Poker-Drogen (3) - „Soft"-Drogen

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23 Oktober 2010, Von: The Brain
Geposted in: Blog
Poker-Drogen (3) - „Soft"-Drogen
„Ich weiß nicht, was Du genommen hast. Aber ich will auch was von dem Stoff!", sage ich oft scherzhaft zu Mitspielern, wenn deren Laune und rhetorischer Output signifikant über ihrem normalen Stimmungs-Niveau liegt.

„Sag' mir lieber, was Dein Friseur hauptberuflich macht!", wurde mir einst geantwortet. Autsch, das saß.

Nach einer Studie der Nova SE University in Florida nehmen weltweit 80 Prozent aller Pokerspieler Drogen oder andere Substanzen, um ihre Leistung zu steigern. Um wach und konzentriert zu bleiben, werden sowohl herkömmliche „Wachmacher" als auch Amphetamine und verschreibungspflichtige Medikamente konsumiert.

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Online-Poker trotz gesteigerter Libido - "Fight, Fright, Flight".

Bei Amphetaminen, die illegal vertrieben auch Speed oder Pep genannt werden,

handelt es sich um synthetisch hergestellte Drogen. Sie bewirken, dass der Organismus in den „Fight-Fright-Flight" genannten Notsituations-Überlebens-Modus versetzt wird. Hunger, Durst, Müdigkeits- und Schmerzempfinden werden „abgeschaltet", extrem gesteigert werden Konzentrationsfähigkeit, Selbstbewusststein, Libido, Aggressions- und Risikobereitschaft.

Durch den hohen therapeutischen Nutzen der pulverförmigen Substanz gibt es auch viele amphetaminhaltige Medikamente wie Adderall, Modafinil und Dexamyl.

Barbiturate sind keine Schlaf anstoßenden, sondern Schlaf erzwingende Substanzen, die als Betäubungsmittel der BtMVV-Verschreibungspflicht unterliegen. Da es kein Gegenmittel gibt, sind Barbiturate bei Überdosierung (Suizidversuche) äußerst gefährlich. Sie sind Bestandteile der Todesspritze in den USA sowie des Sterbehilfe-Cocktails in der Schweiz. Viele Arzneimittel wurden bereits gänzlich verboten. Die noch erlaubten Langzeitwirkstoffe verfügen über den „Hang-over" Effekt, eine anhaltend betäubende Wirkung weit über die Nacht hinaus sowie ein sehr hohes Abhängigkeitspotenzial.

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Barbiturate sind für Turnierpoker nicht förderlich.

THC kommt nur im Hanf (Cannabis) vor. Die gebräuchlichsten Produkte sind Marihuana und Haschisch. „Hast Du Haschisch in der Blutbahn, kannst Du fic... wie ein Truthahn!". Cannabis wird als Joint, mittels Bongs oder Pfeifen geraucht, verdampft und inhaliert, gegessen oder getrunken.

Die Wirkung ist vielfältig, die Schädlichkeit sowie das Suchtpotenzial geringer als bei Tabak. In den Niederlanden sind Cannabis-Produkte frei verkäuflich.

Kiffen ist in. In jeder Altersgruppe, besonders aber bei Teenagern.

Valium ist einer von vielen Medikamentennamen für den Arzneistoff Diazepam.

Gedacht zur Behandlung von Angstzuständen und Schlaflosigkeit. Wirkt beruhigend. Zwei Pokerspieler sind mir bekannt, die in der Anfangsphase eines Turniers zur Dämpfung ihrer extremen Aggressivität gern zu dieser Tablette greifen. Ein vorzeitiges Ausscheiden soll so verhindert werden.

Auch Schmerzmittel können als Suchtmittel missbraucht werden und zur Abhängigkeit führen. Wohl wegen ihrer euphorisierenden Wirkung sind dies die verschreibungspflichtigen starken Schmerzmittel aus der Gruppe der Opioide wie Tilidin oder Morphin.

