The Hand

WSOP-Braceletgewinner Naoya Kihara an der Spitze des Pokerbooms in Japan

Von: Matthew Showell
01 Februar 2013
Geposted in: The Hand
Naoya Kihara

Naoya Kihara war der erste japanische Spieler, der ein WSOP-Bracelet gewinnen konnte. Das war im Jahr 2012. Es war eines von mehreren Ereignissen, die in Japan einen Pokerboom auslösen.

Nach seinem Triumph wurde Kihara von PokerStars unter Vertrag genommen, heute ist er der wohl bekannteste Spieler seines Heimatlands.

Bisher sind Casinospiele und Pokewr in Japan verboten, aber laut Kihara könnte sich das bald ändern.

„Die Regierung weiß, dass man mit Casinos eine Menge Geld verdienen kann, und wenn Poker in Japan legalisiert wird, wird das eine Initialzündung,“ erklärte Kihara bei der PCA 2013.

Kihara steht an der Spitze der japanischen Pokerbewegung, eine Position, die er seinem Erfolg bei der WSOP in Las Vegas verdankt.

Der Japaner gewann nicht nur eine halbe Million Dollar, sondern auch den Respekt und die Aufmerksamkeit der japanischen Medien.

Er nutzt seine Stellung nun, indem er Aufklärung in Sachen Poker betreibt.

„Bisher glauben die meisten Leute in Japan, dass Poker nur Glückssache ist. Wenn ich die Chance habe, im Fernsehen zu sprechen, kann ich da einiges korrigieren, erläutert Kihara und fährt fort:

„Poker ist ein Spiel, bei dem man auf Glücksetzen kann. Ich gehe das Spiel aber eher wie eine geschäftsmäßige Investition an. Es geht auch ums Geschick, und das werde ich den Japanern auch so vermitteln.“

Naoya Kihara
"Poker ist für mich eine geschäftliche Investition."
 

Dabei ist die Diskussion Glück oder Geschick aber nicht das, was seine Landleute am meisten interessiert.

„Nachdem ich das Bracelet gewonnen hatte, wurde ich von den Medien kontaktiert. Mindestens fünf Zeitungen und genauso viele Zeitschriften wollten Interviews mit mir führen.“

„Vor allem wurde ich gefragt, was ich denn mit dem Geld anstellen wollte. Dabei wissen Pokerspieler ja, dass gewonnenes Geld in die Bankroll fließt, und dass man damit die nächsten Reisen und Turniere finanziert.

Außenstehende denken aber, dass ich mir jetzt ein Auto oder ein Haus kaufen müsse.

Ich habe nach dem Sommer ein paar größere Turniere gespielt und bin in höheren Cash Games angetreten. So wurde ich in der japanischen Pokerszene etwas bekannter geworden.“

Diese Szene ist zwar immer noch ziemlich klein, aber sie wächst. Und das nicht zuletzt dank der Prominenz von Kihara, der auch dafür gesorgt hat, dass inzwischen das erste japanische Pokerforum eröffnet worden ist.

Glückspiel hat in Japan Tradition

Zwar gibt es keine offiziellen Casios in Japan, aber gespielt wird natürlich trotzdem. Z. B. findet das Spiel Pachinko viele Anhänger, das den Slotmaschinen sehr ähnlich ist.

Jedes Jahr werden allein mit diesem Spiel etwa $380 Milliarden umgesetzt, obwohl man bei diesem Spel gar kein Geld gewinnen kann, sondern nur Gutscheine oder Sachpreise.

Diese können allerdings teilweise gegen Bargeld eingetauscht werden.

Naoya Kihara 2
Kihara wurde das erste japanische Mitglied im Team PokerStars.
 

Laut Kihara existieren bereits kleiner Pokerturniere, die mit den in Deutschland zweitweise sehr beliebten Sachpreisturnieren vergleichbar sind.

Bei diesen Turnieren gewinnt man z. B. Tickets für weitere Turniere oder Preisnachlässe auf Speisen und Getränke. Damit bewegt man sich rechtlich auf sicherem Boden.

Es gibt aber auch größere Turniere, bei denen Tickets für Echtgeld-Events in Macau ausgespielt werden. Laut Kihara rücken die Turniere aber immer näher in Richtung Illegalität, je wertvoller die Preise werden.

 „Einen Platz in einem Turnier in Macau ist rechtlich bereits eine Grauzone. Die Polizei duldet solche Events allerdings, so lange sie nicht zu groß werden.“

Die Popularität dieser Veranstaltungen lässt auf einen erhöhten Bedarf schließen, den Live-Casinos natürlich befriedigen könnten.

„Vor zehn Jahren gab es praktisch überhaupt kein Poker in Japan, erst vor fünf oder sechs Jahren haben die Japaner das Spiel entdeckt. Wenn hier die ersten Casinos aufmachen, wird die Szene sehr schnell wachsen.“

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