Poker-Weekend in HH-Schenefeld (1)

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12 August 2010, Von: The Brain
Geposted in: Blog
Poker-Weekend in HH-Schenefeld (1)
Yes, I'm still alive and back in town!
Die schonungslose Offenlegung der Gründe für mein monatelanges Abtauchen erfolgt demnächst exklusiv hier bei pokerzeit.com!
Ich habe seit Wochen kein Poker mehr gespielt. Es kribbelt bereits ganz gewaltig in den Fingern. Die regionale Pokerclub-Szene liegt am Boden, das Casino in Bad Oeynhausen bietet im August kein Turnier an, die Burg muss nicht sein. Meine Zockerseele schreit jedoch nach Livepoker - was also tun?

Die Spielbank Schenefeld vor den Toren Hamburgs wurde mir bereits von mehreren Spielern empfohlen. Einer davon nahm bereits an der Pokerolymp-Open teil, dem nach dem EPT-Mainevent höchstdotierten Pokerturnier Deutschlands. Ich rufe dort an und reserviere für drei Turniere: €95+5 Freezeout am Freitag, €45+5 Rebuy am Samstag sowie das Deepstake €145+5 am Sonntag. Über HRS.de buche ich ein Hotelzimmer für €48 einschließlich Frühstück im Rellinger Hof, nur 5,8 Kilometer vom Casino entfernt.

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Im Zentrum der Metropole...

Bereits Freitagmittag fahre ich los, um den obligatorischen Freitagnachmittag-Staus zuvor zu kommen. Das klappt prima. Die 290 Kilometer lange Strecke lege ich gemütlich in etwa 3 Stunden staufrei zurück. Selbst im Elbtunnel habe ich freie Fahrt.

Einchecken im Hotel. Das Zimmer ist geräumig, komfortabel, sauber und ruhig. Kostenloses Parken direkt vor dem Haus.

Sogar eine eigene Terrasse mit Blick auf den grünen Innenhof ist vorhanden. Diesen Platz erwähle ich spontan zu meinem Raucherrefugium.

Auf der Fahrt zur Spielbank komme ich an 2 Tankstellen vorbei. Die SHELL will 1,43 für den Liter Super, die TAMOIL nur 1,34. Zahlendreher oder wirklich 9 Cent günstiger? Egal, auf der Zapfsäule steht auch 1,34.

Also voll getankt und gefreut über die Ersparnis.

Das Casino befindet sich in der obersten Etage des „Stadtzentrum", einer Shopping-Mall mit 1.200 kostenlosen Parkplätzen verteilt auf mehrere Ebenen. Verwirrende Zufahrten auf überdachte Parkdecks, Hochdecks,

Tiefgaragen und stinknormale ebenerdige Stellplätze. Mein erster Parkversuch beschert mir einen Fußweg von etwa 400 Metern bis zur Spielbank. Zuviel für den Erfinder des „very first row parking".

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€500 Rolls Royce - „very first row parking.

Nach dem Einchecken setze ich meinen €500 - Rolls Royce um, parke ihn unmittelbar  neben dem Aufzug, der von der Tiefgarage direkt INS Casino führt.

An der Rezeption werden meine Perso-Daten in den Computer eingegeben.

„Sie besuchen uns ja heute zum ersten Mal", stellt die Empfangsdame treffend fest. Ich erhalte den „Casino Premium-Pass". Der beinhaltet sechsmal freien Eintritt (sonst €1,50) und sechs Mal ein Präsent (Gratisdrink, Cocktail des Monats etc.). Auf der Eintrittskarte steht „Gast der Direktion".

Auf geschätzten 2000 Quadratmetern befinden sich die Rezeption, 7 Pokertische, eine Raucherlounge, 2 Black-Jack-Tische und 6 American-Roulette-Kessel.

In der Mitte des Raumes steht die nierenförmige Bar. Abgetrennt durch eine deckenhohe Glaswand stehen die etwa 150 einarmigen Banditen, teilweise vernetzt zu einem Super-Jackpot. Hier darf geraucht werden.

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Pokerfloor Schenefeld - „Gast der Direktion".

