Pokerlegende Doyle Brunson bei der WSOPE

Doyle Brunson
Mittendrin, nicht nur dabei - Doyle Brunson.

An den Tagen 1A und 1B zeigte sich bei der Betfair WSOPE in London ein Reihe der weltbesten Spieler. Darunter war auch eine lebende Legende.

Doyle Brunson ist heute 76 Jahre alt. Er hat die Entwicklung von Poker von einem illegalen Hinterzimmerspiel zu einem weltweiten Phänomen von Anfang an miterlebt.

Der erste Spieler, der jemals das Main Event zweimal gewinnen konnte, glaubt allerdings, dass sich das Spiel an sich kaum verändert hat.

„Die Grundzüge sind noch immer dieselben", erklärte Brunson im Interview. „Was viele nicht verstehen ist, dass deine Gegenspieler diktieren, wie du spielst."

„Ich habe aggressives Spiel und diese ganzen strategischen Moves gepredigt, aber all das funktioniert gar nicht mehr, weil all die jungen Spieler im Internet genau so spielen. Deshalb habe ich schon vor langer Zeit die Konsequenzen gezogen und mein Spiel verändert."

„Man muss sein Spiel so anpassen, dass man sich in einer bestimmten Situation Vorteile verschafft."

Ob man nun im Big Game in Bobby's Room im Bellagion sitzt oder im Casino at the Empire am Leicester Square in London und dort die WSOPE spielt, für den zehnfachen Bracelet-Gewinner zählt vor allem eines:

„Bei Poker dreht sich alles um Menschen, das habe ich schon immer gesagt. Es geht nicht um die Karte, es geht um die Spieler."

Der weltweite Poker Boom hat inzwischen dazu geführt, dass WSOPE-Events auf beiden Seiten des Atlantiks ausgetragen werden, und High-Stakes-Turniere finden inzwischen in allen Ecken der Welt statt.

Doyle Brunson ist zwar grundsätzlich bei den WSOP-Events in Las Vegas und in London dabei, reist aber im Durchschnitt viel weniger als die meisten Profis. Der Stress ist ihm einfach zu groß.

Doyle Brunson
"Ohne Poker wäre ich wahrscheinlich schon tot."

„Es gibt einfach zu viele Turniere", findet Brunson. „Jede Woche ist irgendwo ein Turnier. Turniere sollten etwas Besonderes sein. Sie sollten für jeden Spieler etwas Besonderes sein, nicht einfach nur das wöchentliche Turnier."

„Es sollte meiner Meinung nach nur wenige große Turniere geben. Zugegeben, ich neige eher dem Cash Game zu, und turniere haben dem Cash Game auch geschadet."

Wenn er zuhause in Las Vegas ist, kann man Doyle auch heute noch lange Sessions in den höchsten Partien der Welt spielen sehen. Poker, glaubt er, hält ihn jung.

„Ich glaube, ohne Poker wäre ich wahrscheinlich schon tot. Poker gibt mir Energie. Ich sage immer: Wie schade, dass mein jugendlicher Geist in diesem sterblichen, alternden Körper gefangen ist. Bis letztes Jahr habe ich gar nicht realisiert, dass ich älter werde."

„Das Gamblen hält den Adrenalinausstoß hoch, es verbessert die Durchblutung und trainiert den Geist. Ich spiele Poker oder lese darüber, ich bin immer aktiv. Außerdem habe ich das Glück, gute Gene zu haben. In meiner Familie sind die meisten älter als 90 geworden, also schätze ich, dass ich noch eine Weile dabei bleibe."

Brunson hat bereits 1970 an der ersten WSOP teilgenommen und wundert sich immer noch über die gewachsene Beleibtheit des Spiels und darüber, dass er nun in England um ein Bracelet der World Series spielt.

„Das konnte wirklich niemand vorhersehen. (WSOP-Gründer) Benny Binion hat irgendwann in den späten 1970ern zu mir gesagt, ‚weißt du, eines Tages werden wir 100 Spieler in diesem Turnier haben', und jetzt hatten wir schon um die 8500."

„Niemand wusste das damals, und heute weiß niemand, wohin die Reise geht."

Sicher ist aber, dass Doyle Brunson zur Stelle sein wird, wo immer es um ein WSOP-Bracelet geht.

„Ich spiele solange, bis sie mich begraben", lautet sein Kommentar.

 

Bitte füllen Sie die erforderlichen Felder korrekt aus.

Es ist ein Fehler aufgetreten!

Sie müssen drei Minuten warten, bevor sie einen weiteren Kommentar abgeben können.

Noch keine Kommentare