Zweimal lebenslänglich

ernie scherer

Ein ehemaliger Pokerprofi wird nach einem reinen Indizienprozess zu doppelt lebenslanger Haftstrafe für den Doppelmord an seinen eigenen Eltern verurteilt. Das Motiv: Habgier.

Ernie Scherer III. liebte das schöne Leben. Sein Job war Poker, sein Auto ein offener Camaro, und sein Haus stand in Oakland, Kalifornien.

Alles nur Fassade. Das Haus hatten ihm seine Eltern finanziert. $600.000 hatten sie geliehen. Die Pokerkarriere? Eine Farce. Der 32-jährige Scherer hatte mehr Schulden, als er je zurückzahlen konnte.

Schließlich weigerten sich seine Eltern, ihn finanziell weiterhin zu unterstützen.

Am 14. März 2008 wurden Ernest und Charlene Scherer ermordet auf dem Gelände ihres bevorzugten Country Club aufgefunden. Der Mörder war mit außerordentlicher Brutalität vorgegangen. Er hatte sie mit einem Baseballschläger erschlagen und zusätzlich Kehlen und Handgelenke durchschnitten, um ganz sicher zu gehen.

Ernest Scherer III. wurde des Mordes ersten Grades verdächtigt, angeklagt und nun von einem Geschworenengericht schuldig gesprochen. Sein Motiv sei die Erbmasse von $1,5 Mio. gewesen.

Handfeste Beweise konnte die Anklage indes nicht vorlegen. Das Urteil beruht ausschließlich auf Indizien.

So hatte Scherer, der ansonsten häufig telefoniert, am Tag des Mordes 17 Stunden sein Mobiltelefon abgeschaltet. Außerdem hatte jemand nur Stunden vor dem Mord einen Baseballschläger und Sportschuhe in einem Geschäft in Primm, Nevada gekauft und bar bezahlt. Die Polizei konnte nachweisen, dass Scherer nur Minuten zuvor gegenüber des Sportgeschäfts sein Auto aufgetankt und mit Kreditkarte bezahlt hatte.

Die Aufzeichnungen der Sicherheitskameras des Country Clubs zeigten Scherers Auto, das passend zur Tatzeit auf das Gelände des Clubs fuhr und später wieder verließ.

Richter Jeffrey Horner verkündete das Urteil zweimal lebenslänglich und bekräftigte, dass er von der Richtigkeit überzeugt sei. Für Taten wie diese ist nach kalifornischem Recht auch die Todesstrafe anwendbar, allerdings sah die Staatsanwaltschaft davon ab, sie zu fordern.

Scherer wandte sich nach der Urteilsverkündung mit einem kurzen Statement an das Gericht, in dem er weiterhin auf seiner Unschuld beharrte. „Ich hatte großartige Eltern. Sie liebten mich, und ich liebte sie.“

Quelle: San Francisco Chronicle, Danville Express

Bitte füllen Sie die erforderlichen Felder korrekt aus.

Es ist ein Fehler aufgetreten!

Sie müssen drei Minuten warten, bevor sie einen weiteren Kommentar abgeben können.

aLca 2011-05-24 04:34:14

Heftige nummer,..