gedanken.

Turniersiege haben etwas Irreales. Aber früher oder später werden die Rückschläge kommen, und dann muss man aufpassen, dass man nicht zu hart in der Realität aufschlägt.

Die Fragen stellte Jewgeni Atarov.

Lykows Dreifach-Call bei der EPT.

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