Kampf den Blockierern - WPT kündigt Einführung der Shot Clock an

shot clock basketball
Die Shot Clock stammt ursprünglich aus dem Basketballsport.

So genannte „Staller“, die das Spiel unnötig verzögern, gehören zu den größten Ärgernissen am Tisch. Trotzdem sind nicht alle Spieler von der Neueinführung begeistert.

Immer wieder in der Diskussion, selten bestraft: das Stalling. Damit gemeint ist das unnötig lange Verzögern des eigenen Spielzugs, und das bevorzugt in jeder einzelnen Hand.

Natürlich möchte kein ernstzunehmender Spieler einen anderen unter Zeitdruck setzen, wenn dieser eine schwierige Entscheidung zu treffen hat.

Es ist jedoch allgemein bekannt, dass gerade pre-Flop die Entscheidungen meistens nicht sonderlich schwierig sind.

Wer sich also durch ständiges „Tank-Folden“ (nach überlangem Überlegen die Karten vor dem Flop abwerfen) auszeichnet, zieht sich schnell den Unmut seiner Gegner zu.

Häufig nutzen Staller diese Reaktion, um die Gegner zu reizen und damit zu Fehlern zu verleiten. Vielleicht nicht ganz fair, aber durchaus regelkonform.

Außerdem hat jeder Spieler ja die Möglichkeit, den Floorman zu rufen und damit den Gegner zu zwingen, innerhalb einer Minute zu handeln.

Dennoch häuften sich in der jüngeren Vergangenheit Klagen über die wachsende Zahl von Stallern, die letztlich den gesamten Spielablauf blockieren würden.

Wer möchte schon alle zwei oder drei Hände nach dem Floorman verlangen?

Die populärste Lösung für das Problem: die Shot Clock – ein Countdown, der beginnt, sobald ein Spieler an der Reihe ist. Online ist sie schon lange eine Selbstverständlichkeit.

rettenmaier kommentar
Marvin Rettenmaiers kleiner Scherz.

In der Community wird noch über das Für und Wider der Shot Clock diskutiert, die WPT will aber schon bald Nägel mit Köpfen machen und die Shot Clock mit 30s Laufzeit in der kommenden, 13. WPT-Saison einführen.

Um die Spieler mit einzubeziehen, führte die WPT im Rahmen des National Events in London unter den Teilnehmern eine Umfrage durch, in der über die Shot Clock und die optimale Bedenkzeit abgestimmt wurde.

Wie WPT-Sprecher Mike Sexton heute im Blog von PartyPoker veröffentlichte, sprachen sich 80% der Spieler grundsätzlich für eine Shot Clock aus.

Mike Sexton
"Hurra!" Mike Sexton ist ausdrücklicher Befürworter der Shot Clock.

Es gab eine Reihe von zusätzlichen Vorschlägen, um den Countdown flexibler zu gestalten. So empfahlen die Spieler Laufzeiten zwischen 30 und 60 Sekunden, abhängig von Situation und Spieltag.

Außerdem sollen zwei oder mehr Time Buttons ausgegeben werden, mit denen sich Spieler in kniffligen Situationen zusätzliche Bedenkzeit verschaffen können.

„Ich glaube und hoffe, dass wir in der kommenden Saison die Shot Clock in der ein oder anderen Form erleben werden“, gibt sich Sexton sicher. „und ich sage dazu: Hurra!“

Wir sind uns nicht ganz so sicher, ob die Shot Clock ein Erfolg wird. 30 Sekunden sind schnell vorbei, und zusätzliche Regeln, darauf weisen viele Experten immer wieder hin, schrecken vor allem Amateure ab, und ohne diese ist der Spielbetrieb auf Dauer nicht aufrechtzuerhalten.

Ablehnend äußerten sich z. B. Marvin Rettenmaier und Jonathan Little. Letzterer fordert, dass man eben einfach häufiger die „Clock“ rufen sollte, und hält die Einführung der Shot Clock für „kurzsichtig“.

Rettenmaier dagegen äußerte seine Befürchtungen dagegen mit dem für ihn typischen Augenzwinkern: „Bitte zwingt mich nicht dazu, eine richtige Arbeit anzunehmen!“ schrieb er in das Feld für Kommentare.

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