Der Poker-Exodus beginnt

leaving usa

Cal Spears erläutert die Hintergründe des Projekts „Pokerflüchtlingshilfe“, das für Profis eine neue Heimat findet – z. B. in Costa Rica oder Kanada.

Bei den US-amerikanischen Online-Spielern hat längst die Post-WSOP-Depression eingesetzt. Um endlich wieder online spielen zu können, ziehen immer mehr einen dauerhaften Wegzug aus der USA in Betracht. Pocketfives hat diesen Trend nun erkannt und bietet für alle Umzugs-Willigen einen umfassenden Service an.

Der schwarze Freitag, Ende April hat vor allem das Leben der amerikanischen Pokerspieler komplett verändert. War es schon in den ersten Wochen nachdem Shotdown der drei größten Online-Poker-Seiten schwer, so hat sich doch erst nach den WSOP-Wochen wirklich gezeigt, wie grau und öde die momentane Gegenwart für die US-Spieler ist.

Um endlich wieder ungestört Online-Poker spielen zu können, hat eine wahre Auszugswelle die amerikanischen Pokerszene erfasst. Phil Galfond lebt mittlerweile in Vancouver, Daniel Cates höchstwahrscheinlich in London und auch Oliver Busquets und Kevin McPhee spielen längst weit weg von ihren gemütlichen Wohnzimmern. Ein anderer amerikanischer Pro, Jon Aguiar twitterte am Dienstag, dass er und Shane Schleger auf einem Boot in Mexiko säßen.

Doch nicht nur die Creme de la Creme der Szene hat sich aus dem Staub gemacht, auch immer mehr Semi-Pros denken über einen Umzug in ein anderes Land nach. Besonders heftig diskutiert, werden die verschiedenen Optionen auf pocketfives.com. Als der Online-Poker-Boom begann, war die Seite Pocketfives.com eine der ersten, die Mitglieder-Foren aufbauten, Strategie-Artikel anboten, Rankings erstellten und so eine ganze Poker-Generation beeinflussten. Seitdem 10% ihrer Kunden seit dem Schwarzen Freitag verschwunden sind, entschied man sich einen so genannten Poker-Flüchtlings-Service einzurichten, der „fluchwilligen“ Pokerspielern hilft in ein anderes Land zu ziehen um dort wieder Online-Poker spielen zu können.

„Ein Mitglied übermittelte Adam Small, einen der Co-Eigentümer von pocketfives.com die Idee. Small kannte Kristin Wilson, eine Immobilien-Maklerin in Costa Rica“, erklärte Cal Spears, eine der Mitbegründer der Seite das Zustandekommen des neuen Projekts. „Wir haben uns die Foren angesehen und festgestellt, dass nichts momentan so kontrovers diskutiert wird, wie ein Wegzug aus den USA, um wieder ganz normal Online-Poker spielen zu können. Kristin, hat eine Menge Erfahrungen mit den lokalen Gegebenheiten in Costa Rica. Sie wird einfach Vielen weiterhelfen können.“

Der Service von pocketfives.com beinhaltet außer Costa Rica allerdings auch zwei andere Länder: Kanada und Panama. Interessenten werden zunächst an einen vertrauenswürdigen lokalen Immobilien-Makler vermittelt. Dann werden alle notwendigen Reise-Details geklärt und organisiert. Am Ende geht es an die Feinheiten: Eröffnung eines lokalen Bankkontos und Einführung in die lokale „Flüchtlings-Szene“.

Bezahlen lässt sich Poker Refugees seinen Service mit $1000 pro Person, wobei es Rabatt für Gruppen ($750 pro Person) oder Familien ($1500 pauschal) gibt. Geleitet wird das Unternehmen durch Kristin Wilson, einer US-Amerikanerin, die nach Costa Rica ausgewandert ist und seit 2005 Anderen hilft, den gleichen Schritt zu bewältigen.

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Steven 2011-08-19 15:45:57

So lächerlich und seltsam das Ganze klingen mag - ich versteh die Leute absolut.
Ich meine, das ist deren Job, die verdienen damit ihren Lebensunterhalt -und plötzlich geht das im eigenen Land nicht mehr. Nicht nur nicht mehr in der Heimatstadt, im ganzen LAND nicht mehr... irre.
Und wenn man mal jahrelang als Pokerprofi gearbeitet hat und es liebt, dann wird man auch nicht von heute auf morgen einfach so Verkäufer in nem x-beliebigen Shop oder schult sich zum Büroangestellten um...
Schlimm ist das eigentlich.
Ich bin zwar kein Profispieler, aber ich denke, dass einige der Spieler hier auch ganz schön angepisst wären, wenn sie plötzlich nicht mehr zocken könnten - die Aces etwa, die ja viel von ihrer Publicity leben etc.
Bin echt froh, dass wir in Österreich mehr oder minder im sicheren Poker-Land der Seeligen wohnen, was solche Schließungen anbelangt.