Poker und Reisen - Valencia

Valencia

Im zweiten Teil von Poker und Reisen geht es gemeinsam mit Rainer Gottlieb, einem wahren Poker-Globetrotter und echtem Kenner der spanischen Pokerszene, nach Valencia. Er stellt euch das Pokerangebot im dortigen Casino und die Sehenswürdigkeiten der Stadt vor und sagt euch, ob es sich lohnt dort Pokerurlaub zu machen.

Rainer Gottlieb befand sich kürzlich auf einer längeren Spanienreise. Im ersten Teil von Poker und Reisen hat er euch ja schon die Pokerszene in Barcelona näher gebracht.

Erstens: Ich plane meine Urlaubsreisen immer pokerorientiert, das bedeutet, ich suche mir Ziele in der Sonne aus, die (mindestens) ein Casino mit Livepoker im Angebot haben. Auf diese Weise konnte ich die meisten europäischen Länder „abgrasen“.

Zweitens: Ich liebe Spanien und in diesem Jahr hat es mich wieder einmal an die Mittelmeerküste zwischen Alicante und Barcelona gezogen.

Valencia, die drittgrößte spanische Stadt nach Madrid und Barcelona ist in vielerlei Hinsicht eine Reise wert. Sie versprüht mediterranen Charme mit angenehm warmem Wetter, was sich unmittelbar auf die Lebensfreude der Bewohner und Besucher auswirkt.

Valencia liegt am Meer mit einem schönen kilometerlangen Sandstrand. Die Stadt selbst besticht durch sehr viel Jugendstilarchitektur im Zentrum, durch kilometerlange baumbestandene Boulevards mit breiten Fußgängerstreifen und der dazu passenden  mittelmeertypischen Freiluftgastronomie.

Unbedingt besuchen sollte man die „Ciudad de las Artes y las Ciencas“, abgekürzt CAC (die Stadt der Künste und Wissenschaften). Mit dieser futuristischen Stadt in der Stadt hat der valencianische Stararchitekt Santiago Calatrava ein städtebauliches Meisterwerk hingelegt und sich in seiner Heimatstadt unsterblich gemacht.

CiudadArtesCiencias
Die Ciudad de las Artes y las Ciencias ist ein architektonisches Meisterwerk.

Der weitläufige Gebäude- und Freizeitkomplex aus insgesamt sieben Bauwerken erstreckt sich auf 350.000 Quadratmeter am südöstlichen Ende des Turia-Parks.

Der eigenwillige Architekturstil Calatravas erinnert in der valencianischen Ausprägung an eine Aneinanderreihung von Skeletten riesiger Urtiere.

Faszinierend, beeindruckend, umwerfend. Wer Valencia besucht, sollte einen Tag für die CAC einplanen und die Gebäude nicht nur von außen bestaunen, sondern zum Beispiel das Wissenschaftsmuseum Principe Félipe und den größten Unterwasserzoo Europas am südöstlichen Ende der CAC besichtigen.

Wie viele spanische Städte hat auch Valencia ein Casino. Es ist relativ neu (Eröffnung 2010), weil man das Casino in Monte Picayo nördlich von Valencia um ein Stadtcasino ergänzen wollte.

Der Komplex befindet sich am Nordende der Stadt in der Nähe des Kongresszentrums inmitten von Hotel- und Businessgebäuden. Da ist ab 18:00 Uhr ziemlich tote Hose. Man kann zwar mit dem Bus hinkommen (Linien 62 und 63), für die Rückfahrt muss man aber eine Taxifahrt einkalkulieren, auch wenn der Casino- bzw. Pokerabend nicht erfolgreich war, denn ab 22.00 Uhr kommt man dort sonst nicht mehr weg.

Ich habe das Casino Valencia an zwei Abenden besucht und war vom Pokerangebot enttäuscht. Das „Casino Valencia Pokerhouse“ verfügt über neun Tische im Erdgeschoss und einem Turniersaal mit 12 Tischen im Untergeschoss. Kapazität ist also reichlich vorhanden.

Am Pfingstsamstag liefen jedoch gegen 20:00 Uhr 2 Tische, davon einer short, gegen 22:30 wurden die beiden Tische zusammengelegt. Gespielt wurde THNL mit Blinds von 1/2. Höhere Blinds wie 2/2, 2/4 und 5/10 werden zwar angeboten aber von den Spielern derzeit nicht gewünscht. Immerhin kaufen sich fast alle für das Maximum 400 Euro ein.

CASINO CIRSA VALENCIA1
Im Casino Cirsa Valencia ist zurzeit nicht mehr so viel los wie früher.

Ich unterhalte mich kurz mit dem Floorman Francisco Morales. Mit bedauerndem Tonfall teilt er mir mit, dass es vor etwa einem Jahr noch eine recht intensive Pokerszene gab, wo zumindest an den Wochenenden auch höhere Limits gespielt wurden.

Derzeit sei aufgrund der finanziellen Situation in Spanien nicht mit höheren Limits zu rechnen. Ach ja, „la crisis“, die Begründung habe ich in den letzten Tagen recht oft gehört.

Francisco empfiehlt mir, am Pfingstmontag noch einmal zu kommen, dann wird ein Turnier mit unlimited Rebuys und Add-On angeboten, welches sehr intensiv genutzt werde.

So ist es dann auch, 92 Entries und zahllose Rebuys und Add-Ons à €30 ergeben einen respektablen Preispool von 6.857,10 Euro, von dem für mich leider nichts abfällt.

Nur noch eine Bemerkung dazu: Die Turnierchips sind von extrem mieser China-Qualität und bei der Farbauswahl muss ein Pokerdilettant entscheidend mitgewirkt haben. Die 100er sind schwarz, die 1000er grau, die 5000er blassblau. Alle tragen schwarze Inlays mit dem Casinologo und sind deswegen auf mehr als einen Meter Entfernung optisch praktisch nicht zu unterscheiden. Das nervt, weil man bei All-In-Situationen ständig nachfragen muss.

Fazit

Es ist zwar nur eine Momentaufnahme, aber Valencia lohnt als Pokerdestination derzeit keinen Besuch, auch nicht mit der zweifellos angenehmen Pianobegleitung beim Spiel. Da war zwei Tage vorher in Alicante deutlich mehr Action bei €2,50/€5. 

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