Mit 5 Zehnertischen startet um 20:30 Uhr das Turnier. 95+5, 3k Startstack, Leveldauer 20 Minuten. Ich beginne ultra tight, spiele nur etwa eine Hand in 3 Orbits. Nach einer Stunde halte ich A, A, spiele sie riskanterweise slow. Kein Preflopraise, den übernimmt ein Mitspieler, nur call.

5 Spieler in der Hand. Ich treffe meinen Set bereits im Flop A, J, 6. Keine Drawgefahr. Wieder machen die anderen die Pace, ich calle Flop und Turn. Set 8er geht nach dem River All-in, Twopair callt, ich verdreieinhalbfache meinen Stack. Ab jetzt dominiere ich den Tisch und werde mit steigenden Blinds zunehmend aggressiver. Einige Steals und Semi-Bluffs mehren ohne wirklich gute Starthände meinen Stack auf 16,5k.

In der zehnminütigen Pause fahre ich zum Auto runter. War die Tiefgarage beim Abstellen noch rappelvoll, steht mein Wagen jetzt mutterseelenallein da. Die Alarmglocken in meinem Kopf klingeln. Ich fahre meinen Corsa A nach draußen aufs Parkdeck. An der Rezeption frage ich nach. „Jau, die Tiefgarage wird um 22 Uhr geschlossen. Ihr Auto können Sie erst am nächsten Tag oder gegen Zahlung einer hohen Notöffnungsgebühr abholen." Wow, das war knapp!

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Typisches Turnierende.

Zurück an den Tisch. Die Blindsteigerungen waren bislang äußerst moderat. 25/50, 50/100, 75/150, 100/200, 150/300. Ab 400/800 kommen 100 Ante dazu. Das Spielerniveau ist gehoben, keine Kamikaze-Typen dabei, etwa 80 Prozent Deutsche. Es gibt nur 3 Jeton-Stückelungen: rote 25er, schwarze 100er, gelbe 1000er.

Die guten Dealer sind ausnahmslos männlichen Geschlechts, tragen Fliege und Westen, auf denen auch schon mal ein HSV oder Pauli Button befestigt ist. Das Teilnehmerfeld dünnt immer weiter aus. Tisch um Tisch wird aufgelöst bis nur noch 2 shorthanded Tables (6 & 5) übrig sind. Auch ich werde umgesetzt, bin an diesem Tisch nur noch second high stack.

Zur Geisterstunde, kurz vor der Zusammenlegung zum Final Table, gerate ich mit dem Chipleader aneinander, dem ich bislang aus dem Weg gegangen bin. Ich halte 8, 8  als CO, minraise, der Chipleader im SB callt. Heads up. Flop 8, 5, 2. Der mir als ultra-aggressiver Spieler aufgefallene Chipleader spielt double potsize an, ich stelle ihn all-in. Er überlegt lange, callt dann. Show down.

Gegner zeigt A, Q. Turn: blank. River: natürlich weiß jeder Leser, welche Farbe die letzte Karte hatte. Es ist ein verfuckter Jack. Karo. J.

Seat open. 7 Plätze werden bezahlt, mir bleibt nur die Hoffnung auf das morgige unlimited Rebuy-Turnier und das Resumé, dass ich mit meiner heutigen Leistung sehr zufrieden bin, mitnichten jedoch mit dem Ergebnis.

Das hängt auch ein wenig von der Mentalität ab.

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Siegertyp The Brain.

Wo andere sich ITM gefoldet hätten, bin ich ein Sieg-Spieler-Typ.

No risk, no fun - no pain, no gain!

Freut Euch auf meinen Bericht vom zweiten Tag des Pokerwochenendes!

Und am dritten Tag: Merkwürdige Begegnung der vollbusigen Art.

Strategien für Roulette und Blackjack, das Casino Schenefeld im Brain-Test.

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Thorsten 2010-08-13 09:22:22

Endlich. Mann, was habe ich deine aRTIEKEL
vermisst! Hau rein!

The Hand 2010-08-12 17:07:21

Welcome back!

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Ein deutscher Hobbyspieler ohne WSOP-Allüren, aber mit Sinn fürs Detail.

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