Maniacs am Pokertisch

Es gibt sie in allen Pokervarianten und in allen Limits, die sogenannten Maniacs.

Sie zeichnen sich dadurch aus, so gut wie jede Hand zu spielen, zu raisen und zu reraisen, ohne jede Rücksicht auf Verluste.

Auffallen tun sie einem eigentlich erst dann, wenn man gegen sie einen ordentlichen Pot verloren hat, bei dem die Riverkarte Müll zu Gold verwandelt. Sie treffen 2- oder 3-Outer und die eigene Hand wird degradiert, obwohl man am Turn noch haushoher Favorit war.

Nun, was kann man gegen solche Spieler unternehmen? Ein probates Gegenmittel gibt es eigentlich nicht, bluffen und spekulieren hilft hier rein gar nichts, Maniacs lassen sich nicht beeindrucken, sie halten dagegen oder callen bis zum River, wo sie sich, natürlich mit reichlich Glück, die gewinnbringende Karte kaufen.

Man kann sich also nur in Geduld üben, auf die passende Hand warten und sich dann ordentlich auszahlen lassen. Das ist zwar nicht wirklich spannend aber doch recht lukrativ.

So mancher Leser wird sich nun fragen, was für ein Spieler hinter dem Maniac steckt. Nun, es sind zum Teil echte Zocker, denen ein paar Dollar (auch ein paar Dollar mehr) nicht wirklich weh tun und die Spass daran haben, einen Tisch zu dominieren auch wenn dabei Verlust entsteht.

Die andere Hälfte der Maniacs rekrutiert sich wohl aus völlig unwissenden Zeitgenossen, die einfach keine Ahnung von Outs und Odds haben, bzw. denen, die, spät Nachts mit einem anständigen Promillepege,l direkt von der Kneipe an den Online-Tisch torkeln und alle guten Vorsätze über den Haufen werfen.

Wer gerne selbst einmal diese Erfahrung verbuchen möchte, der kann dies relativ „preiswert" machen, indem er sich mit einen Betrag, der nicht wirklich weh tut, an einen Limit-Holdem Tisch setzt und nach folgendem Prinzip vorgeht:

1. Preflop alles raisen und reraisen bis zum Cap

2. Trifft man den Flop (auch wenn es nur das kleinste Paar ist), oder hat man auch nur die geringste Chance sich gewinnbringend zu verbessern, dann siehe 1.

3. Verfehlt man den Flop komplett und hat keine Overcards, darf man folden.

4. Auf Turn und River geht es lustig weiter, wie unter 2. beschrieben

5. Draws gegen einen selbst werden kategorisch ignoriert

Mit $10 Einsatz wird man nach dieser Methode mindestens eine gute Stunde, wenn nicht sogar zwei, auf einem Limit $0.05/0.10 Tisch überleben, die ersten beiden Runden werden Sie erstaunlich viele Pots unangefochten kassieren, bis die ersten Spieler bemerken mit welcher „Taktik" Sie ans Werk gehen. Ab dem Moment werden die Pots in enorme Höhen ansteigen und wenn das Glück ein bisschen mitspielt, kann man neben der wirklich netten Unterhaltung auch noch ein paar Dollars mitnehmen. Die Erfahrung ist es in jedem Fall wert.

In diesem Sinne... viel Spass beim testen!

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