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Medikamentencocktails in Verbindung mit Alkohol führen zu vollständigem Kontrollverlust.

Benzodiazepine sind eine Medikament-Wirkstoffgruppe zur Behandlung von Schlafstörungen. Auch in Tetrazepam und Clonazepam enthalten, zunehmend als Sucht- und Ausweichdroge missbraucht, vorwiegend von Frauen.

In Verbindung mit Alkohol, Barbituraten oder Opiaten kann es zu einer stark potenzierten Wirkung kommen.

In die Schlagzeilen gelangten einige Präparate dieser Wirkstoffgruppe, weil sie als KO-Tropfen sowie „Date-Rape-Drug" missbraucht wurden. Die farb-, geruch- und geschmacklose Substanz wird Getränken beigemischt, um das weibliche Opfer willenlos zu machen und so den Geschlechtsverkehr zu ermöglichen.

Gegen KO-Tropfen schütze ich mich seit vielen Jahren dadurch, dass ich grundsätzlich keine offenen Getränke in suspekten Locations der Poker- und Nightlife-Szene bestelle, sondern nur ungeöffnete Flaschen oder Dosen. Wenn die kriminelle Energie allerdings so groß ist, dass mit Spezial-Spritzen gearbeitet wird, um die Substanz ohne sichtbaren Beschädigungen durch den Verschluss zu injizieren, hilft nur Abstinenz oder „Shoe-money" zur Schadenbegrenzung.

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Post aus Hongkong - völlig easy.

Aus Neugier bestellte ich via Internet vor etwa 18 Monaten einige Medikamente zum Hammerpreis von CAD29,95 bei einer kanadischen Pharmacy. Völlig easy, wurde versprochen. Die Firmenärzte würden ein Rezept für mich ausstellen, etwaige Zollprobleme durch die Pharmacy gelöst. Der Betrag wurde sofort meiner Kreditkarte belastet, die Ware jedoch kam und kam nicht. Meine Emails wurden nie beantwortet.

Dafür erhielt ich einige Wochen später eine Zustellurkunde vom Hauptzollamt Frankfurt. „Ein an Sie adressiertes Päckchen aus Hongkong wurde hier am Flughafen beschlagnahmt, weil es Medikamente enthielt. Die Einfuhr ohne Rezept ist gesetzeswidrig. Es wurde ein Bußgeldverfahren gegen Sie eingeleitet, das auch die Prüfung beinhaltet, ob zusätzlich ein Verstoß gegen Urheber- und Markenrecht vorliegt." Prost Mahlzeit!

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Polizeieinsatz im Rauschgiftdezernat? - Wegen Geringfügigkeit eingestellt.

Als Erstes widerspreche ich beim Kreditkartenunternehmen der Belastung des Kaufpreises durch eine maltesische Limited. „Ware nicht erhalten!" Okay, die Gutschrift auf meinem Kreditkartenkonto erfolgt prompt. Vier Wochen später eine bitterböse Email aus Nigeria: „Wenn Sie die Rückbelastung des Kaufpreises nicht rückgängig machen, sorgen wir dafür, dass Sie Ihre Kreditwürdigkeit weltweit auf Lebenszeit verlieren!"

Das wird ja immer dreister. L. m. a. A.! The Brain lässt sich nicht einschüchtern. Ein globales Netzwerk, vier involvierte Kontinente - fehlt eigentlich nur noch Australien.

Wie bereue ich noch heute diese Internet-Bestellung bei der Medikamenten-Internet-Mafia. Never again! Weitere sechs Wochen später ein normaler Brief des Regierungspräsidenten Darmstadt: „Das Verfahren gegen Sie wurde wegen Geringfügigkeit eingestellt."

10 Drogen, die Sie nicht nehmen sollten, wenn Sie Auto fahren!

Poker und Drogen - die Serie

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Bienchen 2010-10-24 20:14:47

Wie geil ist denn dieses Video)-

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