Pokermetropole Wien

Wien

Immer mehr deutsche Pokerspieler ziehen nach Wien. Doch was ist der Grund dafür und was macht den Reiz der Donaustadt aus?

Nicht umsonst ist Wien bereits zum zweiten Mal in Folge zur Stadt mit der höchsten Lebensqualität gewählt worden. Bei der Bewertung wurden Kriterien wie das öffentliche Verkehrsnetz, interne Stabilität, Kriminalitätsraten, Wirksamkeit der Strafverfolgung sowie die internationalen Beziehungen des jeweiligen Landes herangezogen.

Die Liste an Sehenswürdigkeiten ist mit den Schlössern Schönbrunn und Belvedere, dem gesamten ersten Bezirk, Museumsquartier, Stephansdom und dem Prater, um nur einige zu nennen, schier endlos. Kulturell ist hier ebenfalls sehr viel geboten, ob Konzerte, Ausstellungen, Museen oder ausgezeichnete Restaurants, in Wien findet man einfach alles.

Auch das Wiener Nachtleben ist weit über die Grenzen hinaus bekannt. Legendäre Clubs wie das Flex, die Passage oder der Volksgarten laden zum Feiern ein.

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Pius Heinz.

Außerdem ist Wien natürlich ein Paradies für Pokerspieler. Hier findet man zu jeder Tages- und Nachtzeit eine gute Cash Game Partie oder ein interessantes Turnier. Der Konkurrenzkampf zwischen den zahlreichen Card Casinos (CCC, Montesino, Pokerworld, Poker Royale) ist längst entbrannt und dadurch sind diese dazu gezwungen, ihr Angebot permanent zu verbessern und auszuweiten. Für die Nostalgiker gibt es zudem die beiden klassischen Casinos in Wien und Baden, wo jedes Jahr die Poker Europameisterschaft stattfindet.

Das Montesino ist nach dem sensationellen Auftakt im letzten Jahr, bei dem ein neuer Teilnehmerrekord aufgestellt wurde, nun fester Bestandteil der World Poker Tour (WPT). Die European Poker Tour (EPT) war auch schon häufig zu Gast in der Donaustadt, doch bis jetzt ist der Termin noch nicht bestätigt. Allerdings steht die Bekanntgabe des Austragungsortes des Grand Finals noch aus und was liegt näher, als das große Finale in der Pokerhauptstadt Europas auszutragen?

So verwundert es nicht, dass immer mehr deutsche Top Spieler, wie z.B. der Weltmeister Pius Heinz, Florian Langmann oder Johannes Strassmann in den letzten Jahren nach Wien gezogen sind. Doch das liegt natürlich nicht nur am ausgezeichneten Pokerangebot und der hohen Lebensqualität, sondern hat vor allem auch steuerliche und rechtliche Gründe.

Während Pokergewinne in Deutschland, wenn sie berufsmäßig erzielt werden, zu den Einkünften aus einem Gewerbebetrieb zählen und deshalb versteuert werden müssen,  ist Poker in Österreich offiziell als Strategiespiel anerkannt und Gewinne sind hier steuerfrei.

Allerdings soll in Österreich Anfang 2013 ein neues Glücksspielgesetz in Kraft treten, welches nur noch eine Pokerlizenz vorsieht und zur Schließung der Card Casinos führen könnte. Es wird jedoch bereits jetzt von Experten als verfassungswidrig bezeichnet und sie fordern Nachbesserungen. Man darf also gespannt sein, was das neue Jahr bringt und ob Wien auch in Zukunft die Pokerhaupstadt Europas bleibt.

- Lars Liedtke

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