Poker und Reisen – Berlin

Brandenburger Tor Berlin

Rainer Gottlieb ist ein wahrer Poker-Globetrotter und ein echter Kenner der Berliner Pokerszene. Er ist regelmäßiger Gast bei Turnieren und Cash Games in der Hauptstadt. Wer könnte also besser geeignet sein, um euch das Pokerangebot und die Sehenswürdigkeiten seiner Heimatstadt vorzustellen und euch zu sagen, ob es sich lohnt in Berlin Pokerurlaub zu machen.

„Berlin ist eine Reise wert!“, sagt der Volksmund. Das bestätigt sich immer wieder. Im ersten Halbjahr 2014 haben bereits 5,5 Millionen registrierte Gäste die Hauptstadt besucht, wie die Berliner Morgenpost in der Samstagsausgabe vom 09.08.2014 berichtet.

Dafür muss es Gründe geben. Eine interessante Mischung aus (noch) angenehm niedrigen Preisen bei Unterkünften, Restaurants, Mieten und sonstigen Lebenshaltungskosten genauso wie der stetige Wandel, das Neue haben sicher einen gewissen Einfluss.

Es existiert ein schier unendliches Angebot an Clubs, Bars, Gastronomie (die Sternedichte hat stark zugenommen), Galerien und Kulturangeboten.

Dieser Bericht kann und soll keinen Reiseführer ersetzen, denn Berlin-Reiseinformationen gibt es massenhaft (es genügt ein Blick auf die Website www.berlin.de mit allen möglichen Verlinkungen).

Der Bericht soll lediglich Neugierde wecken, denn ein Besuch in Berlin lohnt sich immer wieder, besonders im Sommer. Die hochattraktive Mischung aus Stadt, Grünanlagen und Wasser bietet tagsüber enormen Freizeitwert.

Oberbaumbrücke mit Fernsehturm im Hintergrund
Die Oberbaumbrücke in Friedrichshain ist nur eines der vielen Highlights einer Schiffahrt auf der Spree.

Ich empfehle zum Beispiel, die Stadt vom Wasser aus zu besichtigen. Einfach eines der zahllosen Ausflugsboote entern und aus dieser so ganz anderen Perspektive die Gebäude und Parks der Haupstadt auf sich wirken lassen.

Am Abend locken Restaurants und Bars und noch später dann die berühmten Clubs von Berlin. Hier nur zwei Empfehlungen aus der sehr dynamischen Szene: Das Berghain, der weltberühmte Technoclub, oder das Watergate.

Und wer es schafft jetzt noch schnell und spontan in die Hauptstadt zu reisen, sollte keinesfalls die David Bowie-Ausstellung verpassen, die bis zum 24.08.2014 verlängert wurde.

Liebhabern feinsten Rindfleischs lege ich die folgende Genusstempel ans Herz:

Berghain Berlin
Das Berghain gilt als einer der besten Technoclubs der Welt.

Brooklynbeefclub, Köpenicker Straße 92, 10179 Berlin, www.brooklynbeefclub.de

Grill Royal, Friedrichstraße 105b, 10117 Berlin, www.grillroyal.de

Wilson’s Prime Rib, Nürnberger Straße 65, 10787 Berlin, www.restaurant-wilsons.de

Maison de l’entrecôte,  Bernhard-Weiß-Str.5,10178 Berlin, www.maisonentrecote.de

Und selbstverständlich bietet Berlin Möglichkeiten, dem Spiel zu frönen, das wir alles so lieben. Und nun gerate ich als Pokerfan mit mittlerweile sechzehn Jahren Lebensmittelpunkt in der Hauptstadt in einen Konflikt. Ja, ich empfehle Poker in Berlin, es gibt jedoch diverse „ABER“:

Einerseits haben wir ein großes Angebot, zumindest was die Kapazitäten angeht. An ihren drei Pokerfloor-Standorten Potsdamer Platz, Fernsehturm und Hasenheide bietet die Spielbank Berlin fast 30 Tische. Vor einigen Monaten wurde im Casino Royal im Obergeschoss der Spielbank am Potsdamer Platz ein neuer Bereich mit zwei Tischen für Poker mit höheren Limits (ab €10/€20) eingerichtet.

Es laufen täglich Turniere mit abwechslungsreichen Buy-Ins und Pokerchef Herr Bernd Plätrich wird nicht müde, neue Turnierformate mit interessanten Features zu entwickeln. 

Eines stört mich aber ganz gewaltig: Leider hat sich auch in Berlin die Unsitte mit Re-Entries breitgemacht. Und wenn keine Re-Entries möglich sind, dann kann man unbegrenzt Rebuys tätigen. Turniere in der reinen, ursprünglichen Form des Freezeout werden auch hier nicht mehr angeboten.

Überregional attraktiv ist die „Triple-A-Turnierserie“ des Pokerfloor. Sie findet seit einigen Jahren statt und bietet für relativ niedrige Buy-Ins (€300 bzw. €500) garantierte Preispools von mindestens 75.000 Euro. Im Dezember zum diesjährigen Abschlussturnier der Serie garantiert die Spielbank sogar 150.000 Euro.

Spielbank Berlin
Die Spielbank Berlin hat gleich drei Standorte am Potsdamer Platz, am Fersehturm und in der Hasenheide.

Cashgame findet ebenfalls täglich statt. Das ABER lautet leider: In Berlin wird brutal geraked. Das wurde auch in anderen Medien (Pokerblatt Nr. 3/2013) schon kritisiert.

Besonders bei den kleineren Games (Blinds €1/€1, €2/€2 oder €2/€4), die von einem Großteil der Besucher bevorzugt werden, bewegt sich die Abgabe pro Pot um die 6 bis 7%. Höhere Blinds wie 5/5 oder seltener 5/10 werden nur von einem überschaubaren Kreis an Regulars gespielt. Auch dabei wird heftig zugelangt, man spürt es. Dazu noch ein Gedanke: Ein Großteil der Pötte im NLHE wird Heads-Up entschieden. Wenn man jetzt das Rake auf den reinen Profit eines Spielers bezieht (ca. 50% vom Pot), so verdoppelt sich die Abgabe.

Das muss kritisch angemerkt werden und es fällt schwer, hier eine klare Empfehlung für Poker in Berlin auszusprechen. Je mehr Spieler und Kolumnisten sich ähnlich kritisch äußern, um so eher bewegt sich etwas in Richtung Verbesserung.

Aber trotz aller Kritik: Wer einen Berlintrip plant und dabei ein Faible für Poker hat, sollte sich die Pokerfloors ansehen (und natürlich eine Partie wagen).

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