Poker – was bringt 2012?

hellseher

Ein neues Jahr steht vor der Tür und auf dem TwoPlusTwo-Forum wird die Zukunft von Poker diskutiert. Wir haben uns die Diskussion angesehen, die interessantesten Redebeiträge zusammengefasst und ein paar eigene Gedanken hinzugefügt.

Wo wird Poker in 10 Jahren stehen? Diese Frage wird seit einigen Monaten im TwoPlusTwo-Forum diskutiert. Und der Thread umfasst mittlerweile einige Dutzend User-Beiträge. Ein großer Schwerpunkt liegt dabei auf der weiteren Technisierung des Spiels vor allem bezüglich des Online-Poker. Die größten Befürchtungen werden diesbezüglich vor allem im Einsatz immer leistungsfähiger Bots gesehen.

Zusammengefasst sehen die meisten User dabei ein unendliches Katz und Maus-Spiel zwischen den Programmierern der Online-Anbieter und jenen immer intelligenterer Analyse-Tools. „Große Unterschiede im Leistungsvermögen“, so ein Diskutant „wird es in absehbarer Zeit gerade im No Limit Holdem nicht mehr geben.“ Für das Finden der kleinen Edges werden, so die mehrheitliche Meinung, in Zukunft immer leistungsfähigere Bots eingesetzt.

Gegen diese Meinung spricht zum Beispiel, dass Bodog kürzlich angekündigt hat, dass seine neue Poker-Plattform zu 100% anonym werden wird und selbst Notizen auf Gegenspieler entfernt würden. Dadurch setzt man sich jedes Mal ohne irgendwelche Reads auf die anderen Spieler an die Tische.

Die TwoPlusTwo-User sehen trotzdem ein schwindendes Vertrauen der Online-Community,  welches sich vor allem positiv auf die Live-Action auswirken soll. Doch auch dort ist die Zukunft nicht hell und strahlend. Ein User macht auf die immer weiter um sich greifende Gefahr von Spielerzusammenschlüssen aufmerksam.

Live-Poker ist anfällig für ein kollektives Vorgehen des eigentlich auf die individuellen Fähigkeiten der Akteure abzielende Spiel. Schon jetzt gäbe es „illegal“ kooperierende „Spieler-Teams“, die sich vor allem in großen Live-Events gegenseitig über die Bubble helfen.

Prognostiziert wird außerdem eine kommende Mischung aus Online und Live-Poker. Die großen Casinos, so die Vision werden Live-Poker via Web-Cams anbieten. Spieler können dann die Action an den Live-Tischen beobachten und sich via Internet in das Spiel einkaufen. Die Spieler am Tisch sollen dann den „Online-Spieler“ über eine Kamera sehen können und dieser wiederum kann seine Entscheidung via Tastendruck von seinem Wohnzimmer aus treffen.

Allerdings gibt es offenbar auch Hoffnung für das gefährdete Online-Poker. Der aufsteigende Mittelstand im spielverrückten Asien, so die Vision vieler TwoPlusTwo-User wird einen neuen Fischschwarm an die virtuellen Tische locken. Außerdem wird mit einer Legalisierung des US-Marktes gerechnet, was einen zweiten Online-Boom nach sich ziehen könnte. Die dunkle Seite dieser Vision zeichnete ein wohl nicht ganz so ernst gemeinter Beitrag. PokerStars, so der User würde für immer vom US-Markt verbannt bleiben, Spieler werden nur noch auf www.DOJPoker.com (eine Anspielung auf das Department of Justice) spielen können, wo der Rake 30% betragen wird.

Die Prognose, dass auf absehbare Zeit 9-Bet Bluffs die Regel sein werden, fällt in eine ähnliche Kategorie.

Deutlich realistischer ist wohl das ebenfalls angekündigte Szenario, dass Facebook irgendwann den Branchenführer PokerStars schlucken könnte. Manche sehen sich Online-Poker deshalb schon auf eine neue Weltordnung zubewegen. Dort ist der Freizeitspieler König und nicht der multitablende Mass-Grinder. Über facebook werden potentielle Spieler angesprochen, die sonst nicht auf die Idee gekommen wären um Echtgeld zu spielen.

Werbung oder Sponsoring werden überflüssig. Innerhalb eines Social-Networks zählen das Wort und die Empfehlung eines Freundes. Alleine das könnte eine Echtgeld-Facebook Plattform (zumindest so wahrgenommen) sicherer machen, als einen allein stehenden Anbieter. Doch auch eine Facebook-Pokerroom wird seine Tücken haben: wie alle User wissen, lässt sich ein Facebook-Account nicht so schwer hacken. Und was ist mit den Befürchtungen von Anti-Glücksspielorganisationen? Und wie steht es um die Anonymität der Spieler? Wird ein losing player dann von einer Heerschar von Freundesanfragen bombardiert?

Zu all diesen Fragen wird das Jahr 2012 erste Antworten geben. Denn wie heißt es so schön: „Zukunft ist etwas, was meist schon da ist, bevor wir damit rechnen.“

 

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