Immer wird gemeckert

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24 Februar 2014, Von: Rainer Gottlieb
Geposted in: PokerZeit Blog
Immer wird gemeckert

Man kann es niemals allen recht machen und da schließe ich mich selbst nicht aus. Ich werde das Gefühl nicht los, dass Pokerspieler - zumindest die Spezies der Turnierliebhaber - gerne meckern.

Egal, wie ein Turnier konzipiert ist, es gibt immer Spielerinnen und Spieler, die etwas auszusetzen haben.

Häufig hören oder lesen wir in diesem Zusammenhang den Anglizismus „Crapshot“, vor allem dann, wenn das Turnier wegen zu weniger Chips, zu kurzer Blindzeiten und zu schneller Blindsteigerungen wenig Möglichkeiten für kreative „Moves“ lässt.

Ebenso gern wird aber auch gemosert, wenn die Bedingungen gegenteilig sind: Sehr viele Chips bei moderater Blindsteigerung und langen Zeitintervallen, vielleicht noch gepaart mit der Möglichkeit, x-fach nachzukaufen.

Dann dauert es vielen Teilnehmern zu lange. Und ansonsten? Die Entry-Fee ist eine Unverschämtheit, das Catering könnte verbessert werden, die Getränkepreise sind zu hoch und so weiter und so weiter.

Einer besonders intensiven Schimpfkanonade war jüngst das veränderte Triple-A-Konzept der Spielbank Berlin am Potsdamer Platz ausgesetzt. Was war geschehen?

Die Spielbank hatte das Turnier von drei auf zwei Tage verkürzt. Dies sorgte für ein Unwetter an Kritik in Foren (pokerstrategy) und auf einschlägigen Internetseiten (pokerfirma). Nur ein paar Beispiele:

„Schade. Durch die Verkürzung von 3 auf 2 Tage wird das Deepstack-Turnier zu einem Side-Event degradiert. Damit wird es für mich deutlich weniger attraktiv. Die Erhöhung der Startdotation ändert überhaupt nichts daran und ist reine Augenwischerei!“

„nur verschlechterungen, das ganze gleicht jetzt nem schlechten sachpreisturnier und ist alle andere als seriös. ich z.b. hatte überlegt mal wieder hinzufahren und das turnier mitzunehmen. plan wieder getrichen. was soll dieser witz mit den 50.000 – das is VIEL zu viel. 20k chips 45 minuten levels an allen tagen und alles is gut…berlin enttäuscht immer wieder“

„absolute verschlechterung. Ich war immer gern in Berlin zur AAA und hab letztes Jahr 4 mal teilgenommen und hab mich sehr drauf gefreut dieses Jahr wieder in Berlin zu spielen. Unter diesen Umständen werde ich es sein lassen, da lohnt sich der weite Weg für mich nicht. Hoffe sehr das es ein Umdenken gibt!“

„Schade. Hier wird seitens der Spielbank versucht Profitmaximierung zu betreiben und die ehemals gute Turnierstruktur bleibt dabei auf der Strecke...“

Einige Spieler äußerten aber auch Verständnis, so z.B.:

„Ich finde, 3 Tage für ein 300€ Turnier einfach zu viel. Sagen wir, du kommst zum FT und wirst dann sagen wir mal 7ter oder so, dann saßst du gute 25-30 Stunden da für sagen wir 1200€ plus (geschätzt), da kommste dann, als Final Tabler (!), bei 40€ die Stunde raus.
Bei 1k+ Turnieren sehe ich das ein, aber hier fehlt mir einfach die Verhältnismäßigkeit.“

„Ich finde die Neuerungen Prima. Find das Turnier wie das jetzt geplant ist viel besser. Danke!“

Und was passierte im ersten TripleA-Turnier 2014 tatsächlich? Es wurde ein Rekord aufgestellt! 405 Entrys an den beiden Starttagen sorgten für einen Preispool von 122.715 Euro. Dazu als Vergleich die Zahlen aus den Turnieren des Jahres 2013, als nach Ansicht vieler Kritiker „vieles besser“ war:

Turnier Nr.

Entries

Preisgeld

6/2013

230

69.690 €

5/2023

293

88.779 €

472013

238

72.114 €

3/2013

251

76.053 €

2/2013

222

67.266 €

1/2013

364

110.292 €

 

Leider lässt sich nicht feststellen, ob die Kritiker sich tatsächlich an ihre vorherigen Ankündigungen gehalten haben, nicht am Turnier teilzunehmen.

Ich konnte an einem der Starttage ein kurzes Gespräch mit Bernd Plätrich, dem Turnierdirektor führen. Er hält die Veränderungen für nicht so gravierend. Die Startchips wurden auf 50.000 erhöht, die Blindstruktur steigt sehr langsam und an den beiden ersten Starttagen (bis Level 16) gibt es keine Ante.

Und zumindest - trotz aller Kritik im Vorfeld - geben die Teilnehmer- und Preispoolzahlen der Spielbank recht.

Ich jedenfalls werde weiterhin die Triple-A-Turniere spielen - auch wenn es diesmal wieder nicht geklappt hat.

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