Poker-Overkill - London im September

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Rule Britannia, Britannia rule the felt.

WSOP und PIP, EPT, WPT, olé olé. Das ist nicht etwa der Refrain von Fanta 4s „Mit freundlichen Grüßen", sondern eine Kurzzusammenfassung der Events, die im September in der ehrwürdigen Hauptstadt des Vereinigten Königreichs anstehen. Keine Frage, die Pokerwelt schaut in diesem Monat auf London.

Bereits begonnen hat die Londoner WPT-Premiere, die von PartyPoker gesponsert wird. In den letzten Jahren hat die WPT schwere Spielerrückgänge verzeichnen müssen, Grund dafür war u. A. die Abwesenheit von Online-Qualifikationen. Zwar werden auch heute noch Live-Qualifier gespielt - in London waren es £300er Shoot-outs im Palm Beach Casino -, und dagegen ist ja auch nichts zu sagen, doch dank der Kooperation mit PartyPoker konnte man sich nun auch online den Weg in das Main Event erspielen.

Erik Seidel
Der Jubilar Erik Seidel.

WPT - zum ersten Mal in London

Die Anziehungskraft des Turniers - oder sind es doch die noch kommenden Events? - ist immerhin groß genug, um eine Reihe amerikanischer Profis nach Good Old England zu locken. Erik Seidel wurde für sein 100. WPT-Event geehrt und schwang sich daraufhin gleich zum Chipleader von Tag 1A auf, Barry Shulman wird sicher versuchen, in zwei Wochen seinen WSOPE-Titel aus dem Vorjahr zu verteidigen, Phil Ivey ist da und hat angeblich an Tag 1A sogar einmal gelächelt, Huck Seed auch, aber bei dem ist das keine Überraschung, und Frank Kassela tritt mit dem Titel „WSOP Spieler des Jahres" an.

November Niner James Akenhead hörte mit dem Lächeln auf, als er mit geflopptem Full House gegen einen 1-Outer ausschied. Luke Schwartz, Dave Ulliott, Praz Bansi, Neil Channing, Roland de Wolfe, Annette Obrestad, Tony G., Dragan Galic, Annette Obrestad, Freddy Deeb, Bruno Fitoussi, Heather Sue Mercier, der zurzeit wieder umstrittene Sorel Mizzi, Aussie-Millions-Gewinner Tyron Krost gehörten ebenfalls zu den Teilnehmern, was den Ruf der WPT wieder etwas verbessern dürfte.

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Luke Schwartz - „den River checken sollen?"

Schwartz saß an Tag 1A mit Phil Ivey an einem Tisch. Ein Ausschnitt aus dem Aufeinandertreffen zwischen Meister und Möchtegern: Auf einem Board 6 5 5 K setzte Schwartz in Position 20k. Der wie üblich ungerührte Ivey bezahlte und ließ sich damit noch 35k übrig. Schwartz' Stack war etwas kleiner. Auf dem River erschien die flush-gefährliche 2, und Ivey entschied sich nach einigem Überlegen zum All-in. Schwartz brauchte deutlich mehr Zeit, rang sich aber schließlich zum Fold durch und zeigte zu allgemeinem Erstaunen den J.

„Du hättest den River checken sollen", sagte Schwartz nach der Hand und ließ damit durchblicken, dass  er noch einmal gesetzt hätte, aber Ivey grinste nur: „Schon, aber ich konnte den Buben nicht schlagen." „Das glaube ich dir nie", lachte Schwartz.

Der WPT Main Event läuft noch bis zum 4. Sept. Bei geschätzten 250 Teilnehmern und umgerechnet €6000+300 Buy-in ergibt sich ein Preispool von ca. €1,5 Mio.

Daniel Negreanu
Daniel Negreanu am Finaltisch der WSOPE 2009.

WSOP Europe - Zwischen Main Event und Final Table

Die WSOP in Las Vegas gilt ja inoffiziell als Poker-Weltmeisterschaft. Spätestens seit Einführung des europäischen Ablegers ist diese Metapher allerdings nicht mehr wirklich passend, denn warum sollte die Londoner Ausgabe weniger wert sein als ein Turnier in der Wüste von Nevada?

Weil es jünger ist und viel weniger Teilnehmer hat, rufen da die ewigen Zweifler, dabei hat z. B. Daniel Negreanu auf seinem Weg zum zweiten Platz im Main Event im letzten Jahr schon erklärt, das Londoner Turnier sei schwieriger zu gewinnen, da die Qualität in Europa deutlich höher ist.

Vom 14.-28. Sept. finden fünf Events im Casino at the Empire direkt am Leicester Square statt: 6-max NLHE, PLO, NLHE, NLHE heads-up und der Main Event stehen auf dem Programm. Online-Satellites für Event Nr. 3, £1075 NLHE und den £10.350 Main Event laufen auch in diesem Jahr wieder bei Betfair.

Peter Eastgate
Peter Eastgate im Heads-up der EPT London 2009.

EPT London - die siebte Saison

Da bleib ich doch gleich da. Das werden sich einige Profis denken, denn direkt im Anschluss an die WSOPE beginnt die EPT. Phil Ivey erklärte schon im WPT-Interview, dass er wahrscheinlich den ganzen Monat in London verbringt, „wenn es nicht zu viel regnet". Der Mann weiß, wie man Prioritäten setzt.

Im letzten Jahr war der Main Event mit 730 Teilnehmern das bisher größte Turnier in England. In diesem Jahr wird das Limit deshalb auf 1000 Spieler heraufgesetzt. Der Amerikaner Aaron Gustavson schlug im heads-up den heutigen Frührentner Peter Eastgate und gewann £850.000.

Über ein Dutzend Events stehen an, darunter neben dem £5000er Main Event auch ein 8-Game sowie zwei High Roller Events. Online kann man sich bei PokerStars für den Main Event qualifizieren, wer das Glück hat, in London zu wohnen oder wenigstens zu Besuch zu sein, kann sich ab dem 18. Sept. auch live im Grosvenor Casino versuchen.

Die Turnierserie findet dann vom 28. Sept. - 5. Okt. im Hilton Metropole statt.

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Vierte Ausgabe des Festivals am Leicester Square.

Poker im Park

Eine Veranstaltung ganz anderer Art ist das vierte „Poker in the park" Festival, das am 2. Und 3. Sept. ebenfalls auf dem Leicester Square stattfindet. Hier handelt es sich um eine Jedermann-Fete, die zeigt, warum die deutschen Pokermessen inzwischen zu Recht in Vergessenheit geraten. Im letzten Jahr kamen 20.000 Besucher.

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Evander Holyfield - immerhin Mike Tyson ausgeknockt.

Angeboten werden SnG, Heads-up Turniere, Freeroll MTT, Seminare, Autogrammstunden (z. B. mit Liv Boeree, die das Festival auch eröffnen wird, Neil Channing, Roland de Wolfe, Dave „Devilfish" Ulliott u. A.) und eine ganze Reihe weiterer Marketingevents.

Besonderer Gag ist ein „Duell" mit dem fünffachen Boxweltmeister Evander Holyfield. Den Platz des Herausforderers erspielte sich der dreifache Vater Leif G. aus den Midlands. Auf die Frage, was er von dem Duell hält, antwortete Leif: „Es sit ziemlich surreal. Ich meine, der Typ hat immerhin Mike Tyson ausgeknockt."

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