PokerStars GCOOP - Overlays und Russeninvasion

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Die PokerStars Germanic Championship of Online Poker sind vorbei. Den Main Event gewann „Bundesmiro". Die Turnierserie bot Licht, aber auch Schatten. Ungünstige Startzeiten verhinderten größere Spielerzahlen und führten zu Overlays.

Es war eine Turnierserie mit gemischten Ergebnissen. Strukturen, Satellites und Turnierangebot ließen eigentlich wenig Wünsche offen. Trotzdem kann PokerStars mit der Zahl der Teilnehmer nicht zufrieden sein.

„Bundesmiro" gewann nach ca. 20h Spielzeit den Main Event der GCOOP sowie €52.772,50. Gratulation! Ein Deal wollte am Finaltisch im Gegensatz zu den meisten Sunday Millions nicht zustande kommen. Vielleicht ein Hinweis auf die deutsche Mentalität?

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"Bundesmiro" - Main Event Gewinner.

Die besten Spieler der Serie waren „Amoroso5" (dank eines 1. und eines 2. Platzes mit deutlichem Abstand) und Team Pro George Danzer, der ebenfalls ein Event für sich entscheiden konnte. Amoroso5 erhält als Sonderbonus ein EPT-Berlin-Paket mit allem Drum und Dran, Danzer kriegt nichts. Macht aber nichts, er wird ja sowieso gesponsert.

Im Vergleich zu den anderen Landesmeisterschaften, die mehr oder weniger zeitgleich mit den GCOOP stattfanden bzw. -finden, zeigt sich, wie wichtig der deutschsprachige Markt für PokerStars ist. Die Buy-ins waren nirgendwo so hoch wie bei der GCOOP, mal abgesehen vom Kernmarkt USA.

Nur bei den Nordischen und den Kanadischen Meisterschaften wurden ähnlich hohe Buy-ins erhoben, allerdings in Dollar. Mit €828.000 garantierten Preispools lagen die GCOOP allerdings deutlich vor den $700.000 der Nordic Championship.

Wie bei den großen Online-Serien WCOOP und SCOOP wurden die Strukturen so angepasst, dass man sich (abgesehen natürlich von dem Turbo-Event) auf Turniere von epischer Länge einrichten konnte. Zwölf und mehr Stunden dauerten die einzelnen Events. Ein Traum für Turnierfans also?

Nicht ganz. Denn in fünf der elf Events kam es zu Overlays, insgesamt wurden in diesem über €200.000 mehr aus- als einbezahlt. Für PokerStars, die sonst selten ein Event durchführen, ohne dabei Spieler- oder Preisgeldrekorde zu brechen, ist das ein ungewöhnliches Vorkommnis.

Overlays:

Event Spieler Buy-in guaranteed Overlay
4 301 €320 NLHE €135.000 44.700 (6020)*
6 72 €320 HORSE €25.000 3400 (1440)*
7 274 €320 NLHE 6-max €160.000 77.800 (5480)*
9 124 €215 NLHE (1R 1A) €65.000 14.600 (1860)*
11 402 €530 NLHE ME €275.000 74.000 (12.060)*

*In Klammern die Gebühr, nicht in das Overlay eingerechnet.

Die teilnehmenden Spieler wird's gefreut haben, kam doch damit eine Menge zusätzlicher Value zusammen.

Nicht dass diese Verluste ernsthafte Löcher in die Portokasse des Marktführers brennen würden, €200.000 sollten hier nicht weiter ins Gewicht fallen, aber die Frage nach dem Warum stellt sich unwillkürlich.

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Das PokerZeit Satellite musste abgesagt werden.

Die Gründe waren nicht nur, dass das PokerZeit-Freeroll für Event Nr. 7 von russischen Bonushu... - Bonushuntern überflutet wurde und deshalb abgesagt werden musste (PokerStars hat für die PokerZeit-Spieler Ersatz angekündigt), sondern vor allem wohl die etwas ungeschickten Startzeiten.

Zahlreiche Spieler zeigten sich in Internet-Foren verärgert darüber, dass Turniere, die einen halben Tag lang dauern, abends um 20 bzw. 21 Uhr gestartet wurden, also zeitgleich mit so manchem WCOOP-Event. Diese sind aber auf nordamerikanische Spieler zugeschnitten, und die Ost- bzw. Westküste liegt gegenüber der zentraleuropäischen Zeit 6 bzw. 9 Stunden zurück. Die Turniere beginnen also für die Mehrzahl der Spieler zu einer Kernzeit zwischen 11 und 15 Uhr.

Wer also außer zumindest semi-professionellen Spielern sollte an diesen Turnieren teilnehmen? Das auf zwei Tage angesetzte Main Event  wurde am ersten Tag bis zum Ende des Levels 25 gespielt, ging also erst gegen morgens um 10 in die Pause. Die anderen endeten zwischen 3.30 und 9.40 Uhr.

Amateure, die tagsüber noch anderen Beschäftigungen nachgehen, werden es sich zweimal überlegen, ob sie €530 Startgeld investieren, und selbst für Profis sind diese Spielzeiten doch eher ungewöhnlich. Selbst Gastronomen sind selten bis neun Uhr morgens unterwegs.

Ähnliches gilt für die Turnierserien Mediterranean, Baltic und Nordic COOP, wogegen die Serien für Kanada und die USA (auch) mit Startzeiten zwischen 14 und 18 Uhr (Eastern Time) angesetzt wurden. Hier besteht noch ein wenig Nachholbedarf für den Branchenriesen, denn bei gleichbleibend unsicherer Gesetzgebung und Zukunft des nordamerikanischen Marktes und den Schwierigkeiten, die man derzeit mit chinesischen Spielern hat, könnte sich Europa in Zukunft zum Kernmarkt entwickeln.

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