Runner, Runner – Zum Davonlaufen

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16 Juli 2014, Von: Rainer Vollmar
Geposted in: PokerZeit Blog
Runner, Runner – Zum Davonlaufen

Mit Spannung erwartet und hochkarätig besetzt kam im vergangenen Jahr der Film Runner, Runner in die Kinos. Fünfzehn Jahre nach dem Kultfilm Rounders versprach sich die Pokergemeinde eine ähnliche Geschichte – und wurde größtenteils enttäuscht.

In diesem Artikel erfahren Sie alles, was Sie über Entstehung, Besetzung und Verlauf des Films wissen müssen.

Entstehung und Produktion

Ganz anders als bei Rounders, dem ersten Film, für den Brian Koppelman und David Levien das Drehbuch geliefert hatten, standen die Vorzeichen für Runner, Runner auf Megaerfolg. Trotz guter Besetzung mit Matt Damon, Edward Norton und John Malkovich hatte es Rounders nicht einmal in die deutschen Kinos geschafft – bei Runner, Runner dagegen betrug das Gesamtbudget stolze 30 Millionen Dollar und war damit fast dreimal so hoch.

Regie führte bei der Produktion, an der unter anderem auch Leonardo di Caprio beteiligt war, der recht unbekannte Brad Furman, doch mit Justin Timberlake und Ben Affleck verkörperten zwei absolute Superstars die Hauptrollen.

Spielte Rounders einige Jahre vor dem Pokerboom, bildet Runner, Runner die Welt nach Chris Moneymakers Triumph bei der WSOP 2003 und etlichen Skandalen in der Online-Pokerszene ab und liefert so das eigentlich realistischere Szenario.

gemma arterton
Eine schöne Frau macht noch keinen guten Film.

Ein Großteil des Films spielt in Costa Rica, gedreht wurde der Streifen aber komplett in Puerto Rico.

Handlung

Richie Furst (Justin Timberlake) ist Student und ein begabter Pokerspieler. Nebenher spielt er Online-Poker und versucht, sich etwas dazu zu verdienen. Als er seine Studiengebühren bezahlen muss, setzt er alles auf eine Karte, verliert aber sein gesamtes Vermögen.

Er ist überzeugt, dass er betrogen wurde, denn sein eigentlich schwacher Gegner traf immer die richtige Entscheidung. Ein Kommilitone weist anhand der Hand Histories nach, dass der Gegner Fursts Karten gesehen haben muss.

Furst reist nach Costa Rica, um den Betreiber des Online-Casinos, Ivan Black (Ben Affleck) aufzusuchen und mit dem belastenden Material zu konfrontieren. Auf einer Party von  ihm lernt Furst die schöne Rebecca (Gemma Arterton) kennen und verschafft sich Zugang zu Black.

Mit den Vorwürfen konfrontiert, schmeißt Black den unerwünschten Besucher nicht hinaus, sondern bietet ihm einen Job an. Furst nimmt an und genießt zunächst die schönen Seiten seines neuen Lebens – er schwimmt im Geld, wird anerkannt und verliebt sich in Rebecca.

Der FBI-Agent Shapers (Anthony Mackie) versucht Blacks Imperium auszuhebeln und Furst für seine Pläne zu gewinnen. Erst als Furst jedoch merkt, dass Black mit einem Schneeballsystem die Spieler auf seiner Seite betrügt, schlägt er sich auf die Seite Shapers.

Am Ende wandert Black in den Knast, während sich Furst mit Rebecca in dessen Privatjet aus dem Staub macht.

Bewertung und Interpretation

Im Gegensatz zu Rounders wird in Runner, Runner so gut wie kein Poker gespielt. Getreu dem ersten Satz des Films aber, „spielt jeder von uns, auch wenn man es vielleicht anders nennt“. Der Glücksspielunternehmer Ivan Black jedenfalls tut dies ausgiebig und kommt lange damit durch.

Für sein Geschäft haben die Drehbuchautoren die Wirklichkeit zu Hilfe genommen. Sowohl der Superuser-Skandal von Ultimate Bet als auch das ruinöse Schneeballsystem von Full Tilt Poker wurden verarbeitet.

Allein dadurch ist Runner, Runner der Gegenentwurf zu Rounders. Gewann dort Matt Damon nach Belieben gegen seine überforderten Kontrahenten und es wurde eine heile Pokerwelt ausgebreitet, in der der Gute gewinnt, heißt es in der Variante fünfzehn Jahre danach: „Wenn man abgezockt wird, ist das wie ein Stich ins Herz.“

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Ben Affleck mit Karriereproblem - erst Pearl Harbour und nun das.

Im Grunde könnte Runner, Runner allein schon deswegen mindestens eine Klasse besser als sein mäßiger Vorgänger sein, doch ist hiermit leider schon alles Positive über den Film gesagt.

Die Handlung ist wie die Dialoge zäh, es gibt keinerlei Überraschungen geschweige denn Volten, und die Schauspieler sind trotz ihrer wohlklingenden Namen bieder und blass.

Mit einer ausgefeilten Story hätte aus Runner, Runner ein guter Film über Poker werden können, denn die Substanz ist da. Doch eine lausige Geschichte, ein paar eindrucksvolle Bilder von Partys, einige hübsche Mädchen und eine höchstens lose angerissene Lovestory  reichen für einen guten Film nicht aus. Wenig überraschend also, dass der Film durchweg mäßige Kritiken bekam.

Oder wie es in Minute 55 des Films heißt: „Wenn du klug bist, steigst du früh genug aus.”

Daten zum Film:

Runner, Runner (Originaltitel: Runner, Runner)

USA, 2013

Regie: Brad Furman

Darsteller: Richie Furst (Justin Timberlake), Ivan Black (Ben Affleck), Rebecca Shafran (Gemma Arterton), Agent Shapers (Anthony Mackie)

Dauer: 91 Minuten

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