Pokerseminare im Test – die APSA in Wien

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6 März 2013, Von: Dirk Oetzmann
Geposted in: The Hand
Pokerseminare im Test – die APSA in Wien

PokerZeit testet Pokerschulen für Anfänger und Fortgeschrittene. Wir sagen Ihnen, wo sich der Besuch lohnt und wovon Sie lieber die Finger lassen sollten.

PokerZeit ist unterwegs. Wir besuchen und bewerten werden in unregelmäßigen Abständen Anbieter von Pokerseminaren, Kursen, Workshops usw.

Lesen Sie unsere Erfahrungen als Seminarteilnehmer aus erster Hand.

Der Veranstalter

Die Austrian Poker Sport Association (APSA) besteht seit 2006 und wurde vom heutigen Präsidenten Martin Sturc gegründet.

Sturc beschäftigt sich auch im Rahmen seines Studiums der Sportwissenschaft hauptangelegentlich mit Poker. Sein Ziel ist, Poker eine offizielle Anerkennung der Bundessportorganisation (BSO) als Sportart zu verschaffen.

Ein Großteil des Anforderungskatalogs für diese Anerkennung ist bereits erfüllt, doch da in Österreich Rechtsunsicherheit zum Status Poker als Glücksspiel besteht, wird mit einer positiven Reaktion der BSO in naher Zukunft noch nicht gerechnet.

Das Problem ähnelt dem in anderen Ländern:

APSA Poker Academy

„In den verantwortlichen Positionen sitzen Personen, die selbst mit den Grundzügen von Poker gar nicht vertraut sind. Durch diese Inkompetenz kommt es immer wieder zu Entscheidungen, die weder durchdacht noch begründet sind.“

Unter dem Dach der APSA sind mehr als 40 Vereine zusammengefasst. Die APSA veranstaltet Vereins- und Einzelmeisterschaften, landesweit und bundesweit.

In Österreich scheint die Idee eines Dachverbands im Gegensatz zu Deutschland also zu funktionieren.

Das Seminar

Wir besuchen im Februar 2013 den zweiten Teil der sechsteiligen Reihe „Pokerseminar für Fortgeschrittene“.

Die Seminarreihe wird erst zum zweiten Mal durchgeführt, erst im Sommer 2012 wurde dieses Angebot neu aufgestellt.

Themen des Seminars sind grundlegende Kenntnisse zur Flopanalyse, Equity, Pot Odds und Implied Odds sowie Selektion und Sizing eigener Bets.

Die Teile der Serie bauen aufeinander auf, richten sich aber nicht an blutige Anfänger. Von der Definition der eigenen Raising Range im ersten Teil reichen die Inhalte bis hin zu Erläuterungen etwa des ICM.

Den Abschluss und sechsten Teil der Serie übernimmt ein prominenter Gastredner, der mittels Hand History ein von ihm selbst gespieltes Turnier analysiert und die Hintergründe seiner Spielzüge offen erläutert.

Bei der ersten Serie übernahm diese Aufgabe Adrian Apmann. Der deutsche Wahl-Wiener erreichte zuletzt Platz sieben der WPT Baden.

Für diese Seminarreihe werden Grundkenntnisse und ein Mindestmaß an Erfahrung vorausgesetzt.

Wer auch bei Hand Rankings oder der Starthändeauswahl Schwierigkeiten hat und einen Check-Raise für eine Gehaltserhöhung hält, sollte sich zunächst an das Seminar für Anfänger halten.

Seminarablauf

Sturc hält das Seminar in der Form einer interaktiven Vorlesung. Die angegebenen Inhalte werden mithilfe von Power Point und kostenlosem Begleitheft vermittelt.

Zu dem von uns besuchten Vortrag kamen ca. zehn Personen aus sehr unterschiedlichen Altersklassen, die sich rege und höchst interessiert beteiligten.

So interessiert, dass auch nach Ende des Seminars noch einige Teilnehmer vor Ort bleiben und verschiedene Spielsituationen zu analysieren versuchen.

Martin Sturc APSA

Sturc versucht, auf die Fragen einzugehen, ohne dabei zu verbergen, dass es im Poker oft eben keine einfachen Wahrheiten, keine einzelne richtige Antwort gibt.

Für die €50  Kostenbeitrag erhalten die Teilnehmer die wichtigsten Informationen über die angegebenen Themen verständlich vermittelt.

Die relativ geringe Zahl an Teilnehmern ist in der Poker-Community vermutlich vor allem mangelnder Selbstkritik zuzuschreiben.

Wer ist schon ehrlich genug, sich einzugestehen, dass er Verständnisschwierigkeiten hat und ein bisschen Hilfe nicht schaden könnte.

Fazit: Martin Sturc und seine Handvoll Mitarbeiter legen eine Menge Idealismus an den Tag, um Poker als Breitensport zu verankern. Reich werden sie mit dem vorhandenen Seminarangebot jedenfalls nicht.

Wer sich sein Pokerwissen ernsthaft und methodisch aufbauen möchte, aber keine Lust hat, Theorie zu bolzen, ist bei der APSA gut aufgehoben.

Wer das erworbene theoretische Wissen vertiefen möchte, kann dies im Rahmen von Workshops tun.

Angebot & Kosten:

Die Seminare finden in den Räumen des Casino Montesino statt.

Sie finden sie im E-Turm des Gasometers, Guglgasse, Wien.

Seminare: einmal monatlich; Workshops: alle zwei Monate

Dauer: Seminare 2h; Workshops 5h

Kosten: Seminare €50; Workshops €100

Teilnehmerzahl: Seminare unbegrenzt, Workshops limitiert auf neun Personen

Einzelcoaching auf Anfrage; Kosten: €100/h

Webseite: http://apsa.co.at/

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Sie kennen einen Veranstalter von Pokerseminaren, Workshops oder Kursen, den wir besuchen sollten? Dann schreiben Sie uns unter [email protected].

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